• DAX - Kürzel: DAX - ISIN: DE0008469008
    Börse: XETRA / Kursstand: 11.315,84 Pkt
  • SAP SE - Kürzel: SAP - ISIN: DE0007164600
    Börse: XETRA / Kursstand: 93,700 €
  • Siemens AG - Kürzel: SIE - ISIN: DE0007236101
    Börse: XETRA / Kursstand: 101,100 €
  • Allianz SE - Kürzel: ALV - ISIN: DE0008404005
    Börse: XETRA / Kursstand: 186,640 €
  • Daimler AG - Kürzel: DAI - ISIN: DE0007100000
    Börse: XETRA / Kursstand: 52,210 €

Mit dem Anstieg über 10.570 Punkte hat der DAX im mittelfristigen Bild eine wichtige Unterstützung zurückerobert und damit Anfang Januar den Grundstein für eine deutliche Aufwärtsbewegung gelegt. Das kurze Seitwärtsgeplänkel im Bereich von 11.000 Punkten wurde zuletzt auch nach oben hin aufgelöst und mit 11.216 Punkten ein neues Verlaufshoch gebildet. Aus der volatilen Korrektur der letzten Tage, die auch den erfolgreichen Pullback an das Zwischenhoch bei 10.994 Punkten beinhaltete, hat sich der DAX mit dem heutigen Kurssprung zunächst befreit. Unterstützung erhält er dabei von seinen Schwergewichten, die ebenfalls an Aufwärtsdynamik zulegen. Eines steht sogar vor einem weitreichenden Kaufsignal.

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Auf der Unterseite ist der seit gestern laufende Anstieg durch die Unterstützungen bei 11.148 Punkten (50 %- Fibonacci-Retracement [RT] der Rally von 8.669 bis 13.597 Punkten, schwarz) und 11.111 Punkten (38,2 %- RT des Kurseinbruchs seit 12.456 Punkten, blau) abgesichert. Tiefer sollte eine etwaige Korrektur bzw. ein Gapclose allerdings zunächst nicht führen. Denn damit wäre der heutige Anstieg weitgehend neutralisiert und die Wahrscheinlichkeit deutlich erhöht, dass der Wert seine Seitwärtskorrektur zwischen 10.994 und 10.330 Punkten fortsetzt. Bauen die Bullen den Anstieg jetzt dagegen mit einem Ausbruch über 11.330 Punkte aus, könnte es darüber bereits zu Zugewinnen bis 11.388 und 11.396 Punkte kommen. Oberhalb von 11.430 Punkten steht dann das erste große Ziel bei 11.566 Punkten auf der Agenda. Hier dürften die Bullen jedoch eine Pause einlegen und eine große Korrektur starten. Sollte in den nächsten Tagen noch mehr Dynamik in den Markt kommen, wäre sogar ein Ausbruch über die Marke und eine Kaufwelle bis 11.726 und 11.765 Punkte möglich. Unter 11.111 Punkten käme es dagegen zu einem weiteren Pullback an die 10.994 Punkte-Marke, ehe sich der Aufwärtstrend dort fortsetzen kann. Darunter würde der Anstieg der letzten Wochen einen ersten Dämpfer erhalten. Abgaben bis 10.822 Punkte wären in diesem Fall einzuplanen. Darunter könnten nur die starken Unterstützungen bei 10.653 und 10.570 Punkten die Reaktivierung des Abwärtstrends aufhalten.

DAX Chartanalyse (4-Stunden-Chart)

SAP – Mit Schwung nach Norden

Die Aktien von SAP brachen im Dezember aus einem Konsolidierungsdreieck nach unten aus und fielen an die Verlaufstiefs des letzten Jahres zurück. Kurz vor dem Erreichen der 82,88 EUR-Marke drehten die Bullen den Spieß jedoch um und sorgten mit dem Anstieg über 89,62 EUR für das erste Kaufsignal. Nach einer kurzen Korrektur steuerte der Wert auf das 38,2 %-RT der Abwärtsbewegung von 108,52 bis 83,95 EUR bei 93,33 EUR zu und konnte die Marke heute bereits zwischenzeitlich überwinden. Oberhalb von 90,08 EUR ist die Kaufwelle intakt. Korrekturen des heutigen Anstiegs sollten idealweise noch vor der 91,80 EUR-Marke enden, um dann mit dem nötigen Schwung den finalen Ausbruch über 93,33 EUR zu vollziehen. Das nächste Ziel läge dann bei 95,33 EUR. Wird der Startpunkt der letzten Verkaufswelle ebenfalls durchbrochen, könnte SAP in den nächsten Tagen sogar bis 98,72 - 99,13 EUR klettern.

Ein Bruch der 90,08 EUR-Marke hätte dagegen einen Test des 61,8 %-RT der Erholung bei 87,73 EUR zur Folge, ehe dort ein zweiter Anstieg einsetzen kann. Darunter wäre die Aufwärtsbewegung dagegen gestoppt und mittelfristig ein weiterer Abverkauf bis 83,95 und 82,88 EUR zu erwarten.

