HeidelbergCement muss seit einigen Tagen Gewinnmitnahmen hinnehmen. Wie fügen sich diese in das Gesamtbild ein?

Kurzer Blick auf die Fundamentaldaten

Der Gewinn je Aktie schwankte in den letzten fast 20 Jahren stark. Im Jahr 2007 erzielte das Unternehmen den aktuellen Rekordgewinn von 17,11 EUR je Aktie. Nur zwei Jahre später verdiente der Konzern gerade noch 0,30 EUR je Aktie. Seitdem zieht der Gewinn je Aktie unter Schwankungen an. Für 2018 wird ein Gewinn je Aktie von 5,67 EUR erwartet. Diese Zahlen werden am 22. März veröffentlicht. 2019 soll dieser Gewinn auf 6,33 EUR ansteigen, 2020 sogar auf 7,25 EUR.

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Das historische KGV schwankt ebenfalls stark. Seit 2010 pendelt es zwischen 28,50 und 13,90. Auf Basis des aktuellen Kurses bei 63,66 EUR und der aktuellen Schätzungen ergibt sich für 2019 ein KGV von 10,05 und für 2020 eines von 8,78. Damit ist die Aktie aktuell im historischen Vergleich sehr niedrig bewertet.

2009 zahlte das Unternehmen eine Dividende in Höhe von 0,12 EUR. In 2018 soll diese bei 2,13 EUR liegen und über 2,42 EUR in 2019 auf 2,83 EUR in 2020 ansteigen.

Wie sehen Analysten die Aktie?

Zum aktuellen Zeitpunkt liegen 23 Einschätzungen vor. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 74,94 und damit fast 18 % über dem aktuellen Kurs.

16 Analysten/-innen sehen die Aktie positiv (14mal Kaufen, 2mal Übergewichten). 7 Häuser sehen die Aktie neutral, eine negative Einschätzung liegt nicht vor.

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Wie könnte man das Chartbild interpretieren?

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Im Januar 2018 markierte die HeidelbergCement-Aktie ein Mehrjahreshoch bei 96,16 EUR. Damit scheiterte ein Ausbruchsversuch über das Hoch aus dem November 2016 bei 94,59 EUR. Anschließend geriet der Wert massiv unter Druck und fiel auf den Aufwärtstrend seit Februar 2009 zurück. Am 27. Dezember 2018 stoppte bei 51,84 EUR dieser Abverkauf. Seitdem erholt er sich deutlich. Am 19. Februar gelang der Ausbruch über den Abwärtstrend seit Januar 2018. Allerdings scheiterte der Wert anschließend mehrfach am EMA 200. In den letzten Tagen gab er leicht nach. Diese Abgaben können bisher als Pullback an den gebrochenen Abwärtstrend eingeordnet werden. Die entscheidende Unterstützungszone liegt bei 62,26 EUR.

Solange die Aktie über 62,26 EUR notiert, besteht eine gute Chancen auf einen Ausbruch über den EMA 200 bei aktuell 65,31 EUR. Gelingt dieser, dann wäre Platz für eine weitere Rally in Richtung 68,96 und 74,58-76,94 EUR. Sollte es allerdings zu einem signifikanten Rückfall unter 62,26 EUR kommen, dann bestünde die Gefahr eines erneuten Rückfalls in Richtung des Aufwärtstrends seit Februar 2009 bei aktuell ca. 53,70 EUR.

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HeidelbergCement AG

Fazit: Billiger DAX-Wert mit bullischem Chartbild

Die Zahlen machen einen guten Eindruck. Die Aktie ist aufgrund der aktuellen Schätzungen so billig, dass sie auch nicht teuer werden würde, wenn die Schätzungen noch moderat sinken würden. Nach dem Ausbruch über den Abwärtstrend seit Januar 2018 zeigt die Charttechnik in die gleiche Richtung. Weitere Kursgewinne sind aufgrund des Chartbildes durchaus möglich.

Wie könnte man als aktiver Trader nun vorgehen?

Es bieten sich mehrere Optionen, die auch kombiniert werden können an. Eine Option wäre mit einer Limit-Order zu operieren. Man könnte im Bereich um 62,40 EUR eine Longposition eröffnen. Eine andere Variante wäre es, nach dem Ausbruch über den EMA 200 in die Aktie einzusteigen. Eine Kombination wäre beispielsweise, eine halbe Position per Limit-Order zu kaufen und die andere Hälfte im Falle eines Ausbruchs über den EMA 200 zu kaufen. Für das folgende beschränke ich mich auf die Variante des Kaufs per Limit-Order.

Man könnte also beispielsweise bei 62,40 EUR eine Position eröffnen. Für das SL könnte man sich an der Unterstützung bei 62,26 EUR orientieren. Man könnte das SL 2 % darunter, also 61,01 EUR setzen. Bei einem Ziel bei 74,58 EUR ergäbe sich eine Chance von 12,18 EUR. Das Risiko betrüge bei diesen Zahlen 1,39 EUR. Damit ergäbe sich ein beinahe exorbitantes CRV von 8,76. Bei einem solchen CRV bräuchte man gerade mal eine Trefferquote von 10,25 %, um vor Kosten Break Even zu laufen. Es müsste als nur knapp jeder 10. Trade das Ziel erreichen.