• Nasdaq-100 - Kürzel: ND100 - ISIN: US6311011026
    Börse: NASDAQ / Kursstand: 7.371,62 Pkt
  • US 10Y Bond Yield - Kürzel: USDGB10J - ISIN:
    Börse: Bonds / Kursstand: 3,212 %
  • Dow Jones US Semiconductors - Kürzel: USSC_X - ISIN: XC0006883638
    Börse: NYSE / Kursstand: 3.336,96 Pkt
  • VAT Group AG - Kürzel: 19V - ISIN: CH0311864901
    Börse: Tradegate / Kursstand: 96,500 Fr)

Die Spinne bringt den Tod...

REPOST VOM NACHMITTAG 15:30:

Die letzten Tage und Woche haben sich technische Analysten reihenweise gefragt, was das ist beziehungsweise was das werden soll im NASDAQ100:

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Ist/Wird das eine bärische Flagge? Dafür ging die Aufwärtsbewegung über das 61,80er Fibo Retracement zu hoch.

Wird/Ist das eine Seitwärtsbewegung, oszillierend um die Marke von 7.517? Dafür ging es jetzt zu tief unter den EM50.

Ist/Wird das eine trendbestätigende Korrektur auf den EM50 mit anschließenden neuen Hochs? Dafür waren die Mikro-Muster eigentlich zu bärisch und ein neues Allzeithoch wurde auch nicht ausgebildet.

In solchen Fällen machte es für den Trader Sinn abzuwarten, bis sich der Nebel (weiter) lichtet und sich mit Interpretationen und insbesondere Handlungen stark zurückzuhalten.

Nun haben wir m.E. Klarheit:

Während man auf den ersten Blick sagen würde, dass sich im NASDAQ100 im Bereich von 7.690 ein potenzielles Doppeltop gebildet hat, sollte man m.E. in der Analyse noch einen Schritt weiter gehen, denn wie ein einfaches Doppeltop sieht das nicht aus. Im Rahmen meiner Recherche bin ich dann auf einen älteren Artikel meines hochgeschätzten Kollegen Harald Weygand gestoßen, in dem er das Spider-Top definierte:

Bei der Spider Top Formation handelt es sich um eine hochgradig bärische Trendwendeformation. D.h., dass dieses Kursmuster unter klar definierten Bedingungen einen schnellen umfassenden Kursverfall einleitet. Die Formation habe ich selbst definiert; und zwar nicht um den "Definierenwillens", sondern weil sie mir in den verschiedensten Märkten in den verschiedensten Zeiteinstellungen als verläßlicher Signalgeber aufgefallen ist. Der Name des Musters wurde aufgrund des Aussehens gewählt. Das Muster ähnelt der Silhouette einer Spinne von vorne.

Eben diese Top-Formation passt m.E. perfekt!

Der Unterschied zum klassischen Doppeltop besteht in erster Linie darin, dass das Spider-Top deutlich bärischer zu interpretieren ist als das klassische Doppeltop:

Das Spider Top wird deshalb als hochgradig bärisch klassifiziert, weil es sich aus einer gescheiterten bullischen Formation, einer so genannten relativen Doppelbodenformation, herleitet. Eine Doppelbodenformation muß nicht unbedingt am Beginn einer Aufwärtsbewegung liegen, sie kann auch mitten in der Aufwärtsbewegung als Fortsetzungsmuster zwischengeschaltet sein. Scheitert sie mitten im Aufwärtstrend, wird sie schlagartig zu einer Trendwendeformation . Eine klassische Trendwendeformation wie beispielsweise ein Doppeltop oder eine Kopf Schulter Formation sehen viele Marktteilnehmer, so dass sich eine negative Erwartungshaltung während der Ausbildung der Formation entwickeln kann. Den relativen Doppelboden sehen ebenfalls viele Marktteilnehmer. Der Punkt ist aber der, dass mit ihm während des Entstehungsprozesses jedoch eine positive Erwartungshaltung verbunden ist. Wenn der Kurs dann aber unter die SELL Triggerlinie abrutscht, schlägt das Sentiment schlagartig von bullisch auf bärisch um. Eine charttechnische Bullenfalle hat zugeschnappt. Der schnelle Sentimentwechsel führt in der Regel zu schnellen umfangreichen Kursabgaben.

