Anbei der direkte Vergleich der Kursverläufe von Dow Jones (grün) und DAX (schwarz). Wie unschwer zu erkennen ist, liegt eine hohe positive Korrelation vor. Die Indizes laufen übergeordnet im Gleichschritt, wenngleich der DAX hin und wieder auch einmal Eigenleben entwickeln kann.

    Wenn es um den Verlauf des DAX in 2013 geht, gilt es also immer auch die US Pendants im Blick zu behalten!

    Wie lange flutet die US Notenbank FED den Markt mit Liquidität, Stichwort "quantitative easing unlimited" ? Der Markt befürchtet zunehmend, dass die FED früher als geplant, den Fuß vom megagroßen Gaspedal nehmen könnte. Die Rally seit März 2009 ist liquiditätsgetrieben. Wenn man die Nachrichten mitverfolgt, schlagen fortlaufend Bomben auf dem Boden des Wirtschaftssystem der DM (developed markets) ein, - Griechenland, Zypern & Co -, aber die Indizes steigen, der FED sei dank.

    Man muß sich schon die Frage stellen, ob sich der Markt ohne QE überhaupt übrlebensfähig ist, sich selbst tragen kann oder aber wieder komplett in sich zusammenfällt. Scrollen Sie unter der Chartgrafik weiter nach unten und lesen Sie die Ausführungen zum US Markt.

    S&P 500 Index & DowJones - Große Inflection Points" in Reichweite
    15.04.13 18:45

    Die Bullenmärkte seit März 2009 laufen im Verlauf dieses Jahres an ganz große charttechnische richtungsentscheidende Kurslevel heran, so genannte "Inflection points".

    Projiziert man die Zyklik und das Marktverhalten seit Ende der 1990er Jahre in die Zukunft, würde dies bedeuten, dass die Bullenmärkte ihrem Ende zulaufen und eine größere Trendwende ausbilden. Solche größere Trendwendeprozesse dauern! Die Märkte pendeln sich im Bereich von größeren Tops zeitlich ausgedehnt aus.

    Der marktbreite S&P 500 Index notiert derzeit bei 1.577 Punkten. Der charttechnische Bereich, den ich als großen "Inflection point" definiere, liegt bei 1.565 bis 1.665 Punkten. In dieser Zone bewegt sich der Index derzeit. Das heißt, dass es jetzt richtig heiß zu gehen könnte. Erhöhte Vola, ein Hin- und Herschwingen als Zeichen dafür, dass sich Bullen und Bären aneinander reiben. Bei 1.620 Punkten liegt ein sehr starker zwischengeschalteter Widerstand im Markt.

    Der Dow Jones notiert momentan bei 14.774 Punkten. Als das eigentliche finale Kursziel des Bullenmarkts hatte ich immer die 14.400er Marke angegeben. Alles, was sich darüber abspielt, interpretiere ich nach meiner charttechnischen Lesart als Überschießen. Der Bereich des "Inflection points" erstreckt sich im Dow Jones von 14.400 bis knapp 16.000 Punkte. Leider ein ziemlich weit gefaßter Bereich. Bei 14.830 Punkten ist ein Widerstand zwischengeschaltet. Bei 14.800 Punkten liegt übrigens ein zentrales Kursziel, dass Kollege Tiedje immer wieder genannt hatte.

    Die bullisch ausgerichteten Marktbeobachter führen als ein Argument an, dass die Bewertungen der US Aktien nun erheblich günstiger seien als etwa im Jahr 2000 oder 2007, als die großen Indizes ebenfalls auf den jetzt aktuellen Preisniveau notierten. Das stimmt zweifelsohne. Allerdings sind sie auch nicht mehr wirklich günstig. Die Bullen führen außerdem an, dass das AAII Sentiment, das die Stimmung der Privatanleger in den USA mißt, zuletzt eindeutig interpretierbar war. Die Bullenquote sank auf ein Niveau, das wir seit Anfang des Bullenmarkts nicht gesehen haben. Obwohl sich die Märkte immer weiter nach oben schrauben, herrscht Skepsis vor. Ein übergeordneter Aufwärtstrend endet in der absoluten Mehrzahl der Fälle nicht bei pessimistischer Grundhaltung dieser Marktteilnehmergruppe. Das wäre ein Novum. Dem stimme ich absolut zu!

    Einerseits: Die schlechte Stimmung läßt demzufolge die Möglichkeit zu, dass sich die Märkte weiter nach oben hochschaukeln.
    Andererseits: Rein charttechnisch, - und das hat für mich die höchste Priorität -, steigt die Wahrscheinlichkeit für eine große bärische Trendwende.

    So, wir sind am Ende dieser charttechnischen Kommentierung. Hätte ich mir diese Ersparen können, wie alle vorhergehenden im Verlauf der letzten Jahre ? Hat uns die Geschichte der letzten Jahre nicht gelehrt, dass die US Indizes immer weitersteigen, egal was drumherum passiert ? Solange die US Notenbank FED monatlich für aberwitzig hohe Summen Staatsanleihen kauft, geht es nach oben.

    Aus diesem Grund ist übrigens der japanische Markt im Verlauf dieses Jahres weiter interessant. Die BoJ bläst den Markt dermaßen mit Liquidität voll, das den Anlegern Hören und Sehen vergeht.

    EUR/JPY - Yen-Short ist der Trade 2013 - Japan-Wahnsinn

    Nikkei 225 - Die Japaner lassen es richtig krachen

    Herzliche Grüße,
    Ihr Harald Weygand - Head of Trading bei GodmodeTrader.de

    GodmodeTrader ist ein Service der BörseGo AG : http://www.boerse-go.ag/

    Die BörseGo AG ist Münchens bester Arbeitgeber 2012.

    Unternehmensvideo der BörseGo AG : http://bit.ly/orOLok

    Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse nicht investiert.