Das Thema Shortquote (auch Shortratio oder Shortfloat) sollte dringend beleuchtet werden, die Auswertung ist mitunter äußerst aufschlussreich und resultiert in entsprechenden Trading-Setups.

Zunächst sollte wohl der Begriff Shortquote geklärt werden. Gemeint ist der Anteil an Aktien die leerverkauft wurden, im Verhältnis zur Anzahl an frei handelbaren Aktien (auch Streubesitz oder Free Float).
Beispiel: Ein Unternehmen hat 40 Mio Aktien (alle Streubesitz), 10 Mio wurden leerverkauft. Der Shortfloat beträgt in diesem Fall 25 %. Bemerkenswert ist sicher der Fakt, dass die Aktien für den Leerverkauf vorab "geliehen" werden müssen. Im Regelfall mit einem Stichtag, an dem die Aktien wieder zurückgegeben, also spätestens zurückgekauft werden müssen. Darüber hinaus fallen für die Dauer der Leihe auch Gebühren an. Leerverkäufer sind also ständig unter Zugzwang, die Leihdauer beträgt meist nur einige Handelstage.

Welche Aussagen lassen sich treffen?
Zunächst einmal setzen Leerverkäufer natürlich auf Werte, von denen sie weitere Kursverluste erwarten, das ist der ganze Sinn der Sache. Bis zu einem gewissen Punkt macht der Short auch Sinn, doch wie so oft übertreiben es die Marktteilnehmer. Beliebte Werte werden in den Himmel gekauft, unbeliebte Werte auf ein absurdes Kursniveau abverkauft.
Die Shortquote ist oft genug in genau dem Moment am höchsten, wenn natürlich auch die Stimmung am negativsten ist. Hier liegt das Kurstief, dies gilt für Aktien wie auch für Indizes und den Gesamtmarkt.
Als einfaches Beispiel könnte die Zeit der Finanzkrise dienen, am Tief war die Panik am größten.

Wie kann man davon profitieren?
Wir haben also gesehen, dass die Shortquote in vielen Fällen am Tief einen Extremwert erreicht. Das allein ist schon eine äußerst nützliche Information. Ist die Shortquote besonders hoch und liegt Beispielweise bei 20 % der ausstehenden Aktien, wird eine kritische Masse erreicht. Der Wert kann kaum mehr fallen, die ständigen Deckungskäufe der Shortseller verhindern weitere Kursverluste.
Beginnt der Wert andererseits plötzlich zu steigen, kann es zu einem Short-Squeeze kommen. Leerverkäufer werden gezwungen zu liquidieren, egal zu welchem Preis, weil die Sicherheiten im Depot die Buchwerte übersteigen oder weil schlichtweg der Stichtag für die Rückgabe der geliehenen Aktien gekommen ist.
Als Extrembeispiel, wie weit diese Liquidierungen führen können, könnte sicherlich Volkswagen dienen, als der Preis auf 1.000 EUR je Aktie explodierte.

Welche Aktien werden also am stärksten geshortet?
Bemerkenswert ist auch der Umstand, dass nahezu alle Werte mit extrem hohen Shortquoten, in den zurückliegenden Wochen und Monaten bereits massiv Kursverluste verbucht haben. In einigen Fällen kann man sicher von einer Übertreibung sprechen. Wie schnell es bei Aktien mit einem hohem Shortfloat wieder aufwärts gehen kann, haben wir kürzlich bei Signet Jewelers gesehen.

Die aktuelle Top 10 der S&P500-Werte sieht wie folgt aus:

Unternehmen Tickersymbol Short Float
Fossil FOSL 25,00 %
Nordstrom JWN 24,90 %
First Solar FSLR 23,20 %
Chesapeake Energy CHK 22,85 %
Urban Outfitters URBN 22,77 %
Helmerich & Payne HP 22,30 %
Signet Jewelers SIG 21,97 %
CenturyLink CTL 20,91 %
Mallinckrodt MNK 19,97 %
Diamond Offshore Do 19,86 %

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