Dem Rückgang der neu geschaffenen Stellen im letzten Arbeitsmarktbericht keine allzu große Bedeutung beizumessen, hat sich als die richtige Entscheidung der Anleger zumindest am Anleihemarkt erwiesen. Hier waren die Renditen noch am Freitag wieder zurück auf das Niveau vor den enttäuschenden NFP-Daten geklettert.

Der Trend von Wirtschaft und Arbeitsmarkt in den USA zeigt in eine gänzlich andere Richtung als der Ausreißer dieses einen Monats. Und deshalb haben auch die Sorgen über steigende Preise und Zinsen nicht wirklich abgenommen, im Gegenteil: Die Inflationserwartungen in den USA sind gestern auf den höchsten Stand seit zehn Jahren gestiegen. Erfüllen sich diese Prognosen, dürfte die Notenbank Fed eher früher als später gezwungen sein, den Fuß vom geldpolitischen Gaspedal zu nehmen und auf die Bremse zu treten.

Das drohende Szenario steigender Zinsen bekommen jetzt vor allem die Anleger im Technologiesektor zu spüren. Der Nasdaq erlitt gestern erneut einen Schwächeanfall. Gerade in den jetzt am stärksten fallenden Momentum-Aktien dürften sich in großem Stil neue Anleger mit teilweise hohem Fremdkapitaleinsatz engagiert haben. Nach den starken Kursverlusten der vergangenen Wochen haben sich diese nun eine erste blutige Nase an der Börse geholt. Das erklärt auch, weshalb bislang alle Versuche gescheitert sind, die Rally bei den einstigen Highflyern wieder zu beleben. Die Blase bei diesen Momentum-Tech-Werten ist geplatzt.

Der Deutsche Aktienindex hat es nicht geschafft, auf ein neues Allzeithoch zu springen. Damit ist die Trendwendeformation intakt. Es geht jetzt wieder um die Unterstützung bei 15.080 Punkten, die in der vergangenen Woche bereits einmal gerissen wurde. Nur wenn dieses Niveau jetzt verteidigt wird, kann sich die technische Lage im DAX verbessern. Alternativ dürfte ein Rutsch darunter die Volatilität abermals erhöhen.

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