• Bitcoin BTC/USD - Kürzel: BTC/USD - ISIN:
    Börse: Bitfinex / Kursstand: 4.297,00 $
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China hat dem Bitcoin-Markt immer wieder zugesetzt. Damit ist immerhin bald Schluss, denn Bitcoin sind so gut wie verboten. Nicht vom Gesetz her, doch da der Handel so gut wie abgeschafft ist, kommen die Beschlüsse der letzten Wochen einem Bitcoin-Verbot sehr nahe.

Angefangen hat alles 2013. Damals stieg der Bitcoin Preis von 100 auf über 1.000 Dollar. Die Aufsicht verbot daraufhin allen Finanzinstituten den Handel mit Bitcoin. Es durften auch keine Transaktionen mit Bitcoin unterstützt werden.

Der Kurs brach kurz darauf ein und fiel auf 500 Dollar (Grafik 1)

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Die nächste Aktion ließ nicht lange auf sich warten. Anfang 2014 wurde es untersagt, von normalen Bankkonten Geld zu Handelsplattformen zu transferieren. Das ist so, als würde der Broker eines Anlegers sagen: du kannst bei mir noch handeln, aber kein Geld mehr von deinem Bankkonto einzahlenn.

Mit der Zeit fanden Anleger einen Umweg. Geld konnte über Gutscheine eingezahlt werden. Anleger kauften solche Gutscheine und konnten den Geldbetrag über einen Code auf ihre Depots gutschreiben lassen. Bis es soweit war, dauerte es eine Weile. Bis dahin gab der Beschluss Bitcoins erst einmal den Rest.


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Es folgte ein Bärenmarkt bis 2015. In dieser Zeit, sogar bis Anfang 2017, wurde es von Seiten der Behörden still. Dann begann der nächste Boom der Kryptowährung. Anfang 2017 wurde reagiert. Das Geld der Anleger wurde eingefroren. Nun konnte man nicht mehr nur kein Geld einzahlen, sondern auch keines mehr auszahlen.

Grund für diese Einschränkung war die Angst der Behörden, dass Bitcoin für Kapitalflucht genutzt werden. Bis Ende 2016 stand der Yuan unter Abwertungsdruck, weil viele ihr Geld ins Ausland schafften. Herkömmliche Wege wie eine Überweisung von einem chinesischen auf ein ausländisches Konto wurden bereits früher eingeschränkt. Anfang 2017 sollte dann auch der Umweg über Bitcoin geschlossen werden.

Die Spekulationswut nahm rapide ab. Das zeigt der Anteil Chinas am globalen Handelsvolumen (Grafik 2). Von über 90 % ging der Anteil auf zuletzt 20 % zurück. Bitcoin wertete nach dem Beschluss Anfang des Jahres trotzdem weiter auf.

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Als Anleger zum Monatswechsel Mai/Juni wieder auf ihre Gelder zugreifen konnten, gab es eine kurze Verkaufswelle. Danach wurde gleich wieder gekauft. Anfang September kam dann der nächste Paukenschlag. ICOs (Inition Coin Offerings) wurden verboten. Unternehmen, die sich über die Ausgabe einer Währung Kapital beschaffen wollten, können das nun nicht mehr. Das versetzte dem Kurs einen herben Schlag.

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BTC/USD

Nun kommt schon der nächste. In den nächsten Monaten müssen die Handelsplattformen schließen. Damit dürfte den meisten Anlegern der Zugang zum Bitcoin Markt endgültig verschlossen werden. Direkter Handel zwischen Personen über eine Wallet (digitale Geldbörse) ist nach wie vor erlaubt. Vermutlich ist es aber nur eine Frage der Zeit, bis auch das untersagt wird.

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Obwohl China einmal 90 % des Handels mit Bitcoins ausmachte, konnten Bitcoin auch ohne China weiter steigen. China wurde durch die USA ersetzt. Die Spekulationswut ist dort im vollen Gange. Zuletzt begeisterte sich Paris Hilton für ein ICO. Es ist, wenn vielleicht auch noch nicht in Europa, so doch in den USA, mindestens so schlimm wie 1999 bei den Technologiewerten.

Ich halte es für wahrscheinlicher, dass der Bitcoin Preis sich eher halbiert, bevor er sich verdoppelt. Mittelfristig muss man nun ohnehin erst einmal beobachten, ob Aufsichtsbehörden in anderen Ländern die Bitcoin Euphorie ebenfalls über Regulierung einschränken. Dann ist die Party sowieso auf unbestimmte Zeit vorbei.