• Fresenius SE & Co. KGaA - Kürzel: FRE - ISIN: DE0005785604
    Kursstand: 29,190 € (XETRA) - Zum Zeitpunkt der Artikel-Veröffentlichung
  • Fresenius SE & Co. KGaA - WKN: 578560 - ISIN: DE0005785604 - Kurs: 29,190 € (XETRA)

Der deutsche Dividendenaristokrat, der seit mehr als 25 Jahren regelmäßig die Dividende erhöht, kommt einfach nicht wirklich vom Fleck. Meine persönliche Hoffnung, dass nach einem Abklingen der Pandemie die Krankenhäuser wieder im Normalbetrieb laufen und auch der Absatz der Medizinprodukte wieder in Schwung kommt, hat sich bislang jedenfalls nicht bewahrheitet. Was spricht gegen die Fresenius Aktie?

Probleme über Probleme

Erst jüngst musste der Krankenhausbetreiber und führende Hersteller von Infusionen, künstlicher Nahrung und Arzneimitteln einen weiteren Rückschlag verkraften, als ein Gerichtsurteil gegen DaVita auch die Dialyse-Tochter Fresenius Medical Care (FMC) in Mitleidenschaft zog. Analysten und das Unternehmen selbst gaben hier aber tendenziell schnelle Entwarnung. Es wurde übertrieben und so negativ wie zunächst vermutet ist das Urteil gar nicht. Die UBS sieht beispielsweise kaum negative Auswirkungen für FMC. Auch Barclays und Berenberg sehen die Entscheidung gegen DaVita nicht als Gamechanger für FMC im US-Dialysemarkt.

Jeffries sieht die Papiere von FMC sogar als klar unterbewertet an und vollzieht am heutigen Morgen einen deutlichen Meinungsumschwung. Die Aktie wird von „Underperform“ auf „Buy“ aufgestuft. Fresenius hält aktuell 32 % der FMC Aktien im Bestand.

Weniger positiv sieht der Analyst James Vane-Tempest von Jeffries allerdings die Papiere von Fresenius selbst. Fresenius Kabi weise laut jüngsten US-Analysen immer noch einen schwierigen Geschäftsverlauf aus. Fresenius werde für Anleger wohl bis auf Weiteres eine Wertfalle bleiben und Bedenken hinsichtlich der Verschuldung dürften aktuell nicht helfen, so der Analyst. Die Umsetzungsrisiken für die weitere Konzernstrategie steigen und so senke man das Kursziel der Aktie von 40 EUR auf nur noch 30 EUR ab. Das Urteil bleibe bei „Hold“.

Fazit: Fresenius ist ohne Frage in schwerem Fahrwasser unterwegs. Die hohe Verschuldung wiegt im aktuellen Umfeld steigender Zinsen doppelt schwer. Rund 25 Mrd. EUR Schulden schleppt der Konzern mit sich herum. Das entspricht etwa dem 3,6x fachen des EBITDA. Zu viel für die aktuellen Zeiten! Ein erster großer Block von rund 2,3 Mrd. EUR wird aber auch erst 2024 fällig. Genug Zeit also, um den Konzern umzubauen. Die Werte sind ja trotz allem vorhanden. KGV, Kurs-Umsatzverhältnis usw. befinden sich auf dem tiefsten Stand seit über 20 Jahren. Der Konzern ist aber zunächst in der Bringschuld!

Jahr 2021 2022* 2023e*
Umsatz in Mrd. EUR 37,52 40,14 42,26
Ergebnis je Aktie in EUR 3,35 3,46 3,85
Gewinnwachstum 3,28 % 11,27 %
KGV 9 8 8
KUV 0,4 0,4 0,4
PEG 2,6 0,7
*e = erwartet, Berechnungen basieren bei
US-Unternehmen auf Non-GAAP-Daten

Der Autor hält Aktien von Fresenius

Offenlegung wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den folgenden besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse investiert: Fresenius SE & Co. KGaA (long)