In einer Woche, in der mit volatilen und unberechenbaren Bewegungen am Markt zurechnen ist, fällt die Suche nach interessanten Setups schwer. Insbesondere wenn diese relativ unabhängig vom Gesamtmarkt sein sollen. Auf der Suche nach geeigneten Werten war die Auswahl tatsächlich mehr als mager, da sich die Earnings Season auch dem Ende zuneigt. Bei der Aktie von Children's Place bin ich aber fündig geworden - zumindest halbwegs!

Der Grundgedanke, auf dem das nachfolgende Setup basiert, ist die Annahme eines Crashs der impliziten Volatilität (IV) nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen am morgigen Mittwoch (vorbörslich). Um zu erklären was damit gemeint ist, soll sich beispielhaft das Setup anhand der letzten Zahlen am 21.08. angeschaut werden:

Am 20.08. wies die am 23.08. fällige Option eine IV von 154,76 % auf. Es wurde damit ein implied Move von 9,30 USD eingepreist. Am 21.08. kamen die Zahlen vorbörslich. Die Aktie erreichte im Peak ein Minus von 9,72 % oder -7,59 USD und machte sich anschließend auf zum Gap Close. Der Net Change lag somit lediglich bei -2,45 % oder -1,91 USD. Die IV crashte von 154,76 % auf 59,64 %. Der implied Move hielt also Stand und die Option verfiel am 23.08. wertlos. Der Optionsverkäufer konnte also die gesamte Prämie vereinnahmen.


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Das beschriebene Szenario lässt sich aktuell erneut vorfinden, auch wenn der implied Move dieses Mal etwas kleiner ist. Die Option mit Fälligkeit 13.12. (Restlaufzeit 3 Tage) weist aktuell eine IV von ca. 135 % auf. Tendenz steigend! Damit liegt der implied Move bei ca. 8 USD. Die Market Maker gehen also davon aus, dass sich die Aktie mit einer Wahrscheinlichkeit von 68 % nicht stärker als ca. +-8 USD bewegt. Das kann sich bis Handelsschluss noch ändern, tendenziell also eher größer werden.

Auf Basis der länger laufenden Optionen kann man die Aussage treffen, dass sich die IV der am 23.08. fälligen Option nach den morgigen Zahlen auf ca. 60 % reduzieren wird, die IV sich also mehr als halbiert. Genau auf diesen Vola-Crash könnte man nun setzen, wenn man die Seite des Optionverkäufers einnimmt. Dazu könnte man Optionen verkaufen, die diesen implied Move aushalten. Konkret bedeutet das also man verkauft einen Strangle, daraus ergibt sich ein sog. Short Strangle. Infrage kommen dabei alle Calls, die einen Strike >= 78 USD und alle Puts die einen Strike <= 62 USD besitzen bei einem aktuell Kurs des Underlying von ca. 70 USD.

Warum ich anfangs gesagt habe, dass mir das Setup nur zum Teil gefällt, dürfte nun deutlich geworden sein. Die Ausgangslage ist zwar gut und die Wahrscheinlichkeit ist auf Seiten der Optonsverkäufer. Da es sich um einen Short Strangle handelt, wäre der Verlust aber theoretisch unbegrenzt, wenn das Setup nicht aufgeht, sprich sich die Aktie deutlich stärker bewegt als erwartet. Dessen sollte man sich unbedingt bewusst sein, bevor man blind den Trade absetzt.

Aus diesem Grund wollte ich eigentlich einen Iron Condor verkaufen, leider passt das Leg zur Oberseite aber nicht von der Prämienseite. Bei dieser Strategie wäre der Verlust von vornherein begrenzt. Es muss also jeder selbst entscheiden ob er das Risiko eingehen möchte oder nicht. So ein Setup ist sicherlich nur für erfahrene Trader geeignet.

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Children's Place