Genau dieses Kursmuster beziehungsweise dessen Beginn sehen wir m.E. in den letzten Tagen:

Im NASDAQ100 wurde in den letzten Tagen der SELL-Trigger eines hochgradig bärischen Spider-Tops ausgelöst - die (weltweiten) Tech-Werte sind folglich massiv angeschlagen (dies zeigt sich auch in zahlreichen Einzelcharts). Unterhalb von 7.517 ist der Index und somit die (weltweiten) Techs als stark bärisch einzustufen. Kurzfristige Kursziele liegen bei 7.185 und bei etwa 7.050 Punkten (EMA200). Unter 7.000 würden im NASDAQ wohl "die Lichter ausgehen" und der Index könnte schnell und direkt in Richtung 6.425 Punkte fallen.

Nasdaq-100 Spider-Top

Innerhalb der Tech-Werte halte ich den hochzyklischen und weiterhin hochbewerteten (und das sind teilweise "Blue-Sky"-Schätzungen, die sich schnell in "Luft auflösen können) Chip-Sektor für besonders gefährdet. Erste Hinweise auf einen zyklischen Hochpunkt des Sektors gibt es genug, der jüngste kam heute mit der Meldung, dass VAT Group Kurzarbeit in einem seiner Werke einführt.

Um den Sektor einzuschätzen blickt man auf den SOX beziehungsweise auf den Dow Jones US Semiconductors Index:

Hier würde unterhalb von 3.300 Punkten ein massives Verkaufssignal vorliegen, das den Index schnell in Richtung 3.143 - 3.067 Punkte und mittelfristig deutlich tiefer führen dürfte. Was dann ausgewählten Einzelwerten blühen würde, kann man sich ausmalen.

Dow Jones US Semiconductors

...und ernährt sich von steigenden US-Renditen!

Doch gibt es lediglich technische Indikatoren, die auf einen empfindliche Korrektur der Aktienmärkte hindeuten? - Nein!

Neben bekannten und spezifischen Problemen der Eurozone (Italien, Brexit, abflachendes Wachstum, …), eine sich abkühlende Weltwirtschaft und dem empfindlichen Enttäuschungspotenzial bezüglich der anstehenden US-Berichtssaison (insbesondere bei den Ausblicken gehe ich von teilweise herben Enttäuschungen aus) möchte ich insbesondere auf die Risiken eingehen, die sich aus (immer) weiter steigenden US-Renditen ergeben.

In Reaktion auf den jüngsten FED-Zinsentscheid und das damit verbundene, "hawkishen" Statement von FED-Chef Powell haben die US-10Y-Bond-Yields den Widerstand bei 3,10 % dynamisch überwunden und ein technisches Projektionsziel bis Anfang Q2-2019 bei 3,90 % aktiviert. Die Fundamentaldaten (Inflation, steigende US-Schulden, Abbau der FED-Bilanz, …) beziehungsweise die Projektionen der FED decken sich mit der technischen Einschätzung.

US 10Y Bond Yield Projektionsziel

Daraus ergeben sich mehrere Probleme für die Weltwirtschaft und (damit) für die Aktienmärkte:

