• SAP SE - Kürzel: SAP - ISIN: DE0007164600
    Börse: XETRA / Kursstand: 111,480 €
  • Linde PLC - Kürzel: L6N - ISIN: IE00BZ12WP82
    Börse: XETRA / Kursstand: 173,000 €
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Bis Anfang Juli konnte der DAX und auch seine beiden Zugpferde die Aufwärtstrendphasen der Vormonate fortsetzen und jeweils neue Jahreshochs erklimmen. Der Glanz dieser Tage ist verflogen und einer gefährlichen Melange aus kurzfristigen Verkaufssignalen, dem Test essentieller Unterstützungen und dem Risiko einer übergeordneten Trendwende gewichen. Der Index selbst hat nach dem Abverkauf seit dem Scheitern an der 12.597 Punkte-Marke und dem gestrigen nachbörslichen Einbruch heute früh Erholungsbedarf. Mit Blick auf die beiden Majorwerte sollte man sich allerdings nicht entspannt zurücklehnen. Die Lage ist kritisch und die Abwärtsspirale könnte gerade erst begonnen haben.

SAP - Alle Augen auf 108,10 EUR

Das erste angeschlagene Schwergewicht des DAX ist die Aktie von SAP, die nach dem Erreichen des mittel- bis langfristigen Kursziels bei 125,00 EUR kräftig Federn hat lassen müssen. Insbesondere das Downgap nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen am 18.07. hat ein tiefes Loch gerissen. Damals konnte die zentrale Unterstützungszone auf Höhe des früheren Rekordhochs bei 108,52 EUR noch verteidigt werden. Doch die Erholung der letzten Tage stoppte schon an der Hürde bei 114,59 EUR. Seither setzte der Wert wieder in Richtung der Supportzone zurück und ringt akuell mit einer mittelfristigen Aufwärtstrendlinie.

Bleibt die Aktie unterhalb von 113,20 EUR und fällt sie unter die Trendlinie, dürfte das Tief bei 108,10 EUR attackiert und wahrscheinlich auch gebrochen werden. Die nächsten Abwärtsziele lägen dann bei 107,00 und 105,13 EUR. Darunter wäre mit dem Gapclose des Kurssprungs vom 24.04. und damit mit einem Einbruch bis 102,00 EUR zu rechnen. Selbst eine Ausweitung des Abverkaufs bis 99,00 EUR wäre dann nicht mehr auszuschließen.

Oberhalb von 113,20 EUR könnte dagegen eine Erholung bis 114,66 und 115,31 EUR führen. Auch ein kurzfristiger Anstieg bis 116,50 EUR wäre möglich, ehe die Verkäufer allerdings spätestens auf diesem Niveau wieder zuschlagen dürften.

DAX-Schwergewichte-mit-Einsturzgefahr-Chartanalyse-Thomas-May-GodmodeTrader.de-1
SAP Chartanalyse (Tageschart)

Linde - Ein Baum wird gefällt

Noch Anfang Juni war die Aktie von Index-Schwergewicht Linde über den Widerstand bei 170,33 EUR und die Oberseite eines Aufwärtstrendkanals gesprungen und in der Folge auf einen neuen Höchststand bei 183,85 EUR angezogen. Anschließend kam es zu einer leichten Korrektur, die sich allerdings im Juli weitgehend oberhalb der Aufwärtstrendlinie abspielte und zudem noch ein neues Hoch bei 184,80 EUR generierte. Doch mit dem Bruch der Trendlinie in der vergangenen Woche und dem anschließenden Unterschreiten des Zwischentiefs auf Höhe des 38,2 %-Retracements bei 175,47 EUR änderte sich die Lage schlagartig.

Zuletzt brach der Wert bereits an das frühere Ausbruchsniveau bei 170,33 EUR direkt am 61,8 %-Retracement der Kaufwelle von 160,37 bis 184,80 EUR ein. Aktuell läuft ein Pullback an das Junitief bei 173,60 EUR. Von dort aus sollte das Unterstützungscluster um 168,70 EUR nochmals attackiert werden. Und darunter wäre ein weitreichendes Verkaufssignal aktiv. In der Folge dürfte die untere Begrenzungslinie des Aufwärtstrendkanals auf Höhe von 165,00 EUR erreicht werden. Sollte dort eine Bodenbildung scheitern, käme es zu weiteren Verlusten bis 160,37 EUR.

Aktuell wäre erst ein Wiederanstieg über 176,00 EUR ein Zeichen für nachlassende Abwärtsdynamik. Ob der Wert anschließend jedoch nochmals über 180,00 EUR ansteigen kann, muss aktuell bezweifelt werden.

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Linde PLC Chartanalyse (Tageschart)

Fazit: SAP und Linde machen mit ihrer hohen Marktkapitalisierung über 20 % des DAX aus. Schwächephase dieser Werte dürften sich auch erheblich auf den Index auswirken. Selbst wenn man nur die "kleineren" Abwärtsziele in Betracht zieht, die bei beiden Aktien rund 5 % vom aktuellen Kurs entfernt sind, dürfte schnell klar werden, dass es mit einem Rücksetzer beim DAX in Richtung 11.987 Punkte (Zwischentief vom 18.06.) wahrscheinlich nicht getan ist. Realistischer sind Abwärtswellen bis 11.870 und 11.700 Punkte.