Ist die Durststrecke der AT&S-Aktionäre endlich vorbei? Zumindest tut das Management des Leiterplattenherstellers alles dafür, der Aktie wieder Rückenwind zu verleihen. Vor rund einer Woche hoben die Verantwortlichen die Prognose für das Gesamtjahr 2018/19 an und erwarten nun ein Umsatzwachstum von 6 bis 8 % (zuvor 6 %) und eine EBITDA-Marge in einer Bandbreite von 24 bis 26 % (zuvor bis zu 23 %). Als Begründung nannte AT&S höhere Umsätze in den Werken in Chongqing, die sich aktuell immer noch in der Anlaufphase befinden, sowie Effizienz- und Produktivitätsverbesserungsmaßnahmen. Auch sei man mit dem Produktportfolio bei IC-Substraten sehr gut aufgestellt.

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Heute wiederum meldete AT&S die Zahlen zum abgelaufenen 1. Halbjahr des Geschäftsjahres 2018/19. Mit einem Umsatz von 516,9 Mio. EUR erreichte das Unternehmen einen neuen Rekordwert. Der Anstieg im Vergleich mit der Vorjahresperiode belief sich auf 6,4 %. Überproportional kletterte das EBITDA, und zwar um 32,5 % auf 138,3 Mio. EUR. Unterm Strich verdiente AT&S 1,32 EUR je Aktie. Vorstandschef Andreas Gerstenmayer zeigt sich folglich zufrieden: "Die aktuelle Geschäftsentwicklung bestätigt die Strategie der AT&S. Die Fortsetzung unseres Wachstumskurses zeigt die erfolgreiche Positionierung in den von AT&S bedienten Märkten. Dabei können wir an der steigenden Nachfrage nach IC- Substraten, besonders im technologisch hochwertigen Bereich partizipieren. Auch die operative Performance in den Werken entwickelt sich sehr gut. Damit festigen wir unsere Position als eines der weltweit Top-3-Unternehmen bei High-End-Verbindungslösungen."

Interessant ist der Vergleich des Halbjahresergebnisses mit den Werten, den die Analysten für das Gesamtjahr 2018/19 erwarten (mittlere Spalte). Die aktuelle Schätzung beläuft sich auf einen Gewinn von 1,62 EUR je Aktie. Im 1. Halbjahr hat AT&S bereits 1,32 EUR je Aktie verdient, davon 1,02 EUR in Q2. Traditionell sind das 2. und 3. Quartal starke Quartale. Geht man davon aus, dass AT&S die Performance des Q2 im Q3 wiederholen kann, dürfte sich das Ergebnis wohl eher in Richtung 2,50 EUR je Aktie bewegen. Demzufolge rechnen die Analysten derzeit wohl eher konservativ. Bei einem unterstellten Gewinn je Aktie von 2,50 EUR würde das KGV des Leiterplattenherstellers in den einstelligen Bereich absinken.

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Jahr 2017 2018e* 2019e*
Umsatz in Mrd. EUR 0,99 1,06 1,18
Ergebnis je Aktie in EUR 1,38 1,62 1,81
KGV 15 13 11
Dividende je Aktie in EUR 0,36 0,20 0,25
Dividendenrendite 1,76 % 0,98 % 1,23 %
*e = erwartet

So interessant die Fundamentals aussehen, so schwierig sieht der Chart aus. Nach dem wunderbaren Lauf im Jahr 2017 bestimmt bereits das ganze Jahr 2018 über eine Korrektur das Kursgeschehen. Größere Dynamik im Kurs wäre erst über 21,95 EUR, ja noch besser über 23,45 bis 23,80 EUR, zu erwarten. Bei einem Anstieg über letztere Widerstandszone wäre ein neuer Aufwärtstrend geboren, der die Aktie wieder in Richtung 28 EUR führen könnte. Bislang steckt der Titel aber fest. Unter 17,04 EUR schwinden die Chancen auf eine neue Trendbewegung. Bereits unter 18,84 EUR wäre das zuletzt positive Momentum wieder dahin.

AT&S-Aktie

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