Neben dem Konzertveranstalter DEAG trifft es im Zuge der Veranstaltungsverbote in Deutschland und auch in anderen europäischen Ländern den Online-Ticketanbieter CTS Eventim ebenfalls hart. Der europäische Marktführer im Ticketing berichtete heute über die Zahlen des abgelaufenen ersten Quartals. Darin enthalten sind bislang nur die für März angeordneten Konzertabsagen. Das zweite Quartal dürfte folglich noch schlechter ausfallen. Im Detail musste CTS Eventim einen Umsatzeinbruch in den ersten drei Monaten um 34,7 % auf 184,6 Mio. EUR hinnehmen. Das normalisierte EBITDA brach sogar um sage und schreibe 76,3 % gegenüber dem Vorjahr und damit auf nur mehr 13,5 Mio. EUR ein. Die EBITDA-Marge schrumpfte von 20,2 auf 7,3 % zusammen.

Für Kunden, die ein Ticket erworben haben, hat CTS Eventim zusammen mit der Politik eine sogenannte Gutschein-Lösung erarbeitet. Anstelle einer Erstattung des Kaufpreises sehen die Gutscheinlösungen im Kern vor, dass Ticketinhaber einer Eintrittskarte für eine Musik-, Kultur-, Konzert- oder Sport-Veranstaltung, die sie wegen der COVID-19-Pandemie nicht besuchen konnten bzw. den Nachholtermin nicht wahrnehmen können oder wollen, anstelle einer Erstattung des Eintrittspreises einen Gutschein erhalten. Dadurch werden die Liquiditätsreserven der Veranstalter geschont.

Für eine solide Prognose des Geschäftsverlaufs 2020 sieht sich das Management von CTS Eventim wenig überraschend derzeit nicht imstande. Da Großveranstaltungen in Deutschland beispielsweise Stand jetzt aber immer noch bis Ende August verboten sind, werden sich die Auswirkungen bei dem Unternehmen wohl bis weit in das dritte Quartal hinein zeigen. Die wichtige Sommersaison für Konzerte fällt damit größtenteils ins Wasser.

Aktie ist weiter angeschlagen

Aus charttechnischer Sicht befindet sich der Wert in einer intakten Abwärtsbewegung. Die erste Erholungssequenz ausgehend vom Märztief wurde in etwa zur Hälfte korrigiert. Möchte man den Investoren Hoffnung machen, könnte man die Formation seit April als Keil interpretieren, der noch einmal einen Anstieg in Richtung des Hochs bei 44,18 EUR ermöglichen würde. Allerdings wäre hierfür ein Ausbruch über die zuletzt mehrfach bestätigte Hürde in Form des EMA50 um 40 EUR vonnöten. Solange diese Barriere nicht genommen wird, zeigt der Weg des geringeren Widerstands abwärts. Unter 34,80 EUR wäre zumindest ein Rückfall auf das Fibo-Ziel bei 32,66 EUR einzuplanen. Wiederum darunter drohen Abgaben bis auf 28,68 EUR.

Jahr 2019 2020e* 2021e*
Umsatz in Mrd. EUR 1,44 0,88 1,32
Ergebnis je Aktie in EUR 1,38 0,86 1,04
Gewinnwachstum -37,68 % 20,93 %
KGV 27 43 36
KUV 2,5 4,1 2,7
PEG neg. 1,7
Dividende je Aktie in EUR 0,69 0,24 0,68
Dividendenrendite 1,85 % 0,64 % 1,82 %
*e = erwartet
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