• Gold - Kürzel: XAU/USD - ISIN: XC0009655157
    Börse: Commerzbank CFD / Kursstand: 1.321,700 $/Unze
  • Silber - Kürzel: XAG/USD - ISIN: XC0009653103
    Börse: Commerzbank CFD / Kursstand: 16,536 $/Unze
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Klammert man die Kursbewegungen auf den unteren Zeitebenen aus und orientiert sich bei Gold und Silber an der Entwicklung des mittelfristigen technischen Bildes, fallen zwei Dinge ins Auge: Beide Werte mussten bis zum Jahreswechsel 2015 auf 2016 herbe Verluste in Form von steil abwärtsgerichteten Verkaufswellen einstecken und beide Werte haben sich in den letzten Monaten innerhalb bogenförmiger, sogenannter Untertassen-Formationen schrittweise aus der Umklammerung des Verkaufsdrucks der vorherigen Abwärtstrends befreit. Beim Goldpreis ist dieser Faktor aufgrund der weiterhin nach oben gerichteten Konsolidierungsmuster noch ausgeprägter, als beim Silberpreis. Dafür hat dieser das größere Beschleunigungspotenzial und weiter entfernte Kurshürden, die für einen mindestens ebenso weitreichenden Anstieg sprechen, falls die näher rückenden Kaufmarken durchbrochen werden. 2018 könnte also ganz im Zeichen der Edelmetall-Bullen stehen.

Aufwärtsphase der parabolischen Trendwendeformationen erreicht

Die Besonderheit bei diesen Untertassenformationen ist der charakteristische Verlauf, der mit einer starken Trendphase beginnt – hier in den vergangenen Jahren abwärtsgerichtet, die langsam, Preisschwung für Preisschwung abebbt, bis sie in eine Bodenbildungsphase übergeht. Dieser schließt sich eine Phase der sukzessive anziehenden Preisaufschwünge an, die im Idealfall gespiegelt um einen Scheitelpunkt verläuft, welcher gleichzeitig den Tiefpunkt der Bewegung markiert.

Idealtypisch handelt es sich also um eine achsensymmetrische Parabel, die in dieser reinen Form natürlich höchst selten an den Börsen auftritt. Ihr Grundprinzip lässt sich dagegen häufig genug vorfinden, als dass die Charttechnik dem Phänomen einen eigenen Namen gegeben hat. Die wesentliche Eigenschaft, die Entschleunigung eines alten Trends, der Übergang in eine Seitwärtsphase mit einem oder mehreren markanten Tiefpunkten und der anschließende, den Bewegungen der ersten Trendphase ähnlichen neuen Trendbewegungen, könnte auch die Zukunft der beiden Edelmetalle beschreiben.

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Gold: In Lauerstellung vor starken Kurshürden

Der Goldpreis hat seinen Scheitelpunkt im Dezember 2015 bei 1.046 USD markiert und zieht seither volatil in Richtung des zentralen Widerstandsbereichs bei 1.375 bis 1.392 USD an. Im kurzfristigen Bild läuft aktuell eine Korrektur des jüngsten Anstiegs von 1.236 bis 1.366 USD. Dieser Anstieg könnte bereits die notwendige Durchschlagskraft für einen Ausbruch über die Widerstandszone mitbringen.

Die Rückeroberung der 1.355 USD-Marke könnte dabei den Startschuss für einen Ausbruch liefern. Klettert Gold auf Wochenschlusskursbasis über das Widerstandscluster, könnte es kurzfristig zu einem Anstieg bis 1.415 USD kommen. Nach einem Rücklauf an die früheren Barrieren hätte das Edelmetall auf Basis des aktuellen Anstiegs Aufwärtspotenzial bis 1.470 und 1.495 USD.

Wichtige Widerstände auf dem Weg nach Norden sind die 38,2 %-Retracementniveaus der großen Abwärtsbewegungen der letzten Jahre bei 1.509 USD und 1.585 USD. Erstere fällt auch mit dem klassischen Widerstandsniveau bei 1.522 USD zusammen. Dort ist entsprechend mit einer raumgreifenden Seitwärtsbewegung bzw. einer stärkeren Korrektur zu rechnen. Sollte der Goldpreis in den kommenden Monaten sogar über 1.585 USD ausbrechen, wären langfristig auch die Hochpunkte der Jahre 2012 und 2011 wieder erreichbar.

Um die aktuelle Chance auf einen Ausbruch über 1.375 bis 1.392 USD zu erhalten, muss Gold über der 1.285 USD-Marke verbleiben. Kurse unterhalb der Marke würden den Anstieg ausbremsen und dazu führen, dass das Edelmetall erst nach einer weiteren ausgedehnten Korrektur ausgehend von 1.236 bzw. 1.200 USD zum nächsten Schlag ausholen könnte. Unterhalb von 1.200 USD sollte man sich dagegen auf einen Einbruch an die Dezembertiefs des Jahres 2015 gefasst machen.

Gold Untertasse

Silber: Ein Nachzügler mit Sprungkraft

Bei Silber war der Abverkauf, der mit einem Tief bei 13,60 USD im Dezember 2015 seinen Tief- bzw. Höhepunkt erreicht hatte, wesentlich heftiger als bei Gold. Auch der Verlauf seit der steilen Erholung im Jahr 2016 zeigt, dass immer noch überwiegend Verkäufer im Markt agieren und damit die Aussichten auf einen Anstieg an die Hochs der Jahre 2012 und 2013 extrem niedrig sind. Allerdings ist das Aufwärtspotenzial bei Silber um einiges höher als beim Goldpreis. Und auch die Entwicklung der letzten Wochen lässt neben der Ausbildung von gleich zwei parabelförmigen Mustern bullisch in die Zukunft blicken:

Zum einen bildet sich bei Silber ein Abwärtstrendlinienfächer, der seit einigen Monaten zu Seite hin abgearbeitet wird. Dessen vorerst letzte Abwärtstrendlinie bei rund 17,50 USD kann schon als Signalgeber zum mittelfristigen Anstieg fungieren. Zudem bildet sich korrespondierend mit der kurzfristigen Untertassenformation seit Ende 2016 eine mehrstufige SKS-Formation, die bei einem Anstieg über 17,80 USD aktiviert wäre und für eine Trendwende sorgen kann. Es ist auch einiges an Aufwärtsdynamik notwendig, um die aufeinanderfolgenden Hürden bei 17,70, 18,21 und 18,60 USD zu durchbrechen. Dafür hätte das Edelmetall allerdings anschliessend Platz, um nahezu ungebremst bis 20,00 USD und darüber bis 21,13 USD zu steigen. Im Ausdehnungsfall könnte es sogar zu einer Rally bis 23,00 USD kommen.

Die Chance auf einen solchen Anstieg hätten die Bullen erst bei einem nachhaltigen Bruch der Unterstützung bei 15,58 USD vergeben. In diesem Fall sollte man sich auf eine weitere, mehrwöchige Korrekturbewegung bis 14,31 USD und darunter ggf. bis 13,60 USD einstellen.

Silber Untertassen