Die Kursentwicklung der Kryptowährungen in 2018 ist mehr als ernüchternd, um nicht zu sagen enttäuschend. Der Leithammel Bitcoin kommt seit dem kleinen Crash Anfang Februar nicht mehr richtig auf die Beine, beide deutlichen Kurserholungen wurden wieder weit abverkauft, Bitcoin notiert wieder unweit seiner Jahrestiefs. Doch werfen wir zunächst einen Blick auf die Performance ausgewählter, großer Coins seit dem 17. Dezember 2017 - dem Tag des Allzeithochs im Bitcoin:

Krypto Vergleich
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Auffällig ist in dieser Betrachtung, dass der Bitcoin gemeinsam mit dem Litecoin und dem NEM eine massive Underperformance gegenüber den anderen Kryptowährungen aufweist. Das liegt zum einen daran, dass viele Coins erst später, Ende Dezember oder Anfang Januar, ihre Rallyhochs markierten und zum anderen daran, dass die Erholung im April bei den anderen Coins deutlich stärker ausfiel. Man kann also bereits von einer ersten größeren Rotation im vergangenen halben Jahr sprechen, die Kryptoanleger scheinen erste Umschichtungen in andere Coins vorzunehmen.

Im oberen Vergleichschart fällt zudem auf, dass seit Mitte Dezember lediglich zwei Coins eine positive Performance aufweisen, und zwar EOS und Stellar. Anfang des Jahres notierte EOS noch nicht in den Top 10 der größten Kryptowährungen, jetzt belegt EOS Platz 5 der meistkapitalisierten Kryptowährungen. Ein beachtlicher Aufstieg.

Anbei der charttechnische Blick auf die der Top 3 sowie die Outperformer EOS und Stellar:

Bitcoin

Im Tief Ende Mai hat der Bitcoin die flach ansteigende Aufwärtstrendlinie bestätigt, womit sich die Handelsspanne seit dem Crash im Februar zu einem Dreieck verengt. Im bullischen Fall klettert der Bitcoin jetzt wieder über den EMA50 (blau) und dann zur Dreiecksoberkante bei rund 9.000 USD. Erst ein Ausbruch über diese Trendlinie würde weiteres Rallypotenzial bis 11.788 und ggf. 14.000 USD eröffnen. Mit einem nachhaltigen Rückfall unter 7.000 USD hingegen droht ein weiterer Kursrutsch bis 5.400 oder tiefer.

BTC/USD Bitcoin Chartanalyse

Ethereum

Deutlich weniger abwärts ging es zuletzt beim Ether, er korrigierte knapp 61,8 % der Aprilrally und zieht jetzt wieder and en EMA50 heran. Oberhalb von 640 wäre Platz bis 720 - 730 und darüber hinaus 820 - 830 und 980 - 1.000 USD. Kommt es jedoch zu einem nachhaltigen Abrutschen unter 490 USD, kann ein weiterer Abverkauf bis 420 - 435 USD folgen.

Ethereum ETH/USD

Ripple

Auch XRP erholte sich zuletzt bis an den EMA50, der jetzt die kurzfristige Hürde darstellt. Oberhalb davon kann ein Anstieg bis 0,76 oder 0,82 USD erfolgen. Größere Kaufsignale entstehen erst oberhalb von 0,83 USD. Dann wäre eine bullische inverse SKS als langfristige Umkehrformation vollendet. Bullische Verlaufsvarianten mit Kursgewinnen bis 1,20 - 1,23 und später zum Hoch bei 3,28 USD kommen dann wieder ins Gespräch. Unterhalb von 0,54 USD wären hingegen Abgaben bis 0,42 - 0,44 USD möglich.

Ripple XRP/USD Chart Analyse

EOS

Die massive Aprilrally ließ EOS auf neue Allzeithochs klettern, die anschließende Korrektur fiel vergleichsweise gering aus. Jetzt stockt die Kurserholung am Widerstandsbereich bei 15,75 USD, dessen nachhaltiges Überwinden Kursgewinne bis 25,00 und später 50,00 - 55,00 USD zulassen würde. Tiefer als 12,00 USD sollte EOS möglichst nicht mehr nachhaltig fallen, um erneute Abgaben bis 9,60 - 10,20 USD zu verhindern. Erst unterhalb von 9,50 entstehen hier größere Verkaufsignale.

EOS EOS/USD

Stellar

Die Aprilrally endete am Widerstandsbereich bei 0,47 - 0,48 USD, von wo aus Stellar in einem Keil abwärts korrigierte. Nach dem Ausbruch aus dem Keil nach oben deckelt jetzt der EMA50 den Kurs. Oberhalb von 0,3150 wäre Platz bis 0,37 - 0,38 und dann 0,47 - 0,48 USD. Ein Ausbruch über 0,48 würde auch hier eine bullische inverse SKS Bodenformation aktivieren und eine Rally zum Hoch bei 0,92 möglich machen. Rutscht der Coin nachhaltig unter 0,23, kann eine Abwärtsbewegung bis 0,15 - 0,17 USD starten.

Stellar XLM/USD

Fazit:

Die meisten Chartbilder sehen sehr verhalten aus, es besteht wenig Grund zur Euphorie. Die oben eingezeichneten bullischen Verlaufsvarianten sind mit Vorsicht zu genießen und an Bedingungen geknüpft. Prinzipiell könnten sich auf aktuellem Niveau wieder kleine Longchancen ergeben, allerdings sind enge Absicherungen notwendig. Zudem sollte tendenziell auf die starken Währungen bei konstruktiven Chartsetups gesetzt werden, möglicherweise setzt sich die Umschichtung von den schwachen Coins wie Bitcoin oder Litecoin in stärkere und vielleicht technisch bessere Coins weiter fort. Weiter fallende Notierungen sollten niemanden überraschen, mittlerweile kann man zumindest beim Platzhirsch Bitcoin von einem intakten Abwärtstrend seit Dezember sprechen, der sich problemlos noch viele Monate hinziehen kann.

Auf die Gefahren sollte nochmals ausdrücklich hingewiesen werden: Die Coins befinden sich in intakten Abwärtstrends, ein striktes Moneymanagement ist beim Handel unerlässlich - Kryptowährungen bleiben hochriskante Spekulationen!