In Zukunft werden die "bedeutenden" Kriege nicht mehr auf dem Schlachtfeld stattfinden. Es wird keine Generäle mehr geben, die in großer strategischer Art und Weise ihre Truppen in verschiedenen Regionen der Welt hin und her schieben. Viel mehr werden diese Generäle eine Armee von IT-Spezialisten befehligen gezielte Angriffe durchzuführen. Das Thema Cybersecurity rückt somit mehr und mehr in den Mittelpunkt der nationalen Verteidigungsministerien. Länder wie China, USA, Israel und Russland haben das schon lange erkannt.

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Ich möchte nun nicht darauf eingehen warum Cyberangriffe in Zukunft zunehmen werden, das sollte mit fortschreitender Globalisierung und Digitalisierung klar sein, sondern einen Wert betrachten, der wahrscheinlich in keinem Cybersecurity-Portfolio fehlen darf. Das israelische Unternehmen CyberArk hat sich auf "privileged access security" spezialisiert und ist in diesem Bereich laut Unternehmensangaben Marktführer. Der eigentliche Hauptsitz ist in Israel, durch mehrere Unternehmenskäufe in Massachusetts liegt dort ein zweiter US-Hauptsitz.


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Was ist unter "privileged access security" zu verstehen und warum ist der Schutz so wichtig?

Privileged access, zu deutsch privilegierter Zugriff, existiert in vielen Formen in der gesamten Unternehmensumgebung z.B. lokale Verwaltungskonten, Domänenadministrationskonten, Servicekonten usw. Diese privilegierten Konten und Anmeldeinformationen ermöglichen es Unternehmen die Infrastruktur und Anwendungen zu sichern, Geschäfte effizient zu führen und die Vertraulichkeit sensibler Daten zu wahren.

Somit dürfte auch klar sein warum die privileged access security eine so wichtige Rolle spielt. Gelangen Hacker in Kontrolle über diese privilegierten Zugriffe und Konten, dann kann das für Unternehmen wirtschaftlich katastrophale Folgen haben. Laut dem Marktforschungsunternehmen Forrester, sollen rund 80 % aller Sicherheitsverletzungen auf privilegierten Anmeldeinformationen basieren und es dauert im Schnitt 99 Tage bis zur Entdeckung dieser Sicherheitslücke. Viel Zeit um Schaden anzurichten.

Wie schaut es fundamental aus?

Der vollständige Finanzbericht für das abgeschlossene Geschäftsjahr 2018 kann unter folgendem Link entnommen werden: https://bit.ly/2BC6IWv

Der Umsatz konnte 2018 um 31 % im Vergleich zum Vorjahr von 261,701 Mio. auf 343,199 Mio. USD gesteigert werden. Dabei machen die Lizenzverkäufe weiterhin 56 % des Umsatzes aus, während die Wartungs- und Betriebsdienstleistungen den restlichen Anteil liefern. Gleichzeitig stiegen die Kosten für den Mehrumsatz von 41,848 Mio. auf 48,461 Mio. USD. Relativ betrachtet verringerten sich die Umsatzkosten damit von 15,9 % auf 14,1 %. Der Gross profit konnte somit um 34 % gesteigert werden.

Bei den operativen Kosten fallen insbesondere die Ausgaben für Marketing und Vertrieb ins Gewicht. Mit 148,290 Mio. USD ist dieser Posten der mit Abstand größte. Insgesamt lagen die operativen Kosten im Jahr 2018 bei 247,446 Mio. USD und damit 24 % höher als im Vorjahr. Dennoch ist das Verhältnis gegenüber dem Mehrumsatz besser. Das Operating Income konnte dadurch um 132 % von 20,326 Mio. auf 47,292 Mio. USD gesteigert werden. Das Net Income konnte sogar von 16,015 Mio. auf 47,072 Mio. USD gesteigert werden (Im Vergleich: 2016 zu 2017 wurde hier noch ein Minus von 43 % verbucht. Damals ging das Net Income von 28,124 Mio. auf 16,015 Mio. USD zurück).

Die Sales and Marketing Aktivitäten zeigen somit Erfolge zu zeigen. Die Akquise von Neukunden scheint gut zu laufen. Anfang des Jahres wurden ca. 4.500 Kunden bedient, mittlerweile ist der Kundenstamm auf über 4.800 angewachsen. Hierzu zählen unter anderem Unternehmen aus der Finanzbranche, des Handels und der Energiebereitstellung. Laut Unternehmensangaben soll mehr als die Hälfte der Fortune 500 auf die Lösungen von CyberArk vertrauen. Insbesondere für die Umsätze aus Wartungs- und Betriebsdienstleistungen sollte die Neukundenakquise positive Effekte haben.

So schön diese Entwicklung ist, die guten Zahlen heben auch die Erwartungen der Marktteilnehmer. Bei einem Investment in diesen Wert sollte also einkalkuliert werden, dass bei nicht Erfüllung der hohen Erwartungen mit starken Kursrückgängen gerechnet werden muss. Bereits bei den letzten Zahlen im August kam es in der Folge zu deutlichen Abgaben. Zwar konnten die Erwartungen für Q2 übertroffen werden, beim Ausblick für Q3 und das Gesamtjahr wurde aber von den Marktteilnehmern mehr erwartet. Die nächsten Zahlen kommen am 06. November.

"Based on information available as of August 7, 2019, CyberArk is issuing guidance for the third quarter and increasing its guidance for the full year 2019 as indicated below.

Third Quarter 2019:

  • Total revenue between $102.0 million and $104.0 million, representing 20 % to 23 % year-over-year growth.
  • Non-GAAP operating income between $21.75 million and $23.25 million.
  • Non-GAAP net income per share between of $0.45 and $0.48 per diluted share.
  • Assumes 39.4 million weighted average diluted shares.

Full Year 2019:

  • Total revenue between $419.0 million and $423.0 million, representing 22 % to 23 % year-over-year growth.
  • Non-GAAP operating income between $106.0 million and $109.0 million.
  • Non-GAAP net income per share between $2.24 and $2.30 per diluted share.
  • Assumes 39.1 million weighted average diluted shares."

Charttechnik

Grundsätzlich sollte die Aktie von CyberArk aber nicht im Cybersecurity-Portfolio fehlen, auch wenn der Aktienchart aktuell angeschlagen ausschaut. Der Kurs notierte bis Freitag auf der Aufwärtstrendlinie aus dem Jahr 2018. Zum Wochenschluss kam es allerdings zu Abgaben, die die Aktie auf den Support um 97 USD zurückführten. Dieser Preisbereich kann durchaus als kritisch angesehen werden. Ein Rutsch darunter würde den Wert in Richtung 90 USD führen. Darunter geht es auf 80 USD. Spätestens hier würden sich aber langfristige Käufe anbieten. Das Kerngeschäft des Unternehmens dürfte auch in Zukunft weiter wachsen, auch wenn die extrem hohen Erwartungen in den nächsten Quartalen nicht erfüllt werden sollten.

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CyberArk-Aktienanalyse