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Über weite Strecken läuft der Handel der großen Coins relativ synchron, das heißt sie steigen und fallen zusammen. Dabei variiert das Tempo der einzelnen Bewegungen, bei einzelnen Coins sind die Kursausschläge unterschiedlich stark. Doch nur selten kommt es vor, dass die ein oder andere Kryptowährung über einen längeren Zeitraum sich in der Performance deutlich von den anderen abhebt.

Genau das ist jetzt zu beobachten. Seit den Verlaufstiefs und bei vielen Coins Jahrestiefs von Ende Juni sehen wir bei allen Coins Erholungen, welche bei den meisten eher moderat Verlauf. Nur der Platzhirsch Bitcoin und besonders der Stellar zeigen rallyartige Kursanstiege und heben sich performancetechnisch deutlich von den anderen Coins ab. Anbei der Vergleichschart mit dem Verlauf einiger der größten Coins seit Ende Juni:

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Krypto Vergleich

Im Chart ist schön ersichtlich, dass viele der Coins noch unter oder an den Zwischenhochs von Anfang Juli notieren. Nur Bitcoin, Bitcoin Cash und Stellar notieren deutlich oberhalb der Zwischenhochs. Damit hat sich die charttechnische Situation besonders bei diesen dreien deutlich verbessert. Werfen wir jetzt einen Blick auf die Chartbilder einiger der größten Kryptowährungen (sortiert nach Marktkapitalisierung):

Bitcoin

Die Vollendung der bullischen inversen SKS als Umkehrformation am 17. Juli brachte das erste Kaufsignal, das zweite folgte dann am 24. Juli mit dem Anstieg über den Kreuzwiderstand aus flach ansteigender Aufwärtstrendlinie als Dreiecksunterkante sowie horizontaler Widerstandsbereich, EMA200 und Dreiecksoberkante. Mit diesem "Gewaltakt" wurden die Bären ausgebremst, es könnte der Auftakt zu einer mittel- oder langfristigen Rallybewegung sein.

In Kürze könnte es zu Rücksetzern7.650 - 7.930 USD oder auch etwas tiefer kommen, anschließend sollte eine weitere Aufwärtswelle bis 10.000 und 11.788 USD folgen. Rutscht der Bitcoin unter 7.200 zurück, liegt bei 6.800 - 6.900 USD die alte Auffangzone. Erst unterhalb von 6.750 entstehen per Tagesschluss wieder bärische Verlaufsszenarien.

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BTC/USD Bitcoin Chartanalyse

Ethereum

Bei Ether hat sich aus charttechnischer Sicht nichts getan, nach wie vor bewegt er sich innerhalb der bärischen Flagge. Er notiert im Gegensatz zum Bitcoin unterhalb sämtlicher wichtiger Chartmarken und damit weiter auf Bärenterrain. Bei 545 - 550 und 564 - 570 USD liegen die entscheidenden Hürden. Erst deren Bruch erzeugt Kaufsignale.

Unterhalb von 440 USD hingegen drohen wieder fallende Notierungen bis 350 - 365 USD.

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Ethereum ETH/USD Chartanalyse

Ripple

Sehr schwach zeigte sich zuletzt XRP, welcher bis an die Jahrestiefs zurückfiel und sich dort nun schwerfällig stabilisiert. Weiterhin bestehen Chancen auf eine Bodenbildung, für erste Kaufsignale muss aber die zentrale Hürde bei 0,55 - 0,57 USD überwunden werden. Erst dann eröffnet sich Erholungspotenzial bis 0,70 - 0,72 USD. Oberhalb von 0,78 liegen bei 0,96 und 1,20 USD weitere Aufwärtsziele.

Rutscht der Coin hingegen unter 0,42 USD per Tagesschluss, entstehen Verkaufsignale. Abgaben bis 0,28 - 0,32 USD könnten dann folgen.

