Die Ernennung der ehemaligen Fed-Chefin Janet Yellen zur Finanzministerin unter einem US-Präsidenten Joe Biden dürfte zu einer engeren Verzahnung der Notenbank mit der Regierung führen. Zusammen mit dem Willen der Demokraten zu höheren Staatsschulden könnten die Märkte vor einer neuen Welle geld- und fiskalpolitischer Lockerungsmaßnahmen stehen. Die Anleger hoffen quasi auf ein potenzielles Superministerium in den USA zum Gelddrucken. Und immer mehr Liquidität sucht Rendite – und findet sie am Aktienmarkt.

Die Volatilität an der Wall Street ist abermals deutlich zurückgegangen. Die Investoren sehen jegliche Kursrückgänge als Einstiegschance an. Es scheint, als wolle jeder bei diesen tiefen Volatilitätsniveaus am Aktienmarkt mitmischen, da das wahrgenommene Schwankungsrisiko angesichts sich bietender Kurschancen sehr gering ist. Die Anleger werden von der Aussicht neuer geldpolitischer Lockerungen im Dezember und einem früher oder später anstehenden Konjunkturpaket in den USA in Watte gepackt.

Gestern hat der Deutsche Aktienindex schon mal die 13.339 Punkte getestet. Dort war im September noch kein Vorankommen nach oben. Ob sich die Geschichte jetzt wiederholt, wird der Rest dieser Woche zeigen. Für den Moment richten die Anleger ihre Aufmerksamkeit auf die Beschlüsse von Bund und Ländern zum Lockdown bis Weihnachten und darüber hinaus und diskutieren die Frage, wie stark die neuen und verlängerten die laufende konjunkturelle Erholung negativ beeinflussen werden. Allzu harte neue Schritte könnten für Irritationen bei den Anlegern sorgen.

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