Nullzinsen in den USA bis zum Ende der Krise sind ein Versprechen der US-Notenbank, das bei Anlegern gestern seine Wirkung nicht verfehlte. Die Wall Street setzte zu einer Rally an. Außerdem zog sich Berny Sanders vom Rennen als Präsidentschaftskandidat zurück. Damit war es für die Investoren zumindest für einen kurzen Moment möglich, gedanklich in die Zeit zurückzukehren ohne Virus, in der man sich noch voll auf den anstehenden Wahlkampf konzentrieren konnte. Sanders aus dem Rennen zu sehen, ist einerseits gut. Seine teils sozialistischen Pläne waren der Wall Street ein Dorn im Auge. Er galt aber andererseits auch als der leichtere Gegner für den Amtsinhaber, was die Chancen für eine Wiederwahl des Wirtschafts- und Börsenlieblings Trump erhöhte.

Die OPEC+ wird heute um 16 Uhr zusammenkommen. Erwartet wird von diesem Treffen eine Einigung auf eine Fördermengensenkung um 10-15 Millionen Barrel Öl täglich – unter der Bedingung, dass die USA mitziehen. Das dürfte dann morgen nach einem Öl-Gipfel der G20 bekanntgegeben werden. Da morgen feiertagsbedingt nicht gehandelt werden kann, besteht ein hohes Risiko über das Osterwochenende nicht nur für den Ölpreis, sondern höchstwahrscheinlich auch für den gesamten Aktienmarkt. Wenn die jetzt verabredete Senkung nicht von den USA mitgetragen wird, könnten Saudi-Arabien und Russland ebenfalls einen Rückzieher machen, womit der Versuch einer Stabilisierung des weltweiten Ölmarktes scheitern dürfte. Kommt die Fördermengensenkung nicht, droht ein neuer Einbruch im Ölpreis.

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