HSBC Daily Trading

    Risiko: „bearishe“ Flagge bzw. SKS-Formation

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    Auf der Unterseite gilt es indes, die 200-Wochen-Linie (akt. bei 1,1311 USD) unbedingt zu verteidigen. Zusammen mit den Tiefs von 2018 bei 1,1297/1,1213 USD entsteht auf diesem Niveau eine wichtige Haltezone (siehe Chart 1). Ein Bruch dieser Bastion hätte mehrere negative Implikationen: Zum einen müsste die EUR-Erholung seit Januar 2017 damit als Bärenflagge interpretiert werden, zum anderen dürfte ein nachhaltiges Abgleiten unter den angeführten langfristigen Durchschnitt als Katalysator für die bereits angerissene Schulter-Kopf-Schulter-Formation dienen. Unter dem Strich markiert die Zone 1,13/1,12 USD deshalb einen wichtigen unterjährigen Taktgeber. Das Abschlagspotential aus der SKS-Umkehr lässt sich auf rund 10 US-Cents taxieren. Auch das angeführte Konsolidierungsmuster lässt ein Wiedersehen mit den Tiefs bei 1,0456 USD bzw. 1,0339 USD befürchten. Auf dem Weg in diese Region sollten Anleger den Kumulationspunkt bei rund 1,08 USD beachten. Hier fällt eine Pivot-Unterstützung – abgeleitet aus dem o. g. Jahres-Pivotpunkt – bei 1,0898 USD mit verschiedenen Hochs bei gut 1,08 USD sowie dem Aufwärtsgap von Ende April 2017 bei 1,0819/1,0777 USD zusammen. Auf der Währungsseite sind solche Kurslücken äußerst selten.

    EUR/USD (Weekly)

    Außer Spesen nichts gewesen

    Auch in Bezug auf das Währungspaar EUR/USD möchten wir saisonale Aspekte auf den Prüfstand stellen. Da wir den typischen Verlauf in Vorwahljahren der USA beleuchten – das Saisonmuster also angelehnt an den US-Präsidentschaftszyklus untersuchen – stellen wir die durchschnittliche Entwicklung aus Sicht des Greenbacks dar. Gemessen am typischen Verlauf aller Vorwahljahre seit 1971 steht Anlegern bis in den Mai eine volatile Seitwärtsphase ins Haus (siehe Chart 2). Von Mai bis August besitzt der US-Dollar dann saisonalen Rückenwind. Auffällig ist in dieser Periode die scharfe Juli-Korrektur, die für eine Unterbrechung der eigentlich guten USD-Phase sorgt. Ende August besteht die Gefahr eines zyklischen USD-Hochs. Nicht nur in Vorwahljahren, sondern ganz grundsätzlich sieht sich die US-Valuta in der 2. Jahreshälfte eher mit saisonalem Gegenwind konfrontiert. Ende August tritt der US-Dollar in einen bis zum Jahresultimo anhaltenden saisonal herausfordernden Zeitraum ein. Unter dem Strich gilt damit für das gesamte Vorwahljahr das Motto vom Jahresbeginn „außer Spesen nichts gewesen“. Das Ablaufmuster „volatil mit Schwankungen, aber insgesamt wenig Veränderung“ begünstigt 2019 somit einen Tradingmarkt ohne klare Trendrichtung.

    EUR/USD (Daily)

    Commercials: EUR-Netto-Longposition

    Während der Faktor „Saisonalität“ ein leichtes Gegengewicht zu dem charttechnischen Belastungsfaktor in Form des intakten EUR-Abwärtstrends darstellt, sendet der aktuelle Commitment of Traders-Report zum Teil durchaus widersprüchliche Signale. So weisen die von der US-Aufsichtsbehörde CFTC wöchentlich publizierten Daten seit Oktober 2018 für die „wissenden“ Commercials wieder eine EUR-Netto-Longposition aus (siehe Chart 3). Damit haben die Engagements der großen „Hedger“, denen im Vergleich zu den Spekulanten ein „glücklicheres Händchen“ unterstellt wird, um 180 Grad gegenüber dem Jahresauftakt 2018 gedreht. Letztlich steht die beschriebene Positionierung deutlicheren Kursverlusten der europäischen Einheitswährung im Vergleich zum US-Dollar entgegen. Wenn Investoren allerdings den zugrundeliegenden EUR-Baissetrend berücksichtigen, dann fällt auf, dass im Verlauf dieses Trends EUR-Erholungen erst ab signifikant höheren Netto-Positionen einsetzten. So waren 2012 und 2015 jeweils mehr als 250.000 Kontrakte Netto-Longpositionierung nötig, um eine EUR-Erholung einzuleiten. Im Jahr 2010 waren es zumindest 100.000 Kontrakte. Vor einem zyklischen EUR-Tief ist deshalb möglicherweise noch eine Ausdehnung der Netto-Longposition notwendig.

