• DAX - Kürzel: DAX - ISIN: DE0008469008
    Börse: XETRA / Kursstand: 10.186,34 Punkte

Ein zentraler Aspekt für den Erfolg im Handel ist das Risiko & Moneymanagement. Neben der Frage, wann eine Position eingegangen werden kann und wann diese zu schließen ist, beeinflusst vor allem die Positionsgröße den Erfolg. Was nützt einem der größte Trend, wenn man mit nur wenigen Aktien investiert ist? Entsprechend wichtig ist es, sich als Trader in diesem Bereich auszubilden. Werfen Sie einen Blick auf Abbildung 1. Zwei Performancekurven, die sich stärker nicht voneinander unterscheiden könnten. Ausgehend von 10.000 EUR ist der Gewinn der schwarzen Taktik 10!!! mal größer und das erstaunliche daran ist, dass dieser Mehrertrag ausschließlich durch eine passende Wahl der Positionsgröße erzielt werden konnte. Ein- und Ausstiege aus den Trades waren identisch.

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Fehlendes Risiko & Moneymanagement kann in Kombination mit Emotionen im Trading zudem ganz schnell nach hinten losgehen. Wer kennt es nicht? Überzeugt davon, dass der DAX oder die eigene Lieblingsaktie steigen muss, wird eine Longposition eröffnet, nur um zuzusehen, wie die Kurse direkt nach dem Kauf unter Druck geraten. Da natürlich die Börse und nicht der Trader Unrecht hat, hilft nur eines: Nachkaufen und Verbilligen! Ursprünglich angedachte Risikoparameter werden über Bord geworfen, aus dem Trader wird ein Investor und so oft dieses Spiel im Kleinen auch gut gehen mag, irgendwann kommt der große Trend und dann ist das Konto am Ende!

Das Dumme an diesem Spiel ist, dass Emotionen und darauf basierende Aktionen traderseitig nicht ganz so leicht zu kontrollieren und abzustellen sind. Wie oft erlebe ich es im Rahmen des von mir betreuten Ausbildungspakets, dass sich die Trader der Fallen zwar bewusst sind, aber immer wieder in diese tappen. Deshalb (m)ein Appell an die Broker! Diese sind eigenen Bekundungen nach an der Langlebigkeit der Kundenkonten interessiert. Je mehr Profite die Kunden machen, desto mehr wird am Ende gehandelt und desto mehr Kommission können die Broker einnehmen.

Warum also die Kunden nicht unterstützen und diesen professionelle Risikotools an die Hand geben? Für Daytrader könnte bspw. der maximale Tagesverlust vor Handelsbeginn definiert werden. Ist dieser erreicht, wird das Konto für den Tag gesperrt. Egal welchen Emotionen der Trader nun unterliegt, er kann diese nicht mehr in weitere Trades umsetzen. Warum nicht auch maximale Positionsgrößen je Aktie festlegen und diese brokerseitig überwachen? Mir fallen noch viele Dinge mehr ein, die mit vielleicht ein oder zwei Programmzeilen einen enormen Schutz von Tradingkonten mit sich bringen würden. Ich bin gespannt, ob und wann diese Dinge, die im institutionellen Handel seit Jahrzehnten Standard sind, auch im privaten Bereich angeboten werden.

Viel Erfolg

Rene Berteit