Es ist nicht mehr die Frage, ob der harte Lockdown in Deutschland kommt oder nicht, sondern nur ab wann. Und da dürfte die heute veröffentlichte Zahl der Neuinfektionszahlen von knapp 30.000 und weitere fast 600 Todesfälle eher schnelles als zögerliches Handeln der Berliner Politik erfordern. Das ist ein klarer Stimmungskiller für den heutigen Tag, der allein allerdings, so wie es scheint, den Deutschen Aktienindex nicht wirklich aus seiner fast schon lethargischen Seitwärtspendelei reißen kann.

Dabei gibt es noch zahlreiche andere Unsicherheitsfaktoren, die das sich scheinbar ausgebreitete Wohlbehagen der Börsen auf den erreichten Kursniveaus in der Lage wären, empfindlich zu stören. Derzeit tun die Anleger gerade so, als würde es die Probleme gar nicht geben und sorgen an der Wall Street sogar für eine mehr als Kursverdopplung der Airbnb-Aktie – also einer Vermittlungsplattform für derzeit höchst schwierige touristische Unternehmungen – am ersten Handelstag.

Die Verhandlungen über einen geregelten Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union könnten in allerletzter Sekunde zwar noch zum Erfolg führen, das ist aber alles andere als sicher. Anleger sollten sich darauf vorbereiten, dass am Ende ein schmutziger Brexit ohne Vertrag kommt, der das Wachstum sowohl auf britischer als auch auf europäischer Ebene lähmen wird.

Ebenso könnte man sich in Washington in den verbleibenden 20 Tagen des Jahres noch über ein Konjunkturprogramm in den USA einigen. Es kann aber auch sein, dass es nicht zu einem Deal kommt, was die konjunkturelle Erholung in den USA empfindlich treffen würde.

Genauso gut kann es sein, dass die harten Lockdown-Maßnahmen, die jetzt für Deutschland im Raum stehen, die zweite Welle der Infektionen endlich brechen. Es kann aber auch sein, dass dies nicht der Fall ist und wir vor einem Horror-Winter stehen.

Noch stützt die Hoffnung darauf, dass sich zumindest einige der Probleme zeitnah in Luft auflösen, die Kurse am Aktienmarkt. Umso mehr Zeit vergeht, in der eine Lösung allerdings auf sich warten lässt, desto ungeduldiger dürften die Anleger werden und ihren Glauben an eine Jahresendrally verlieren.

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