Ein Maß für die Unsicherheit an den Aktienmärkten ist die Schwankungsanfälligkeit, also die Volatilität. Die sogenannte implizite Volatilität, die sich aus verschiedenen Terminmarktkontrakten ergibt, bildet dabei die erwartete Schwankungsanfälligkeit des Marktes ab.

Im Zuge des Corona-Crashs war die Volatilität sowohl am US-Aktienmarkt als auch in Europa dramatisch in die Höhe geschossen. Der VIX, der die implizite Volatilität im S&P 500 abbildet, erreichte am 16. März 2020 ein Allzeithoch auf Schlusskursbasis bei 82,69, bevor er wieder deutlich zurück ging.

In den vergangenen Tagen und Wochen hat die Volatilität nun angesichts der steigenden Corona-Zahlen wieder deutlich zugelegt. Bereits vor dem jüngsten Anstieg befand sich die Volatilität aber weiterhin auf einem erhöhten Niveau, was neben der Corona-Pandemie auch an der bevorstehenden Präsidentschaftswahl liegt.

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Seit dem Corona-Crash im März befinden sich die VIX-Futures zudem in einer sogenannten Backwardation. Dies bedeutet, dass VIX-Kontrakte mit einer kurzen Restlaufzeit bzw. baldigen Fälligkeit höher stehen als Kontrakte, die weiter in der Zukunft fällig werden.

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Eine Backwardation tritt beim VIX extrem selten auf. Normalerweise nimmt die Risikoprämie mit steigender Restlaufzeit zu: Die entferntere Zukunft wird als weniger sicher eingschätzt als Zeitpunkte, die näher an der Gegenwart liegen. Liegt eine Backwardation vor, ist es genau umgekehrt: Die nähere Zukunft wird als unsicherer eingeschätzt als die fernere Zukunft. Noch deutlicher als die einbrechenden Kurse an den Aktienmärkten oder der hohe Stand des VIX zeigt die Backwardation beim VIX an, dass sich der Markt derzeit in einer außergewöhnlichen Situation befindet.

Auch für die Backwardation im VIX dürften vor allem die Corona-Pandemie und die US-Präsidentschaftswahl verantwortlich sein, sorgen diese Faktoren doch dafür, dass Anleger vor allem die nähere Zukunft als sehr unsicher einschätzen, langfristig allerdings mit einer Normalisierung rechnen.

Über ETFs wie den Lyxor S&P 500 VIX Futures Enhanced Roll UCITS ETF (ISIN: LU0832435464) können auch Privatanleger von steigender Volatilität an den Aktienmärkten profitieren. Da die Volatilität typischerweise dann besonders stark anzieht, wenn die Kurse an den Aktienmärkten sinken, eignen sich Vola-Long-Positionen insbesondere auch zur indirekten Absicherung eines Aktienportfolios. Derartige ETFs sollten allerdings nur für die kurz- bis mittelfristige Spekulation auf eine steigende Volatilität eingesetzt werden. Langfristig und in normalen Zeiten sind Vola-Long-Positionen wegen Rollverlusten in der Regel ein Verlustgeschäft für Anleger.

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Lyxor S&P 500 VIX Futures Enhanced Roll UCITS ETF

Zur US-Präsidentschaftswahl und den Folgen für den Aktienmarkt finden in der kommenden Woche drei kostenlose Webinare statt. Zwei der Webinare werden in Kooperation mit WH Selfinvest veranstaltet. Durch Klick auf die Webinare gelangen Sie zur Anmeldung. Bitte beachten Sie, dass Sie sich für jedes der Webinare separat anmelden müssen:


Bitte beachten Sie: Der Handel mit Derivaten ist mit einem erheblichen Risiko verbunden und kann unter Umständen zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals oder sogar zu einer Nachschusspflicht führen.