Gerade am Anfang einer jeden Börsenkarriere ist eine gute Aktienselektion sehr schwer. Unser Aktienuniversum beschränkt sich zunächst vermutlich gerade mal auf eine Handvoll Unternehmen. Wie findet man jedoch unter Abertausenden von Aktien genau diejenige, die kurz vor einem gigantischen Kursanstieg steht? Wahrscheinlich wird auch die Lieblingsaktie der Deutschen – die „Telekom“ – in den nächsten Jahren nicht zu den Top-Gewinnern gehören.

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Wie unterscheide ich nun gute Aktien von schlechten? Kauft man am Anfang lieber bekannte Werte oder wagt man den Schritt und greift zu unbekannteren Unternehmensanteilen?

Sind günstige Aktien besser als höher bewertete? Lohnt sich der Kauf bei steigenden oder fallenden Kursen? Welches Produkt passt am besten zu mir?

Genau diese Fragen entscheiden über unseren künftigen Erfolg. Wie heißt es so schön? Richtig: Aller Anfang ist schwer. Um an der Börse dauerhaft bestehen zu können, sollte jeder Börsianer mit System handeln – im Idealfall mit einem System, welches das zugrundeliegende Aktienuniversum systematisch durchforstet und in der Lage ist, aussichtsreiche Kandidaten zu identifizieren. Natürlich fehlt einem Neuling zu Beginn jegliches System.

William J. O’Neil hat allerdings ein solches System und ist damit wie viele andere Börsianer überaus erfolgreich. Er nennt es die berühmte CAN SLIM-Methode.

Wer ist William J. O´Neil überhaupt?

Mit Verlaub möchte ich kurz ein paar Worte über die Vita eines so erfolgreichen Mannes verlieren, bevor wir uns seiner Anlagephilosophie widmen. Schließlich ist er einer der bekanntesten Börsianer der Welt.

Der populäre Starinvestor aus den Staaten ist zwar schon etwas in die Jahre gekommen, aber seine Anlagestrategie ist bei Weitem noch nicht veraltet. O´Neil wurde 1933 in Oklahoma City geboren. Im Jahre 1955 schloss er sein Studium im Hauptfach ‚Business Administration‘ an der Southern Methodist Universität ab. Nach einem kurzen Zwischenstopp beim Militär begann er 1958 seine Karriere als Börsenmakler bei Hayden, Stone & Company. Die Erfolge ließen nicht lange auf sich warten, und seine CAN SLIM-Methode machte William zum erfolgreichsten Makler seiner Firma.

Angetrieben von seinem Erfolg gründete er 1963 sein eigenes Börsenmaklerunternehmen (William O´Neil & Co. Inc.). Im Alter von lediglich 30 Jahren – „was zur damaligen Zeit unvorstellbar war“ – erwarb O´Neil einen Sitz an der New York Stock Exchange und spielte somit schon in jungen Jahren bei den alteingesessenen „Big-Playern“ mit. Auch die heutige Finanzzeitung Investor´s Business Daily geht auf ihn zurück.


So viel zu seiner Person. Aber was genau steckt nun hinter seinem System?

Die CAN SLIM-Methode

Jedem Buchstaben wird eine besondere Bedeutung zuteil:

  • C – Current Quarterly Earnings per Share

Alle großen Kursgewinner haben früher oder später eines gemeinsam: Sie schreiben schwarze Zahlen. Deshalb ist das Gewinnwachstum für den smarten Anleger eines der wichtigsten Selektionskriterien. Der Gewinn (pro Aktie) im aktuellen Quartal sollte im Vergleich zum Vorjahresquartal um mindestens 18 bis 20 % gestiegen sein. Je mehr, desto besser, denn hinter steigenden Gewinnen und Umsätzen verbirgt sich häufig ein Wettbewerbsvorteil.

  • A – Annual Earnings Increases

Das Gewinnwachstum darf nicht nur eine Eintagesfliege sein; deshalb ist das jährliche Gewinnwachstum der Qualitätsbeweis schlechthin. Der Gewinn sollte kontinuierlich über die letzten drei Jahre gestiegen sein. Eigenkapitalrendite, Gewinnmarge und Eigenkapitalquote sind unentbehrliche Qualitätsnachweise. Auch die Eigenkapitalrendite sollte in den letzten drei Jahren um 17 % oder mehr gestiegen sein. Sollte die Eigenkapitalrendite niedrig sein, ist eine hohe Bruttomarge von Vorteil. Wachstum ist nicht gleich Wachstum. Die Eigenkapitalquote ist dabei die entscheidende Variable, denn Unternehmen sollten möglichst organisch wachsen und nicht durch Überschuldung.