SAP Chartanalyse (Tageschart)

Siemens – Im Land der Barrieren

Nach dem Einbruch unter die Zielzone von 96,31 bis 96,79 EUR konnten die Aktien von Siemens bei 94,97 EUR einen kurzfristigen Doppelboden ausbilden und für eine Erholung nutzen. Diese ist bislang durch kurze steile Anstiege und ebenso deutliche Gegenbewegungen geprägt und hinterlässt damit einen fragilen Eindruck. Allerdings konnte der Wert zumindest über die zentrale Abwärtstrendlinie und den Widerstand bei 99,99 EUR ansteigen. Jetzt wartet jedoch mit dem 61,8 %-RT der Verkaufswelle von 104,70 bis 94,97 EUR bei 100,98 EUR und dem 23,6 %-RT des Abverkaufs seit 121,70 EUR sowie dem 38,2 %-RT der Abwärtsbewegung seit 112,12 EUR ein Widerstandsbollwerk auf die Bullen. Ein Ausbruch im ersten Versuch scheint eine schier unlösbare Aufgabe zu sein. Gelingt der Anstieg über diesen Bereich jedoch direkt bzw. nach einer Zwischenkorrektur bis 98,68 EUR, wäre ein entsprechend starkes Kaufsignal aktiv, dem ein Aufwärtsimpuls bis 104,70 und ggf. bis 106,40 EUR folgen dürfte.

Die Chance auf einen solchen Ausbruch wäre dagegen erst unterhalb von 97,80 EUR vergeben und ein Rücksetzer auf die Supportzone von 96,31 bis 96,79 EUR wahrscheinlich, ehe ein weiterer Anstieg folgen kann.

Siemens Chartanalyse (Tageschart)

Allianz – Gönnen sich die Bullen eine Pause?

Bei den Aktien der Allianz sorgte ein massiver Einbruch zum Jahresende für Sorgenfalten bei den Anlegern. Doch auf Höhe des Jahrestiefs bei 170,12 EUR stoppte der Abverkauf und ging nahtlos in einen dynamischen Anstieg über. Dieser führte bereits über die zuvor gebrochene mittelfristige Aufwärtstrendlinie und das 61,8 %-RT der Abwärtsbewegung seit 191,04 EUR bei 183,17 EUR. Damit wurde diese letzte Verkaufswelle neutralisiert und weiteres Aufwärtspotenzial generiert, das der Wert in den letzten Tagen abarbeitete. Aktuell erreichen die Anteile den Widerstand bei 187,04 EUR. Wird dieser geknackt, kann sich der Anstieg bis an den Kreuzwiderstand bei 190,44 bis 191,04 EUR ausdehnen, ehe dort eine mehrtägige Gegenbewegung folgen dürfte. Wird diese Korrektur oberhalb von 182,30 EUR beendet, könnte der nächste Anstieg bereits bis 194,66 EUR führen.

Derzeit würde erst ein Abverkauf unter 182,30 EUR für ein Erstarken der Bären und eine Korrektur bis 179,70 bzw. darunter bis 178,21 EUR sorgen. Von dort aus könnte die Erholung jedoch in den kommenden Wochen wieder Fahrt aufnehmen.

Allianz Chartanalyse (Tageschart)

Daimler – Abwärtstrendlinie wird attackiert

Bei den Anteilen von Daimler wurde der Abwärtstrend der letzten Monate vorerst gestoppt. Die Verteidigung des übergeordneten 76,4 %-RT der Rallyphase von 2011 bis 2015 bei 44,82 EUR brachte die Wende. Zuletzt wurde auch das Tief aus dem Jahr 2016 bei 50,83 EUR zurückerobert und heute bereits die übergeordnete Abwärtstrendlinie angegriffen. Die nächste Zielmarke der starken Erholung ist das Zwischenhoch bei 53,49 EUR, das zugleich einen massiven Widerstand darstellt. Entsprechend wäre dort mit einer Korrektur zu rechnen. Oberhalb dieser Barriere könnte die Aufwärtsbewegung sogar nochmals an Dynamik zulegen und den Wert bis an die 56,72 EUR-Marke antreiben.

Erste Anzeichen für eine Pause in der Aufwärtsbewegung würden ein Bruch der Unterstützungen im Bereich von 49,81 bis 50,18 EUR liefern. Doch schon vor der zentralen Supportmarke bei 47,43 EUR könnten die Aktien von Daimler wieder an die aktuelle Stärke anknüpfen und an das aktuelle Verlaufshoch steigen. Darunter hätten die Bären allerdings ein Verkaufssignal generiert, dem ein weiterer Einbruch bis 44,55 EUR folgen dürfte.

Daimler AG Chartanalyse (Tageschart)

Fazit: Was als "Nach-Weihnachtsrally" begann, konnte mit dem Jahreswechsel ausgebaut und verstetigt werden. Der DAX und seine wichtigsten Einzelwerte kratzen allesamt an wichtigen Hürden, deren Überwinden direkt für weiteres Aufwärtspotenzial sprechen würde. Zudem präsentieren sich alle Aufwärtstrends – abgesehen von Siemens – trotz ihres fortgeschrittenen Stadiums stabil und unverändert dynamisch.

Es könnte also durchaus passieren, dass der eine oder andere Investor oder Trader, der auf die Wiederaufnahme des Abwärtstrends der Vormonate spekuliert oder wenigstens auf eine Verbilligung der Kurse für einen besseren Einstieg hofft, sein blaues Wunder erleben dürfte. Aktuell spielt die Börse „Frühlingserwachen“ und die (Eis-) Bären ziehen sich zurück.