• EUR/USD - Kürzel: EUR/USD - ISIN: EU0009652759
    Börse: FOREX / Kursstand: 1,17900 $

Im Gegensatz zum Aktien- oder zum Anleihemarkt ist der Devisenmarkt der einzige Markt, an dem unter der Woche rund um die Uhr gehandelt wird. Von Sonntagabend (8 Uhr früh in Neuseeland) bis Freitagabend (17 Uhr New Yorker Zeit) ist der Handel am Devisenmarkt ohne jede Unterbrechung möglich.

Wirtschaftsdaten und sonstige Nachrichten, welche die Erwartungen des Zinsniveaus einer bestimmten Währung und damit den Wechselkurs beeinflussen, werden in der Regel in kürzester Zeit (im Falle von Computer-Algorithmen in Sekundenbruchteilen) in entsprechende Kauf- und Verkaufsorders umgesetzt. Zwischen Freitagabend und Sonntagabend bleibt der Devisenmarkt geschlossen und kann dementsprechend nicht auf entsprechende Nachrichten reagieren.

Marktteilnehmer, die Positionen über das Wochenende halten, setzen ihr Kapital somit dem so genannten "weekend risk" ("Wochenend-Risiko") aus. Dies ist ein nicht unerhebliches Risiko, da im eher illiquiden Handel am Sonntagabend (Neuseeland 8 Uhr morgen am Montag) nach entsprechenden Nachrichten über das Wochenende oftmals Kurse zustande kommen, die deutlich vom Schlusskursniveau am Freitagabend abweichen. Bestehende Stop Loss-Orders werden somit zu einem ganz anderen - in der Regel schlechteren - Kurs ausgeführt als geplant. Ist die Handelsposition im Vergleich zur Kontogröße zu groß, kann sogar das komplette Handelskonto gefährdet sein.

Die Zypern-Krise 2013

Eine Währung, die in den vergangenen Jahren relativ häufig mit Kurslücken eröffnete, war das britische Pfund im Umfeld der Brexit-Diskussionen. Da gab es häufig Schlagzeilen über das Wochenende. Aber auch der Euro ist gegen extreme Kurslücken nicht immun - im Gegenteil.

EUR/USD ist das liquideste und meist gehandelte Währungspaar weltweit. Auch hier können allerdings wichtige Nachrichten über das Wochenende zu teilweise extremen Kurslücken führen. Ein relativ krasses Beispiel einer Kurslücke von 163 Pips (!) gab es vor 5 Jahren im März 2013 im Umfeld der Zypern-Krise.

Am Freitag den 15. März ging das Paar bei 1,3077 USD aus dem New Yorker Handel, der erste Kurs, der am späten Sonntagabend zustande kam, lag dann mit 1,2914 USD mehr als 160 Pips tiefer. Eine eventuell bestehende Stop-Loss order für eine Longposition bei 1,3000 USD wäre somit erst gut 85 Pips unter dem eigentlich geplanten Level ausgeführt worden.

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Italien im Mai 2018

Auch in der jüngeren Vergangenheit gab es größere Kurslücken im EUR/USD am Sonntagabend - wenn auch nicht in der Größenordnung vom März 2013. Am Freitag den 25. Mai 2018 schloss EUR/USD am Freitagabend bei 1,1649 USD, um am Sonntagabend bei 1,1683 USD zu eröffnen - ein Aufwärtsgap von immerhin 34 Pips (siehe unten stehenden Stundenchart aus dem vergangenen Monat).

Das "weekend risk" wird auch in den kommenden Wochen und Monaten nicht geringer werden und sollte daher im Bewusstsein eines jeden Forex-Traders fest verankert sein.

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