  • N – New products, new management, new highs

Die Produkte, Dienstleistungen oder das Management großer Gewinneraktien haben revolutionäre Eigenschaften. Sie stehen für bahnbrechende Veränderungen und sind in dieser Form meist noch nie da gewesen. Das Schaffen neuer Absatzmärkte führt oftmals zu gigantischen Kursanstiegen.

  • S – Supply and Demand

Das Handelsvolumen sollte auf der Nachfrageseite stark zunehmen, wenn eine Aktie anfängt, sich aus einem klassischen Konsolidierungsmuster herauszubewegen.

  • L – Leader or Laggard

Es empfielt sich, die Leader einer Branche und nicht die Nachzügler zu kaufen. Das Unternehmen muss auf diesem Gebiet unangefochtener Marktführer sein. Die Aktien führender Unternehmen performen in Haussen oftmals deutlich besser als der Markt.

  • I – Institutional Support

Auf dem Weg nach oben sollte die Aktie institutionelles Interesse erwecken. Im besten Fall wird die Aktie von mehreren Investmentfonds gehalten, die in letzter Zeit eine starke Performance aufwiesen. In punkto Vertrauen ist es von Vorteil, wenn das Management selbst am Unternehmen beteiligt ist.

  • M – Market direction

Auch wenn alle Einschätzungen richtig sind, wird kaum eine Aktie steigen, wenn sich der Gesamtmarkt in einer Baisse befindet. Deshalb ist es von Vorteil, die Marktrichtung zu bestimmen und zu kennen.


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Alles was zum besseren Verständnis dazugehört!

O´Neils Strategie verfolgt sowohl quantitative als auch qualitative Ansätze. Für seine Aktienselektion sind fundamentale sowie charttechnische Begebenheiten gleichermaßen von Bedeutung. Für ein besseres Verständnis empfiehlt es sich, grundlegend mit der Analyse führender Unternehmen der Vergangenheit zu beginnen. Das Studium vergangener Gewinneraktien ist zwar sehr mühselig und zeitintensiv, dennoch ist es gerade für Neulinge eine gute Gelegenheit, die Eigenschaften erfolgreicher Unternehmen kennenzulernen.

William O´Neil vermittelt in seinem Buch „Wie man mit Akien Geld verdient“ neben seiner CAN SLIM-Methode weitere wichtige Erkenntnisse:

  • Kaufe Aktien, die sich gerade auf dem Weg nach oben und NICHT auf dem Weg nach unten befinden. Ein Nachkaufen bietet sich erst dann an, wenn Ihnen der Markt den Kauf durch steigende Kurse bestätigt. Der erneute Kauf bei steigenden Kursen erhöht zwar Ihren durschnittlichen Einkaufspreis, doch der bereits vorhandene Gewinnpuffer sollte für Sicherheit sorgen. Bei fallenden Kursen sollte jedoch nicht nachgekauft werden, denn „Warum schlechtem Geld noch gutes hinterherwerfen“?
  • Nur weil Aktien stark gefallen sind, ist die Bewertung noch lange nicht preiswert. Daher emphielt es sich, Aktien zu kaufen, die sich ihren Hochs annähern und nicht ihren Tiefs. Eine höhere Unternehmensbewertung kann lukrativer sein als eine niedrige.
  • Entwickelt sich eine Aktie wider Erwarten gegen die erhoffte Richtung, sollte die Position frühzeitig glattgestellt werden, damit Schlimmeres verhindert wird und Verluste stets klein gehalten werden. O´Neil gibt seinen Aktien ausnahmslos maximal minus 8 %.
  • Selbstüberschätzende Fundamentanalysen, die einzig und allein auf dem Buchwert, dem Kurs-Gewinn-Verhältnis oder einer Dividendenrendite beruhen, sollten vermieden werden – jene Kennzahlen hatten in den vergangenen Jahren für die Identifizierung gigantischer Kursanstiege eine eher bescheidene Prognosequalität. Achten Sie lieber auf Kennzahlen, aus denen sich mehr Spielraum für die zukünftige Entwicklung ableiten lässt, wie zum Beispiel das Gewinnwachstum, Preis- und Volumenveränderungen sowie auf Umsatzentwicklungen. Vor allem die Marktstellung des Unternehmens spielt eine entscheidende Rolle. Die zentrale Fragestellung lautet also: Ist das Produkt des Unternehmens dauerhaft besser und profitabler als das der Konkurrenz?
  • Andere Meinungen dürfen keinen allzu starken Einfluss auf die Investitionsentscheidung haben. Andersdenkende gibt es eigentlich immer. Unter Sentimentsgesichtpunkten ist eine gewisse Uneinigkeit gar nicht schlecht.
  • Charts, Charts und noch mehr Charts. Es müssen gar nicht die kleinen Zeiteinheiten sein. Versuchen Sie einfach, ein Gefühl für ein bullisches Chartsbild zu bekommen.