  1. Aktien sind nicht mehr alternativlos: Bereits jetzt liegen die Zinsen am kurzen und langen Ende über der durchschnittlichen Dividendenrendite des S&P500. Sollte die Annahme stimmen, dass der Aktienboom der letzten Jahre insbesondere von "billigem Zentralbankgeld" und dem daraus folgenden Anlagenotstand getrieben war, dann dürfte sich dieser Zusammenhang gerade umkehren. Die Schwelle für größere Umschichtungen weg von Aktien hin zu (US-)Anleihen dürfte wohl um bei einer US-10Y-Bond-Yields um 3,50 % liegen, wie eine aktuelle Umfrage von Merry Lynch unter Fund-Managern zeigt.
  2. Emerging-Markets-Krise droht: In den letzten Jahren haben sich die Schwellenländer massiv in USD (und EUR, auch hier steigen die Zinsen langsam) verschuldet. Der Refinanzierungsbeginn dieser Schuldenberge stehen 2019 an. Die Refinanzierungskosten dürften zu diesem Zeitpunkt eklatant höher sein als zur Zeit der Aufnahme; im Vorfeld werten die Währungen der Emerging Markets teils drastisch ab was die Refinanzierung zusätzlich erschweren wird. Erste Ausläufer dieses Risiko-Vektors sehen wir bereits in der Türkei, Argentinien, Kolumbien, Pakistan, Südafrika, mehreren südostasiatischen Ländern und teilweise auch in China. In diesem Zusammenhang sollte man auch die Möglichkeit im Hinterkopf behalten, dass Amerika bewusst versucht China "den Stecker zu ziehen" um die eigene globale Vormachtstellung zu festigen. Wollte man China wirtschaftlich schaden beziehungsweise die dortigen Blasen zum Platzen bringen, dann würde man dies höchstwahrscheinlich über steigende Zinsen und höhere Zölle machen - genau dies geschieht derzeit (ich erinnere in diesem Zusammenhang auch an die Asien-Japan-Krise der 80er, in denen Amerika ähnliche Maßnahmen (gegen Japan?) unternommen hat)
  3. Drohende Unternehmenspleiten und Zombi-Unternehmen: Ähnliches wie den Schwellenländern droht auch hochverschuldeten, kapitalintensiven (Zombie-)Unternehmen, die sich in den letzten Jahren mit "billigen Geld" vollgesaugt haben beziehungsweise sich nur über immer neue, "billige" Kredite über Wasser halten konnten. Der Zugang für solche Unternehmen, die es Zuhauf beispielsweise in China gibt (ein Paradebeispiel ist m.E. der ex-Deutsche-Bank-Großaktionär HNA), zu frischem Kapital erschwert sich mit jedem Basispunkt den die US-Renditen steigen. Es dürfte eine Schwelle der US-Renditen geben, ab der die ersten Pleiten drohen beziehungsweise einsetzen, was eine Liquiditätsklemme nach sich ziehen dürfte, die massiv auf den weltweiten Aktienmärkten lasten dürfte

Dazu kommt, dass die Zinsen am kurzen Ende der Zinskurve (US-2Y-Bond-Yield) immer schneller ansteigen und sich bedrohlich nahe an das lange Ende (US-10Y-Bond-Yields) "herangeschlichen" haben. Abzulesen ist dies am sich am weiter verdichtenden US 10Y/2Y-Spread:

Die-Spinne-bringt-den-Tod-und-ernährt-sich-von-steigenden-US-Renditen-Chartanalyse-Heinz-Rabauer-GodmodeTrader.de-4

Mittlerweile hat sich diese Spread-Kurve bedrohlich nahe Null angenähert - die Zinsstrukturkurve droht zu invertieren, was einen der verlässlichsten Indikatoren für empfindliche Korrektur oder sogar "Crash" am Aktienmarkt a la 2000 oder 2008 und einer (damit verbundenen) Rezession darstellt.

Fazit:

Technisch und fundamental deutet vieles daraufhin, dass die Aktienmärkte vor einer empfindlichen Korrektur stehen, welche insbesondere im hochbewerteten, kapitalintensiven, teils defizitären Tech-Sektor und in den Schwelländern massive Verwerfungen nach sich ziehen könnte.

Im H1-Crew-Trading-Depot haben wir daher bereits seit Anfang des Jahres überwiegend "auf Cash geschaltet" und vor Kurzem erste, strategische Short-Positionen aus dem Chip-Sektor eröffnet.

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