Bis ins Jahr 2017 zählte die Aktie der Beteiligungsgesellschaft Aurelius zu den absoluten Highflyern in Deutschland. Von Kursen um die 2,00 EUR 2009 kletterte der Wert in der Spitze auf über 60 EUR. Doch vor rund vier Jahren schoss eine Short-Attacke den Titel förmlich ab. Mein Kollege Bernd Senkowski berichtete damals. Von diesem Short-Angriff des umstrittenen Analystenhauses Gotham City Research erholte sich der Wert zunächst, konnte aber keine neuen Allzeithochs mehr markieren. Corona gab im Jahr 2020 dem Titel den sprichwörtlichen Rest. Der Bruch der Unterstützung bei gut 30 EUR löste einen Sell-off aus. Inzwischen hat sich die Lage aber deutlich entspannt.

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Im Geschäftsjahr 2020 hat sich Aurelius in Anbetracht der Coronakrise durchaus achtbar geschlagen. Zwar sank der Konzernumsatz von 3,61 auf 3,23 Mrd. EUR aufgrund einiger Exits, das EBITDA des Konzerns blieb aber nahezu konstant. Der NAV toppte leicht die Marke von 1 Mrd. EUR. Aufgrund einer soliden Cashposition von 422,9 Mio. EUR sieht sich das Management imstande, auch für 2020 eine ansehnliche Dividende von 1,00 EUR je Aktie zu zahlen. 2021 und 2022 soll diese wieder steigen auf 1,25 und 1,50 EUR je Aktie. Hier muss man allerdings auch erwähnen, dass den 422,9 Mio. EUR an liquiden Mitteln 386,7 Mio. EUR an finanziellen Verbindlichkeiten gegenüberstehen.

Trotz der soliden Zahlen wird das nur schwer durchschaubare Beteiligungsgeflecht immer wieder Angriffspunkte bieten, womit weitere Short-Attacken nicht ausgeschlossen werden können. Dem entgegnete das Management 2020 mit einer Transparenzoffensive, die es 2021 weiter ausbauen möchte. Nach Vorlage des Jahresberichts 2020 Ende März erhöhten Analysten zum Teil ihre Kursziele für die Aktie. Die Baader Bank sieht den fairen Wert nun bei 35,60 EUR nach zuvor 31,30 EUR. Berenberg hob erst heute das Ziel für die Aktie von 29,50 auf 36,50 EUR an.

Aus charttechnischer Sicht hat der Titel im Zuge der beeindruckenden Erholung seit dem Coronacrashtief eine langfristige Abwärtstrendvariante verlassen und dockt derzeit an einer weiteren Abwärtstrendlinie an. Es geht zudem um das Widerstandscluster zwischen 29,34 und 30,58 EUR. Ein erster Ausbruchsversuch scheiterte in der Vorwoche. Nun nimmt die Aktie erneut Anlauf. Über 30,58 EUR wären der Kursrutsch aus dem Vorjahr und auch das starke Verkaufssignal aus dem Februar 2020 egalisiert. Dies würde weiteres Potenzial eröffnen, zunächst in Richtung 34,50 EUR. Mittel- bis langfristig wären auch 45,87 EUR erreichbar, sollte der Impuls sich fortsetzen.

Absicherungen im Falle eines Ausbruchs zur Oberseite bieten sich konservativ unter 18,21 EUR und enger gefasst unter 25,02 EUR an.

An dieser Stelle sei noch einmal auf das Risiko hingewiesen. Aurelius passt sicherlich nicht in die Kategorie "Kaufen und einfach liegenlassen". Positionsgrößen sollten allein schon wegen der immer noch nicht ausreichenden Transparenz des Unternehmens angepasst werden.


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Jahr 2020 2021e* 2022e*
Umsatz in Mrd. EUR 3,15 3,27 3,43
Ergebnis je Aktie in EUR 1,31 0,09 1,29
KGV 30 437 30
Dividende je Aktie in EUR 1,00 1,25 1,50
Dividendenrendite 2,54 % 3,18 % 3,81 %
*e = erwartet
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Aurelius-Aktie (Wochenchart)