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Ripple XRP/USD Chart Analyse

Bitcoin Cash

Bitcoin Cash drückt von unten an den EMA50 sowie die Nackenlinie einer potenziellen inversen SKS Bodenformation. Geht es per Tagesschluss über 891 USD, kann eine Rally bis 1.020 oder 1.100 - 1.120 bzw. 1.210 - 1.240 USD folgen. Oberhalb von 1.240 entstehen weitere Kaufsignale.

Unterhalb von 670 und 648 USD entgegen steigt die Gefahr eines weiteren Kursrutsches in Richtung 510 - 520 USD.

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Bitcoin Cash BCC/USD

EOS

EOS drückt erneut von unten an seinen zentralen Widerstandsbereich bei 9,40 - 10,12 USD. Erst bei einer nachhaltigen Rückkehr über 10,20 USD entstehen frische Kaufsignale, dann wird Rallypotenzial bis 13,00 und 15,50 - 16,00 bzw. 23,00 USD freigesetzt.

Bei einem Abrutschen unter 7,60 USD per Tagesschluss hingegen sind Abgaben bis 5,40 - 5,48 oder 3,90 USD möglich

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EOS EOS/USD

Stellar

Die Erholung Mitte Juli verlief bei Stellar besonders steil und dynamisch. Nach der Korrektur wären weiter steigende in Richtung 0,45 - 0,48 USD und später mehr möglich.

Korrekturen finden bei 0,28 oder um 0,25 USD herum Unterstützung. Tiefer als 0,21 sollte es aber nicht gehen, da sonst fallende Kurse bis 0,15 - 0,16 eingeleitet werden können.

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Stellar XLM/USD

Litecoin

Der Litecoin erholt sich deutlich bis an den Widerstandsbereich aus EMA50, potenzieller Flaggenoberkante und Horizontalwiderstand bei 95 - 102 USD. Erst mit einem Anstieg über 103 USD per Tagesschluss entstehen neue Kaufsignale mit Zielen bei 125 - 132 und darüber hinaus ggf. 182 USD.

Im bärischsten Falle dreht der Coin jetzt wieder stark nach unten rutscht bis 67 - 70 oder 56 USD ab.

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Litecoin LTC/USD

Monero

Unverändert auch die Situation bei Monero: Erneuter bärischer Rücklauf an das alte Ausbruchslevel bei 146 - 153 USD, erst mit einer Rückkehr darüber hellt sich das mittelfristig angeschlagene Chartbild leicht auf. Bei 177 - 183 USD liegt dann die nächste Hürde. Deren Bruch bringt größere Kaufsignale mit Zielen bei 300 und ggf. 384 USD.

Übernehmen jetzt allerdings die Bären wieder und drücken den Coin unter 112 und 101 USD, drohen Abgaben bis ca. 81 USD.

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Monero XMR/USD Chartanalyse

Fazit:

Der Leithammel Bitcoin generiert ein starkes Kaufsignal - und die anderen Coins machen nicht mit. Wir sehen hier eine abgekoppelte Bewegung, wie sie eher selten zu beobachten ist. Nun stellt sich die Frage: Ist der starke Bitcoin ein Vorläufer, dem die anderen Coins folgen werden? Oder sehen wir nur ein Strohfeuer, welches schnell wieder verpufft, weil die anderen Coins an ihren Widerstandsbereichen scheitern und den Bärenmarkt fortsetzen?

Die Situation bleibt am Kryptowährungsmarkt gespalten und tendenziell weiter kritisch, auch wenn sich das Chartbild beim Bitcoin deutlich aufgehellt hat. Prozyklische Signale mit dem Bruch der erneut erreichten Widerstandszonen müssten bei den anderen Coins abgewartet werden, um auch hier von einer erfolgreichen Trendwende nach oben hin zu sprechen.

Auf die Gefahren sollte nochmals ausdrücklich hingewiesen werden: Kryptowährungen bleiben hochriskante Spekulationen, ein striktes Moneymanagement ist beim Handel unerlässlich!