Der Handel in Frankfurt bleibt nervös. Mit einem vorläufigen Handelsabkommen wird sich die Börse eher nicht abspeisen lassen. Das zeigt auch die magere Reaktion auf entsprechende Gerüchte zu Beginn dieser Woche. Die Anleger kennen mittlerweile die Details, aber auch die strittigen Punkte in den Verhandlungen. Und es sind einige.

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Es geht um geistiges Eigentum und den erzwungenen Transfer von Technologie. Es geht aber auch darum, den Verdacht auszuräumen, dass China sich über Huawei oder direkt in fremde Netze hackt, Preisdumping betreibt und staatseigene Konzerne subventioniert, die allein nicht überleben würden. Aber auch Punkte wie das Schmerzmittel Fentanyl und der Vorwurf der Währungsmanipulation stehen weiterhin offen auf der Agenda. Die Nachrichtenagentur Bloomberg beziffert die Wahrscheinlichkeit einer Einigung in diesem Konflikt auf nur noch 17 Prozent.

Für die Börsen besteht ungeachtet des Ausgangs der Gespräche das Risiko, dass der Waffenstillstand erneut bricht und auf Sanktionen wieder Gegenmaßnahmen folgen, auf Strafzölle wieder Gegenzölle. Mit den entsprechenden negativen Effekten für die sowieso schon labile Konjunktur. Die Stimmung in der Industrie ist auf einem Tiefpunkt angekommen. Die neue Warnung des Internationalen Währungsfonds über eine weitere Abschwächung des Weltwirtschaftswachstums schlägt genau in diese Kerbe.

Die Gefahr von größeren Rückschlägen an den Aktienmärkten ist so groß wie schon lange nicht mehr. Das Unvermögen des S&P 500, die Marke von 2.941 Punkten zu überwinden, erhöht das Risiko einer stärkeren Korrektur an der Wall Street. Im Deutschen Aktienindex muss die Marke von 11.853 Punkte halten – die dort liegende Unterstützung wurde in der vergangenen Woche getestet und gekauft. Rutscht der Markt allerdings darunter, könnte sich der Abwärtstrend dramatisch beschleunigen.

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