• Ethereum ETH/USD - Kürzel: ETH - ISIN:
    Kursstand: 1.307,30938 $ (Bitfinex) - Zum Zeitpunkt der Artikel-Veröffentlichung
  • Ethereum ETH/USD - Kurs: 1.307,30938 $ (Bitfinex)

Genauere Details, was bei der Umstellung der Ethereum-Blockchain ("The Merge") von "Proof of Work" auf "Proof of Stake" passiert ist, hat der Kollege Sacha Huber kürzlich hier erläutert. Die Finalisierung der Umstellung am Donnerstagmorgen verlief problemlos und zeigte sich im Kursverlauf von Ether (ETH/USD) recht unspektakulär: Es kam zu keinen größeren Kursausschlägen. Am Nachmittag des 15.09. drehte dann der gesamte Kryptowährungsmarkt nach unten, auch Ether konnte sich dieser Entwicklung nicht entziehen. Mit dem Bruch der kurzfristigen Aufwärtstrendlinie kam stärkerer Verkaufsdruck auf, der bei Ether eine dynamische Abwärtswelle einleitete. Diese fällt im Vergleich zu den anderen großen Kryptowährungen überproportional heftig aus. ETH/USD rutscht auf den tiefsten Stand seit Mitte Juli zurück.

Die Käufer unter Zugzwang

Nachdem Ether ab dem Jahrestief im Juni durch relative Stärke gegenüber vielen anderen großen Coins und Token glänzen konnte und sich auch vor dem "Merge" noch solide und auf hohem Niveau präsentierte, kommt es seit der Umstellung zu vergleichsweise starkem Verkaufsdruck. Auch das alte 2017er Hoch, welches Ende August noch als Unterstützung bestätigt werden konnte, wurde nach unten hin durchbrochen.

Aktuell erreicht ETH/USD den Support bei 1.260 - 1.300 USD, wo sich Gegenwehr der Käufer zeigt. An dieser Kreuzunterstützung liegen eine Horizontalunterstützung, die alte Abwärtstrendlinie (rot gestrichelt) sowie die potenzielle Unterkante einer bullischen Flagge. Hier könnte es zu einer größeren Richtungsentscheidung kommen.

Das bullische Szenario

Im positiven Fall erfolgt hier bei 1.260 - 1.300 USD eine Stabilisierung und ein größerer Trendwechsel nach oben. Für erste, kleine Impulse müsste es zu einer signifikanten Rückkehr über 1.420 - 1.500 USD kommen. Dann wären die Bären ausgebremst, ein Anlauf auf die Flaggenoberkante bei grob 1.600 USD könnte dann folgen.

Oberhalb davon liegen bei 2.030 - 2.160 USD und dann bei 2.440 - 2.500 USD die nächsten wichtigen Hürden. Erst deren nachhaltiges Überwinden würde größere Kaufsignale auf den höheren Zeitebenen liefern, erste Ziele lägen dann bei 3.280 - 3.680 USD und später am Allzeithoch. Diese Szenarien sind im Chart in grau skizziert.

Das bärische Szenario

Kommt jetzt allerdings weiterer Verkaufsdruck auf, direkt oder nach einem bärischen Rücklauf bis 1.420 - 1.500 USD, droht mit einem signifikanten Abrutschen unter 1.230 USD ein weiteres Verkaufssignal. Dann wäre der Coin anfällig für weitere Abgaben bis 1.000 oder 880 - 930 bzw. 780 - 800 USD.

Dort bei 880 - 930 bzw. 780 -800 USD könnten dann neue Versuche einer Trendwende unternommen werden. Zumindest größere Kurserholung sollten von diesen Preiszonen aus möglich werden.

Fazit:

Aus charttechnischer Sicht war "The Merge" ein Non-Event. Viel spannender wird jetzt das Verhalten hier am wichtigen Support bei 1.260 - 1.300 USD. Wer auf das bullische Szenario wetten möchte, findet ab jetzt attraktive, antizyklische Einstiegschancen. Enge Absicherungsmöglichkeiten würden hier gute Chance-Risiko-Verhältnisse (CRV) ergeben. Doch auch das Enttäuschungspotenzial ist sehr hoch, das sollte man nicht vergessen.

Das bullische Szenario ist dennoch lediglich in grau skizziert, im Gegensatz zu den blauen Tendenzpfeilen also das Alternativszenario. Der Grund dafür liegt unter anderem auch in der anhaltenden Schwäche der anderen Kryptowährungen sowie des Aktienmarktes.

Nach wie vor zeigt sich seit dem Sommer eine enorme Schere bei den größten Coins und Token, viele zeigen anders als Ether sehr schwache Kursmuster und könnten weiter fallen (mehr dazu hier: BITCOIN - Bald nicht mehr die Nummer 1?). Am charttechnisch attraktivsten präsentiert sich derzeit weiterhin Cosmos (ATOM/USD).


Risikohinweis: Bei den Kryptowährungen handelt es sich um hochspekulative und extrem volatile Basiswerte. Der Handel ist also erhöhten Risiken unterworfen, ein strenges Moneymanagement ist zwingend erforderlich.