Die aussichtsreichsten Chartformationen:

Als Trader muss man in der Lage sein, Preisbewegungen in Charts richtig zu bewerten, denn große Kursanstiege gehen meist aus starken, erkennbaren Preisformationen hervor. Für die Ermittlung von günstigen Einstiegspunkten ist das Timing die halbe Miete. O´Neil arbeitet im Wesentlichen mit fünf Chartmustern:

Tassenformation

Die Tassenformation – oder auch „Tasse mit Henkel“ – ist eine der bekanntesten charttechnischen Formationen. Leider lässt diese Chartformation einen großen Interpretationsspielraum zu, aber in der Regel bildet sich eine Tassenformation in drei bis sechs Monaten – allerdings kann es aber auch bis zu 65 Wochen (!) andauern. Die durchschnittliche Korrektur von der „linken Tassenoberkante“ bis zum „Boden der Tasse“ reicht von 12 bis 15 %. In Ausnahmefällen kann die Korrektur auch mehr betragen. Im Idealfall geht der Tassenformation ein Kursanstieg von mindestens 30 % voraus.

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Doppelboden

Die Chartformation „doppelter Boden“ gleicht dem Buchstaben W. Dieses Muster leitet in der Regel eine Trendwende ein. Charakteristisch für diese Formation sind zwei Tiefs zum gleichen Preisniveau oder noch besser ein zweites tieferes Tief, um schwächere Anleger auszusieben. Die Entstehungs-kriterien ähneln denen der Tassenformation.

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Flache Basis

Aktien bewegen sich meist stufenartig nach oben; deshalb stellt die „flache Basis“ eine attraktive Einstiegsgelegenheit dar. Nach einem Kursanstieg von min. 20 % konsolidieren Aktien häufig fünf bis sechs Wochen seitwärts über die Zeit-Achse, bevor ein erneuter Ausbruch unter hohem Volumen stattfindet. Dabei korrigiert der Aktienkurs höchstens um 10 bis 15 %.

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Quadrat

Wie der Name schon sagt, ähnelt diese Formation einem Quadrat. Üblicherweise entsteht dieses Muster in vier bis sieben Wochen und korrigiert dabei für gewöhnlich um 10 bis 15 %. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich auch hier die Rallye dynamisch fortsetzt, ist hoch.

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Enge Flagge

Die Kursformation „Enge Flagge“ auf hohem Niveau beginnt in der Regel damit, dass sich eine Aktie innerhalb eines sehr kurzen Zeitraums (vier bis acht Wochen) verdoppelt. Bevor der Titel allerdings wieder durchstartet, findet für gewöhnlich eine mehrwöchige Korrektur um höchstens 10 bis 25 % statt.

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Wir empfehlen Ihnen auch, William O´Neils Buch „Wie man mit Aktien Geld verdient“ zu lesen. Darin erklärt der erfolgreiche Anleger ausführlich seine CAN SLIM-Methode und untermauert seine Strategie mit zahlreichen Beispielen.

Quellenangabe: Der Inhalt beruht auf einer Kombination aus indirekten Zitaten aus dem Buch: "Wie man mit Aktien Geld verdient." und eigenen Anlagestrategien des Autors.