    EUR/USD (Weekly)

    Trendwendegefahr hoch Drei

    Zum Abschluss des Themenkomplexes der CoT-Daten sei zudem darauf verwiesen, dass die Commercials im USD-Index spiegelbildlich über eine Netto-Shortpositionierung verfügen. In einem letzten Schritt möchten wir noch konkreter werden und die preisliche wie auch die zeitliche Dimension eines möglichen Ablaufplans 2019 mit Leben füllen. Während Fibonacci-Retracements zur Ermittlung möglicher Unterstützungsniveaus mittlerweile fester Bestandteil des Arsenals des Technischen Analysten geworden sind, fristen Fibonacci-Zeitprojektionen eher ein „Mauerblümchen Dasein“. Wir messen solchen Projektionen der zeitlichen Relationen dann eine besondere Bedeutung bei, wenn diverse Zeitverhältnisse zusammenfallen. Obwohl es keine Gesetzmäßigkeit gibt, so besitzen solche Zeitcluster doch eine erhöhte Wahrscheinlichkeit einer Trendwende. Deshalb sollten Anleger 2019 das 1. Quartal auf dem Radarschirm haben – und zwar aus dreifacher Hinsicht. Zunächst einmal „deutet“ die 138,2 % Projektion der gesamten EUR-Aufwärtsbewegung von 2000 bis 2008 auf diesen Zeitraum. Gleiches gilt für das 23,6 %-Pendant der EUR-Baissephase von 2008 bis 2017. Abgerundet wird das Zeitcluster durch die 76,4 %-Projektion der letzten Abschwungbewegung von Mai 2014 bis Anfang 2017 (siehe Chart 4).

    EUR/USD (Quarterly)

    Der Charme des 1. Quartals und Fahrplan 2019

    Anleger sollten sich also das 1. Quartal dick im Investmentkalender des neuen Jahres anstreichen. Wenngleich ein Check der konkreten charttechnischen Situation erforderlich ist, besitzen in diesem Zeitfenster potentielle Umkehrsignale besonders gute Erfolgsaussichten. Vor diesem Hintergrund können wir uns eine weitere EUR-Schwäche bis zum Ende des 1. Quartals 2019 sehr gut vorstellen. Ein Unterschreiten der Schlüsselzone bei 1,13/1,12 USD dient dabei als Katalysator für ein Schließen des – auf der Währungsseite – seltenen Phänomens einer Kurslücke bei rund 1,08 USD (siehe Chart 5). Einhergehend mit einer weiteren Ausdehnung der EUR-Netto-Longpositionen der Commercials sehen wir von diesem Niveau aus EUR-Erholungschancen. Da es beim Währungspaar EUR/USD für das neue Jahr durchaus widersprüchliche Signale gibt, sollten sich Investoren auf die „Basics“ der Technischen Analyse fokussieren. Mit Blick auf das große Bild muss unverändert von einem intakten Abwärtstrend ausgegangen werden. Die Kernbotschaft unserer Analysemethode, wonach der Trend dein Freund ist, verbietet demnach große Wetten zugunsten der europäischen Einheitswährung.

    EUR/USD (Weekly)

    Prozyklischer EUR-Selltrigger

    Mit der Fortschreibung des USD-Trends nehmen wir die konträre Position zur Mehrheit der fundamentalen Prognosen ein, die im Durchschnitt ein EUR-Comeback voraussagen. Aufgrund der massiven Hürden wird das aus charttechnischer Sicht kein leichtes Unterfangen. Ein Überwinden des seit 2008 bestehenden EUR-Baissetrends oder gar ein Spurt über den angeführten Kumulationswiderstand bei rund 1,26 USD halten wir 2019 für unwahrscheinlich. Neben dem prozyklischen EUR-Selltrigger bei 1,13/1,12 USD führt diese Arbeitshypothese zu einer weiteren Orientierungshilfe: Sollte es im Jahresverlauf tatsächlich zu einer EUR-Erholung kommen, dann dürfte die Marke von 1,20 USD das Ende der Fahnenstange markieren. Im Dunstkreis dieses Levels können Investoren nach dem Motto „sell the rallies“ verfahren und neue EUR-Shortpositionen eingehen. Per Jahresende 2019 legt vor allem der Faktor „Saisonalität“ kaum veränderte EUR/USD-Notierungen nahe, so dass es kein Jahrgang für „große FX-Wetten“ werden dürfte. Vielmehr geht es 2019 darum, die drei oder vier Tradinggelegenheiten des Jahres zu erkennen. Erinnern Sie sich an den Ein-Dollar-Schein aus der Einleitung? 13 Mal kommt die Zahl 13 darauf vor. 13 Teile bzw. Absätze umfasst unser diesjähriger Währungsausblick. Wenn das kein Omen für 2019 ist!

    EUR/USD (Weekly)

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    Autor: Jörg Scherer