• DAX - Kürzel: DAX - ISIN: DE0008469008
    Börse: XETRA / Kursstand: 11.115,34 Pkt
  • Dow Jones - Kürzel: DJIA - ISIN: US2605661048
    Börse: NYSE / Kursstand: 24.984,55 $

Das Börsenjahr 2018 gestaltet sich für Aktionäre zunehmend schwierig. In Europa gibt es eigentlich keinen größeren Index mehr, der auf Jahressicht im Gewinn liegt. Mit einem Verlust von 6,79 % schlägt sich der französische Leitindex CAC40 noch am besten. Der Dax hingegen gehört zu den schwächsten Indizes. Relativ wacker hielten sich bis vor kurzem noch die US-Indizes, aber auch in diesen schmelzen die Gewinne wie Schnee in der Sonne. Die Standardwerte notieren bereits auf dem gleichen Niveau wie zum Jahresbeginn. Einzig die Technologieaktien verzeichnen noch ein Plus. Aber auch hier hat man sich bereits deutlich von seinen Jahreshochs entfernt.

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Abb.1: Jahresperformance Indizes 2018

(PS: unser Screeningtool, mit dem Sie solche Auswertungen selbst vollziehen können, finden Sie hier!)

Vorsicht ist besser als Nachsicht!

In diesem Umfeld sollten sich verantwortungsvolle Investoren Gedanken über einen Bärenmarkt machen. Ich möchte an dieser Stelle nicht behaupten, dass ein solcher definitiv eintreten wird. Das Risiko hat zwar spürbar zugenommen, letztlich aber könnte es sich auch nur um größere Konsolidierungen handeln.

Wie schlimm kann es werden?

Investoren können darauf hoffen, dass es nicht so schlimm wird oder sich vorbereiten. Für mich beginnt diese Vorbereitung mit einer grundlegenden Frage: wie weit kann es in einem Bärenmarkt im DAX abwärts gehen?

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Auf der Suche nach einer Antwort stößt man schnell auf ein Problem. Investoren wird es zwar freuen zu hören, aber echte Bärenmärkte sind nicht an der Tagesordnung. Ohne Zweifel hatten wir seit der Jahrtausendwende im Deutschen Aktienindex einige höchst kritische Phasen, echte Bärenmärkte waren jedoch eher selten. Für eine statistische Analyse ist das ein kritischer Umstand, denn je weniger Beispiele man findet, desto mehr könnte das Ergebnis zufällig sein.

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Abb.2: Kritische Phasen im DAX

Aus diesem Grund lassen wir den Dax links liegen und schauen uns den Dow Jones an. Dieser hat im Gegensatz zu unserem Leitindex eine lange Kurshistorie und über die letzten 100 Jahre gab es deutlich mehr Krisen, die wir auswerten können. Diese Krisen sind in der folgenden Abbildung sichtbar.

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Chart erstellt mit Tradesignal Terminal

Im Chart ist oben der Dow Jones Index abgebildet, während unten die Verluste zwischen neuen Allzeithochs gemessen wird (auf Schlusskursbasis). Da der Index nicht täglich auf ein neues Allzeithoch klettert, wird es natürlich sehr viele kleine Korrekturen geben. Diese interessieren uns nicht. Spannend wird es, wenn es zu größeren Kurseinbrüchen kommt. Der untere Teil des Charts gibt uns Aufschluss darüber, wie groß diese sein können und wie häufig „Bärenmärkte“auftreten. Wir bekommen auch ein Gefühl für durchschnittliche Bewegungen.

Mit was ist zu rechnen?

Die visuelle Auswertung unserer Daten zeigt, dass wir im Fall eines Bärenmarktes in den USA mit Kursverlusten spürbar über 30 % ausgehend vom Allzeithoch rechnen müssen. Dieses liegt auf Schlusskursbasis bei 26.828,40 Punkten. Eine erste Zielzone für einen Bärenmarkt mit einer Ausdehnung zwischen 30 und 40 % liegt dementsprechend bei ca. 18.780 – 16.100 Punkten.

Ein Erreichen dieser Zielzone scheint sehr wahrscheinlich, sofern es sich um einen Bärenmarkt handelt. Nicht wenige dieser endeten aber auch im Bereich zwischen 40 und 50 %, womit die Zielzone noch einmal nach unten verschoben wird. In diesem Fall wären 16.100 Punkte das Minimalziel, während es auch bis ca. 13.400 Punkte abwärts gehen kann.

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Die beiden dramatischsten Kurseinbrüche in der Geschichte des Dow Jones würden wir am liebsten ignorieren. Aber was hilft‘s, wenn wir uns wirklich vorbereiten wollen. Die Finanzkrise sorgte für einen Rückgang von 53,78 %. Dieses harmoniert im Grunde noch mit unserer zweiten Zielzone. Das ganz große Drama fand vor 90 Jahren statt. Nach 1929 gab der Dow Jones ca. 89 % nach. Ich halte dies zwar für sehr unwahrscheinlich, aber trotzdem soll diese Zahl genannt werden. Ein solcher Einbruch und Anleger könnten den Dow Jones Index zu Kursen von 2.682 Punkten!!! in ihr Depot legen.

Der Blick nach vorne

Wie eingangs bereits geschrieben, wollte ich in diesem Artikel nicht die Wahrscheinlichkeiten für einen neuen Bärenmarkt eruieren. Vielmehr ging es um die Frage, auf was wir uns vorbereiten müssen, sollte es zu einem solchen kommen. Abgaben von um die 40 % scheinen höchstwahrscheinlich. Ohne Zweifel sind die Kurse des Dow Jones in den vergangenen Tagen bereits unter Druck gekommen. Von den Zielzonen sind wir aber immer noch weit entfernt und stünden im Rahmen eines Bärenmarktes erst am Anfang.

Mit Blick auf unseren Deutschen Aktienindex würde ich die Rahmendaten übertragen. Natürlich ist der Dax nicht der Dow Jones. Natürlich ist Deutschland nicht die USA. Letztlich aber sprechen wir über ähnliche Märkte, so dass wir auch ein ähnliches Kursverhalten unterstellen können. Dies zeigte sich bei beispielsweise auch in der Finanzkrise, in der der Dax ähnlich stark wie der Dow Jones nachgab . Eine 40-prozentige Korrektur würde im Dax ein Kursziel von 8.135 Punkten bedeuten. Trifft es uns ähnlich hart wie in der Finanzkrise (knapp 55 %), ergibt sich ein Kursziel bei ca. 6.100 Punkten.

Das sind Kursniveaus, bei denen Investoren wahrscheinlich der Atem stockt. Genau aus diesem Grund sollte man sich darauf vorbereiten. Möglichkeiten dazu gibt es einige. So könnte Cashbestand aufgebaut werden (Teilverkäufe) oder aber es werden Absicherungsstrategien beispielsweise über Optionen gefahren. Natürlich spielt auch die eigene Risikoneigung und das Anlageziel eine Rolle. Wer gerade erst mit dem Aktiensparen anfängt, dürfte wenig dagegen haben, dass die Kurse noch einmal ordentlich zurückkommen. Ein solcher Investor wird in dieser Zeit eher Vollgas geben.

Viel Erfolg

Rene Berteit