• DAX - Kürzel: DAX - ISIN: DE0008469008
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  • S&P 500 - Kürzel: S500 - ISIN: US78378X1072
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Der Baltic Dry Index bildet die Frachtraten für das weltweite Verschiffen von Rohstoffen wie Kohle, Eisenerz, Zement, Kupfer und Getreide im sogenannten Trockenschüttgutverkehr auf Standardrouten auf den Weltmeeren ab. Der Index wird börsentäglich von der Baltic Exchange in London veröffentlicht.

Zwischen der weltweiten Rohstoffnachfrage und den ausgehandelten Frachtraten, die die Basis für den Baltic Dry Index bilden, besteht ein enger Zusammenhang. In konjunkturellen Hochphasen werden üblicherweise mehr Rohstoffe über die Weltmeere verschifft, was dann auch zu einem Anstieg der Frachtraten führt. In Schwächephasen werden deutlich weniger Rohstoffe verschifft und der Baltic Dry Index bricht typischerweise ein. Da die Rohstoffe ganz am Beginn der Verarbeitungskette stehen, läuft der Baltic Dry Index der realwirtschaftlichen Entwicklung voraus und ist ein sogenannte Frühindikator.

Ein markanter Rückgang beim Baltic Dry Index ist nun wieder seit September 2019 zu verzeichnen. Im Vergleich zu einem damals markierten Hoch ist der Index innerhalb von nur fünf Monaten um mehr als 80 Prozent eingebrochen. Einen vergleichbaren Rückgang innerhalb so kurzer Zeit hatte es das letzte Mal während der Finanzkrise von 2009 gegeben.

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Vor allem der Handelskonflikt zwischen den USA und China und zuletzt auch die Ausbreitung des Coronavirus dürften zu dem Rückgang der Frachtraten auf den Weltmeeren geführt haben. Die hohe Geschwindigkeit des Rückgangs muss als eindeutiges Warnsignal für die Weltwirtschaft und die Aktienmärkte interpretiert werden.

Allerdings basiert der Baltic Dry Index nicht nur auf der Nachfrage nach dem weltweiten Transport von Rohstoffen, sondern auch auf dem Angebot der Reeder. Dieser Faktor hat zumindest die mittel- bis längerfristige Aussagekraft des Baltic Dry Index in den vergangenen Jahren deutlich eingeschränkt. Durch eine Ausweitung der Schifffahrtskapazitäten kam es nach der Finanzkrise zu deutlichen Überkapazitäten, was die Preise und damit den Baltic Dry Index deutlich gedrückt hat.

Außerdem hat die Bedeutung der Rohstoffe, die im Trockenschüttgutverkehr verschifft werden, für die gesamte Weltwirtschaft in den vergangenen Jahren stark abgenommen. Das betrifft zum Beispiel den Rohstoff Kohle. Immer mehr Waren werden zudem im Containerverkehr befördert, was im Baltic Dry Index nicht abgebildet ist.

Der Rückgang des Baltic Dry Index ist also durchaus ein Warnsignal für die Weltkonjunktur und auch die Aktienmärkte. Für sich allein genommen hat der Index aber nur eine stark eingeschränkte Aussagekraft. Eine hohe Relevanz dürfte der Index am ehesten für die rohstoffverarbeitende Industrie haben.


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