Im Privatanlegersegment wird oft der Begriff strukturierte Wertpapiere als Synonym für Derivate benutzt. Dabei stellen diese Finanzprodukte lediglich ein Teilsegment des kompletten Derivatemarkts dar. Grundsätzlich beziehen sich die strukturierten Wertpapiere auf einen zugrunde liegenden Basiswert, besitzen eine derivative Komponente und werden von einer emittierenden Bank ausgegeben.

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Die Produktgattung lässt sich weiter in die Untergruppen Anlageprodukte und Hebelprodukte einteilen. Zur ersten Gruppe zählen unter anderem Discount-, Bonus- und Partizipationszertifikate. Zwar besitzt sie jeweils spezifische Eigenschaften, die Wertentwicklung des zugrunde liegenden Basiswertes wird aber im Verhältnis 1:1 auf das jeweilige Finanzprodukt übertragen. Hebelprodukte partizipieren hingegen mit einer Hebelwirkung an den Bewegungen des Basiswertes, weshalb sie gegenüber Anlageprodukten einen spekulativeren Charakter haben. Allerdings kann mit einem wesentlich geringeren Kapitaleinsatz am Markt agiert werden. Zu der Gruppe der Hebelprodukten gehören unter anderem Optionsscheine und Knock-out-Produkte.

Generell liegt den strukturierten Wertpapieren die Funktionsweise der klassischen Derivate zugrunde, die an Terminmärkten gehandelt werden. Bei diesen Finanzprodukten handelt es sich um Optionen und Futures bzw. Forwards. Sie bilden die beiden Hauptgruppen der Derivate und dienen als Basis für die strukturierten Wertpapiere. Aus diesem Grund ist ein Verständnis dieser Derivate von essenzieller Bedeutung.


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Viele Privatpersonen sind der Ansicht, dass Derivate ausschließlich von Spekulanten als Spielball genutzt werden, um möglichst schnell hohe Gewinne zu realisieren. Dabei stellen gerade diese Spekulanten einen zentralen Marktakteur dar. Dafür muss man die Funktionsweise der verschiedenen Märkte und Akteure verstehen. In Kurzfassung: Der Transfer von Finanzmitteln zwischen Wirtschaftseinheiten stellt den Kern des Finanzmarkts dar. Im Gegensatz dazu besteht die grundlegende Intention der Derivate im Transfer von Risiken zwischen diesen Wirtschaftseinheiten.

Wenn also ein Teil der Marktteilnehmer Risiken weitergibt (die sog. Hedger), dann muss es zwangsläufig eine Gruppe von Marktteilnehmern geben, die diese Risiken bewusst trägt. Diese Gruppe der Marktakteure, die die Risiken der Hedger bewusst und aktiv übernimmt, nennt man Spekulanten. Um diese Risiken zu transferieren werden sie in standardisierte Derivate wie Optionen und Futures festgehalten. Anhand eines bekannten Beispiels soll verdeutlicht werden, was damit gemeint ist:

Angenommen ein Landwirt (Hedger) geht im kommenden Jahr von einem Rückgang des Getreidepreises aus. Er beschließt daher einen Teil der geplanten Getreideernte des nächsten Jahres zu einem bereits heute vereinbarten Preis zu verkaufen, um sich gegen den möglichen Preisrückgang abzusichern. Man spricht hier auch vom sog. Hedging. Dafür wickelt der Landwirt ein Termingeschäft ab (mit einem Spekulanten, der das Preisrisiko übernimmt).

Es steht also nicht die Finanzierungsfrage im Vordergrund, sondern der angesprochene Transfer von Risiken, der mittels geeigneter Derivate umgesetzt wird. Der Landwirt aus dem Beispiel sichert sich folglich im weiteren Sinne gegen das Marktpreisrisiko und im engeren Sinne gegen das Rohstoffpreisrisiko ab. Sie sehen also, dass der Landwirt ohne den ach so bösen Spekulanten überhaupt keine Chance hätte sich gegen einen Preisverfall abzusichern und diesem schutzlos ausgeliefert wäre.

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