• DAX - Kürzel: DAX - ISIN: DE0008469008
    Börse: XETRA / Kursstand: 10.901,98 Punkte

Zynismus pur ?

Könnte man meinen, wenn man auf das eigene emotionale Befinden hört.

Höchstwahrscheinlich kommt es deshalb heute zu größeren Abgaben an den Märkten, weil durchaus die Möglichkeit echter kriegerischer Auseinandersetzungen zwischen der Türkei und Rußland für möglich gehalten werden. Wenn man bedenkt, dass die Türkei NATO Mitglied ist und der Bündnisfall ausgerufen werden könnte, wird klar, welche Dimensionen das Ganze erreichen kann, wenn sich Verantwortliche dieser Länder jetzt nicht halbwegs rational verhalten. Ohne das Vorgehen der USA nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 oder das der Franzosen direkt nach den Terroranschlägen in Paris zu bewerten, als etwas Außenstehender läßt sich in beiden Fällen die emotionale Komponente der Entscheidungsfindung erkennen. Die USA gingen in den Irak, die Franzosen verstärken den Kampf gegen die geistig umnachtete ISIS Truppe.

Nach dem heutigen Tag wird einem schlagartig klar, dass Deutschland nicht außer Reichweite kriegerischer Handlungen ist. Eine ähnliche Erkenntnis machte sich während des Krim-Kriegs breit. Und ich kann es mir nicht verkneifen dies so festzustellen, aber wenn die Bundesregierung im Falle eines kriegerischen Akts gegen Deutschland ähnlich planlos wie bei der Flüchtlingskrise agieren würde, dann "Gute Nacht Deutschland". Ich habe den Eindruck, dass das deutsche politische Führungspersonal bestehende, erkannte Probleme wirtschaftlicher, gesellschaftlicher, etc. Natur lösen kann. Es wird dann sehr genau gearbeitet, es werden strukturierte, grundsolide Gesetze erlassen. Wenn die Bundesrepublik hingegen von außen mit einer größeren Problematik konfrontiert wird, wird es hingegen schwierig. Das ist meine persönliche Meinung.

Im DAX liegt mit dem heutigen Tag ein Fehlausbruch über die mittelfristige dominante Abwärtstrendlinie vor. Allerdings war der Ausbruch zuvor auch noch nicht signifikant. Insofern handelt es sich nach wie vor um ein Konsolidierungsgeschehen im Bereich besagter Trendlinie. Solche Ereignisse wie das von Paris und das heutige an der türkischsyrischen Grenze lassen sich nicht vorhersehen, sie werden aber recht schnell vom Markt eskomptiert. Solange der DAX über dem EMA200 (rote gleitende Durchschnittslinie) steht, also oberhalb von 10.660 Punkten, bleibt nach meiner charttechnischen Lesart das Ausbruchsscenario intakt. Zum Zeitpunkt des Verfassens dieser Kurzanalyse, springt der US Markt übrigens wieder deutlich an.

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