• DAX - Kürzel: DAX - ISIN: DE0008469008
    Börse: XETRA / Kursstand: 11.712,50 Pkt

Die Berichterstattung um den DAX war in den letzten Tagen bärisch geprägt. Dies ist auch kein Wunder, wenn man sich die Kursverluste der letzten Tage ansieht. Aber ist das auch begründet oder wird hier übertrieben?

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Der DAX hat eine lange Rally hinter sich. Aber seit über einem Jahr kommt er trotz neuer Allzeithochs aus dem November 2017 und Januar 2018 im Bereich um 13.525 Punkte nicht mehr voran. Die Kursverluste der letzten Tage haben den DAX gestern auf ein neues Jahrestief und damit auch auf den tiefsten Stand seit Februar 2017 geführt. Vorbörslich wurde der DAX heute von Lang & Schwarz bereits bei 11.474 Punkten getaxt. Diese Taxe liegt etwas über 100 Punkte unter der Nackenlinie einer größeren SKS-Topformation, die sich seit über einem Jahr abzeichnet. Allerdings ist die knapp darunter liegende Unterstützung bei 11.430 Punkten intakt.

Das entscheidende ist nun aber, dass die Bewegung seit Sommer letzten Jahres exakt einer Wolfe Wave Kaufformation entspricht. Nachfolgend kurz die Regeln für eine solche Formation:

  1. Nach einem ersten Hoch muss ein kleines Korrekturtief ausgebildet werden (Punkt 1)
  2. Nach dieser Korrektur muss ein neues Rallyhoch erreicht werden (Punkt 2)
  3. Anschließend kommt es zu einer scharfen Korrektur, die den Basiswert unter den Punkt 1 führt (Punkt 3)
  4. Ausgehend von diesem Tief kommt es noch einmal zu einer Rally, die den Basiswert auf jeden Fall über den Punkt 1 führen muss
  5. Ausgehend vom Punkt 1 werden nun 2 Linien in den Chart gezeichnet. Die erste Linie verbindet die Punkte 1 und 3. In der Verlängerung dieser Linie befindet sich ein potenzieller Kaufbereich (Punkt 5). Zudem werden die Punkte 1 und 4 über eine Linie miteinander verbunden. Diese Linie stellt die Zielzone dar.

Der DAX fiel mit dem jüngsten Kurssturz bis in die potenzielle Kaufzone.

Es gibt natürlich gewichtige Gründe, die gegen ein Rally sprechen. Die Weltwirtschaft kühlt ab. Steigende Zinsen bereiten Sorgen. Anleihen werden dadurch wieder zu einer Konkurrenz für Aktien. Italiens Haushaltspolitik fördert nicht gerade Vertrauen. Dazu haben wir den schwellenden Handelskrieg, die Brexitverhandlungen, die kaum Fortschritte machen usw. usw. Zudem steigen die Notenbanken immer mehr aus ihrer ultralockeren Zinspolitik der letzten Jahre aus. Aber dazu sei eines gesagt: Das Ende von QE in der Eurozone bedeutet noch lange nicht den Schwenk zu einer restriktiven Geldpolitik. Die Geldpolitik der EZB bleibt auch nach Ende von QE noch expansiv, nur halt nicht mehr so extrem.

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DAX-Chartanlyse (WolfeWave-Variante)

Wie könnte man taktisch vorgehen?

Wenn man sich dazu entscheidet, auf die Wolfe Wave zu setzen, dann könnte man folgendermaßen agieren:

Man könnte im DAX eine Longposition im Bereich um 11.500 Punkte eröffnen. Eine Absicherung böte sich etwa 1,5 % unter der Marke bei 11.430 Punkten an. Das ergäbe ein Stopp Loss bei 11258 Punkten. Damit würde man bei einer solchen Position ein Risiko von 242 Punkten eingehen. Die Wolfe-Wave könnte den DAX in den nächsten Wochen in Richtung 12.547 Punkte und auf Sicht von mehreren Monaten sogar in Richtung 14.500 bis 14.750 Punkte führen. Im Falle des ersten Ziels ergäbe sich damit eine Chance von 1047 Punkten. Sollte der DAX sogar in den Bereich um 14.500-14.750 Punkte vordringen, ergäbe sich die Chance auf 3.000 Punkte. Für die weitere Rechnung nehme ich nur das erste Ziel.

Wir haben also auf der einen Seite ein Risiko von 242 Punkten und auf der anderen Seite eine Chance von 1047 Punkten Das ergibt ein CRV von 4,32. Das hört sich schon einmal gut an.

Nun kommen wir zum Erwartungswert: An dieser Stelle muss man leider schätzen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass die Wolfe Wave voll durchschlägt. Eine statistische Auswertung dieser Formation liegt mir nicht vor. Ich schätze daher einmal eine Wahrscheinlichkeit von 25 %, dass der DAX das erste Ziel erreicht. Damit ergibt sich folgende Rechnung:

(0,25*1047)-(0,75*242)= 261,75-181,50 = 80,25.

Die Erwartung ist also, dass man bei vielen solcher Trades im Schnitt 80,25 Punkte verdient.

Die große Schwäche dieser Rechnung ist die Schätzung für die Eintrittswahrscheinlichkeit. Senkt man diese Schätzung auf 19 %, dann ist nach Kosten an einem solchen Trade bereits nichts mehr zu verdienen.

Kurz noch zum Alternativszenario: Sollte sich die SKS voll durchsetzen, dann ergäbe sich ein theoretisches Ziel bei minimal über 10.000 Punkten.

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