• Bitcoin BTC/USD - Kürzel: BTC - ISIN:
    Kursstand: 2.232,0000 $ (GDAX) - Zum Zeitpunkt der Artikel-Veröffentlichung
  • Bitcoin BTC/USD - Kurs: 2.232,0000 $ (GDAX)
  • Nach einer Verdreifachung innerhalb von nur zwei Monaten ist der Wert der Digitalwährung Bitcoin Ende der vergangenen Woche um mehr als 30 Prozent eingebrochen.
  • Bitcoin befindet sich in einer spekulativen Übertreibung und die jüngste Korrektur könnte sich zeitlich noch ausdehnen.
  • Trotzdem ist es unwahrscheinlich, dass der jüngste Crash den Höhenflug endgültig beendet.

Um mehr als 30 Prozent ist der Wert der Kryptowährung Bitcoin am Ende der vergangenen Woche zeitweise eingebrochen. Zuvor hatte sich die Digitalwährung innerhalb von gerade einmal zwei Monaten mehr als verdreifacht.

Die extreme Wertentwicklung zeigt alle Anzeichen einer spekulativen Übertreibung. Der starke Anstieg war in erster Linie von einer irrationalen Euphorie getrieben. Da Bitcoins bisher kaum im realen Zahlungsverkehr eingesetzt werden, ist die Währung besonders anfällig für spekulative Übertreibungen. Bitcoin-Kritiker sehen im starken Wertanstieg der vergangenen Jahre nichts anderes als eine Spekulationsblase.

Keine Frage: Die starken Wertschwankungen bei Bitcoin zeigen, dass es sich bei der Digitalwährung bisher vor allem um eines handelt, nämlich um ein Spekulationsobjekt ohne intrinsischen Wert. Wer Bitcoins oder eine der anderen Digitalwährungen erwirbt, sollte sich dieser Tatsache unbedingt bewusst sein.

Es gibt noch weitere Gründe, die zur Vorsicht mahnen:

  • Da Bitcoin wegen seiner Anonymität immer wieder mit illegalen Machenschaften in Verbindung gebracht wird, ist die Gefahr einer stärkeren staatlichen Regulierung sehr real. Erste Stimmen fordern bereits ein komplettes Verbot von Bitcoin.
  • Bitcoin stößt bereits jetzt an seine technischen Grenzen, da die sogenannte Blockgröße willkürlich auf maximal ein Megabyte begrenzt wurde. Der sogenannte Bitcoin-Fork Bitcoin Unlimited verzichtet auf diese Beschränkung, ist in der Bitcoin-Community bisher aber umstritten.
  • Selbst wenn die "Bitcoin-Blase" jetzt nicht platzen sollte, könnte sich die jüngste Korrektur noch ausdehnen: In der Vergangenheit dauerten Preiskorrekturen bei der Digitalwährung oft mehrere Wochen, Monate oder gar Jahre, wie nach dem Platzen der ersten Bitcoin-Blase im Jahr 2013.

Gleichzeitig gibt es einige Argumente, die dafür sprechen, dass Bitcoin auch in den kommenden Monaten und Jahren eine positive Entwicklung nehmen könnte:

  • Immer mehr Menschen misstrauen staatlichen Fiat-Währungen. Das gilt ganz besonders für Länder wie Venezuela, wo die Misswirtschaft der Regierung das Vertrauen in die staatliche Währung tief erschüttert hat, aber auch für Länder wie Japan, wo die von der Notenbank verursachte Geldschwemme der letzten Jahre einen ähnlichen Effekt hatte.
  • Bitcoins können mehr und mehr auch im realen Zahlungsverkehr eingesetzt werden. Noch ist die Akzeptanz gerade in Ländern wie Deutschland sehr gering, doch weltweit ist eindeutig ein Aufwärtstrend erkennbar.
  • Bitcoin ist unabhängig vom Bankensystem. Tatsächlich werden Banken durch Zahlungsmittel, die auf der Blockchain basieren, zumindest bei der Abwicklung des Zahlungsverkehrs mehr oder weniger überflüssig.
  • Bitcoin hat sich zu einem essenziellen Zahlungsmittel für die globale Schattenwirtschaft entwickelt. Schließlich können per Bitcoin auch große Beträge unter Umgehung des Bankensystems rund um den Globus verschoben werden. Immer strengere Geldwäsche-Vorschriften und Kapitalverkehrskontrollen führen fast automatisch zu einer zunehmenden Verlagerung von fragwürdigen Zahlungsströmen in die Blockchain. Dies schadet zwar dem Ruf von Bitcoin, führt gleichzeitig aber zu einer unabhängig vom Preisniveau hoch bleibenden Nachfrage nach dem Zahlungsmittel.

Fazit: Auch wenn der Einbruch um 30 Prozent innerhalb weniger Tage das Vertrauen in die Digitalwährung Bitcoin kaum befeuern dürfte, ist es unwahrscheinlich, dass der Höhenflug der vergangenen Jahre damit bereits beendet ist. Eine längere Korrektur kann aber nicht ausgeschlossen werden, auch weil größere Korrekturen in der Vergangenheit deutlich länger dauerten.