• DAX - Kürzel: DAX - ISIN: DE0008469008
    Börse: XETRA / Kursstand: 15.133,20 Pkt

Neue Corona-Sorgen, Inflationsängste und Gewinnmitnahmen nach den starken Kursgewinnen der vergangenen Monate: Ein buntes Potpourri hat den deutschen Aktienmarkt zu Wochenbeginn belastet. Der DAX verlor 2,62 Prozent und verbuchte damit den größten Tagesverlust seit dem 21. Dezember 2020.

Nach den deutlichen Kursverlusten stellt sich die Frage, wie es nach einem solchen Sell-off-Tag weitergehen könnte. In diesem Artikel soll diese Frage auf zweierlei Weise beantwortet werden – aus statistischer und aus charttechnischer Perspektive.

Mit Hilfe der Statistik soll zunächst untersucht werden, was der DAX im Mittel nach großen Sell-off-Tagen wie heute macht. Die folgende Grafik zeigt die durchschnittliche Performance des DAX am Folgetag nach einem Sell-off-Tag von x %.

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Die x-Achse der Grafik zeigt die DAX-Performance am Sell-off-Tag. Die Höhe des Balkens auf der y-Achse gibt die durchschnittliche Performance des DAX am Folgetag an (vom Schlusskurs des Sell-off-Tages bis zum Schlusskurs des Folgetages gerechnet).

Wie man der Grafik entnehmen kann, ergibt sich erst ab Kursverlusten von mehr als vier Prozent ein klares Muster: Verliert der DAX mehr als vier Prozent an einem Tag, so handelt es sich oft um eine Übertreibung, die im statistischen Mittel bis zum Schlusskurs des Folgetages teilweise wieder korrigiert wird. Je stärker der DAX dabei am Sell-off-Tag verliert, desto stärker tendenziell auch die Gegenbewegung am Folgetag.

Bei Kursverlusten zwischen zwei und drei Prozent (so wie heute) geht es hingegen bis zum Abend des Folgetages im Mittel minimal weiter abwärts. Die Bewegung ist im Durchschnitt mit minus 0,07 Prozent allerdings so gering, dass es sich nicht lohnen dürfte, darauf zu spekulieren.

Bleibt die charttechnische Perspektive. Mittelfristig haben sich durch den heutigen Kursrutsch die Perspektiven für den deutschen Aktienmarkt eingetrübt. Dies zeigt das Ichimoku-Trendfolgesystem, das die systematische charttechnische Einschätzung eines Basiswerts ohne subjektive Wertung erlaubt (abgesehen von der natürlich subjektiven Einschätzung, welche Aussagekraft man diesem System zubilligt).

Mit dem heutigen Tag sind nach dem Ichimoku-System gleich zwei Verkaufssignale aufgetreten. Einerseits ist der Kurs unter den Kijun-sen (fette rote Linie im folgenden Chart) gerutscht, andererseits auch unter die Ichimoku-Wolke.

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DAX im Ichimoku-Chart

Damit haben sich die mittelfristigen Aussichten für den DAX deutlich eingetrübt. Insgesamt liegen im DAX nun zwei Short-Signale, zwei neutrale-Signale und noch ein verbliebenes Long-Signal nach dem Ichimoku-System vor. Mitte der vergangenen Woche, als der DAX noch ein neues Allzeithoch markiert hatte, lagen noch vier Long-Signale und ein neutrales Signal vor. Innerhalb weniger Handelstage hat sich die Einschätzung nach dem Ichimoku-Trendfolgesystem also drastisch verschlechtert.

Andererseits ist die Signallage im DAX auch nach dem nun erfolgten Sell-off alles andere als eindeutig. Auch ein schneller Rebound wäre nach dem Ichimoku-Trendfolgesystem natürlich nicht ausgeschlossen.

Für eine Erholung müsste der DAX in einem ersten Schritt die Ichimoku-Wolke übersteigen, deren Unterkante bis Mitte August nun bei 15.309,51 Punkten verläuft. Diese Marke stellt einen charttechnischen Widerstand dar, der nachhaltig überwunden werden müsste, bevor sich die Aussichten für den Index auch mittelfristig wieder aufhellen könnten.


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