• EUR/USD - Kürzel: EUR/USD - ISIN: EU0009652759
    Kursstand: 1,2775 $ (FOREX) - Zum Zeitpunkt der Artikel-Veröffentlichung
  • Heizöl - Kürzel: Heizöl - ISIN: XC000A0LLNL4
    Kursstand: 2,59 Punkte (Indikation) - Zum Zeitpunkt der Artikel-Veröffentlichung
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  • EUR/USD - WKN: 965275 - ISIN: EU0009652759 - Kurs: 1,2775 $ (FOREX)
  • Heizöl - ISIN: XC000A0LLNL4 - Kurs: 2,59 Punkte (Indikation)
  • Gas Oil/Diesel - WKN: 967781 - ISIN: XC0009677813 - Kurs: 773,00 $/Tonne (Deutsche Bank Indikation)
  • Brent Crude Öl - WKN: 967740 - ISIN: XC0009677409 - Kurs: 92,14 $/Barrel (Deutsche Bank Indikation)
  • WTI Öl - WKN: 792451 - ISIN: XC0007924514 - Kurs: 87,80 $/Barrel (Indikation)

Als Häusle-Besitzer und/oder Verbraucher einer Heizöl-Heizung scheint aktuell ein gutes Preisniveau vorzuliegen. Der Heizöl-Preis für deutsche Verbraucher hat seit knapp vier Jahren ein derart günstiges Niveau nicht mehr erreicht. 3.000l Heizöl kosten derzeit pro 100l ca. 76,40 Euro – vor rund zwei Jahren lag der Preis noch deutlich über 90 Euro. Relevant für den Preis sowohl die Rohöl-Notierungen, der Preis für Heizöl in US-Dollar an den Futures-Börsen und natürlich der Kurs des EUR/USD.

Betrachten wir zunächst einmal die langfristige Sicht des Heizöl-Preises in US-Dollar:

Monatskerzen - Heizöl (Indikative Kurse)

Nach Ausbruch aus einem langfristigen Dreieck bestehen noch zwei Kursziele – einerseits bei neuen Tiefs unter 2,50$ die dann aktivierte Rückkehrlinie eines Abwärtstrend-Kanals sowie andererseits die nach unten abgetragene Schwankungsbreite des Dreiecks und somit ein Niveau von ca. 2,25$. Eine echte Aufhellung würde sich bei einem Anstieg über ca. 2,81$ ergeben.

Wochenkerzen - Heizöl (Indikative Kurse)

Im Heizöl wurde eine Range verlassen – das hieraus ableitbare Kursziel von 2,60$ wurde nun erreicht. Auch hier jedoch ein Dreieck, welches durchaus noch weiteres Abwärtspotenzial bereithält als auch ein Ausbruch aus einem Abwärtstrend-Kanal. Damit besteht die Chance in Richtung 2,50$ zu laufen – in Verbindung mit den obigen Monatskerzen also ist die Chance gegeben, dass sich der Heizöl-Preis in US-Dollar noch weiter verbilligt auch bis 2,25$.

Tageskerzen – Gas Oil (Indikative Kurse)

„Gasöl“ ist der Grundstoff für Heizöl und Diesel. Gasöl wird an den Rohstoffmärkten an der Nymex und in London gehandelt – als Future-Kontrakte Dollar/Tonne. Der Kursverlauf zeigt eine Beschleunigung der Abwärtsbewegung in den letzten Wochen. Gestern eine kleine Verschnaufpause, die aber noch keine Aussagekraft besitzt. Jedes neue Tief wäre hier negativ – nach der Reihe von ununterbrochenen Tagestiefs ist allerdings eine leichte Gegenbewegung oder Verschnaufpause am aktuellen Niveau einzuplanen. Deutlich positiv wäre ein Re-Break der 825$.

Wochenkerzen – WTI Oil (Indikative Kurse)

Mit Bruch der relevanten Unterstützungs-Zone bei ca. 92/91,50$ hat sich das Chartbild nochmals eingetrübt – nun besteht jedoch eine weitere relevante Unterstützung im Bereich zwischen ca. 86,46 bis 84,58$. Ein Pullback zudem in Richtung 90/91,50$ ist durchaus anzunehmen. Wirklich positiv wäre aber erst ein deutlicher Re-Break der 92 und folgend ein Anstieg über 96$.

Wochenkerzen - Brent Crude Öl (Indikative Kurse)

Auch im Brent Oil wurden Kursziele mehr als erreicht – die letzte lange schwarze Wochenkerze ist negativ und lässt noch einen Test der runden 90er-Marke und des Tiefs bei 88,51$ zu. Leicht positiv über 95$ (der Mitte der schwarzen Wochenkerze) sowie bei Re-Break über 98$. Zwischen 95 bis 98$ wäre aber eher auf Verkaufssignale in den kurzfristigeren Zeitebenen zu achten.

Fazit:

Aus Sicht der Ölpreis-Charts und des Heizöl-Charts ist zwar mit Gegenbewegungen zu rechnen, aber grundsätzlich besteht die Chance auf weiter fallende Kurse mit Test der nächsten relevanten Unterstützungen. Allerdings scheint die OPEC nicht mehr lange gewillt, dem Preisverfall tatenlos zuzuschauen. So verkündete Saudi-Arabiens Ölminister, dass das Preisband für OPEC-Öl zwischen 95 bis 110$/b unterschritten sei und Stützungsmaßnahmen erwogen werden. Inwiefern jedoch die OPEC hier tatsächlich aktiv wird ist einerseits noch fraglich und andererseits hat die Wirkung von Interventionen der OPEC am Ölmarkt in den letzten Jahren deutlich nachgelassen.

Interessant noch ein Blick auf den EUR/USD:

Monatskerzen EUR/USD

Starke US-Arbeitsmarktdaten schickten den Euro erst zum Ende der letzten Woche weiter gen Süden. Die Abwertung des Euro damit in den letzten Wochen auf einem neuen Tiefpunkt. Doch in dieser Woche eine erste Erholung - charttechnisch darf nun bei 1,25 EUR/USD eine starke Unterstützung angenommen werden.

So könnte sich mit der Erholung in dieser Woche eine Verschnaufpause in der Abwärtsbewegung durchsetzen. Der Fokus liegt hier aber eher auf „Pause“ als auf „Trendwende“. Denn die übergeordnete Sicht zeigt seit Mai 2014 deutlich fallende Kurse innerhalb eines Dreiecks an.

Mit der kräftigen Abwärtsbewegung, die ausgelöst wurde von Mario Draghi, dem Chef der EZB und seinem klaren Bekenntnis zu einer langfristig lockeren Geldpolitik der EZB, besteht letztlich auch die Möglichkeit, dass die untere Begrenzung des Dreiecks in den kommenden Wochen nicht nur getestet, sondern auch gebrochen wird. Ein Ausbruch nach unten würde daher als worst-case-Szenario auch einen Test der Parität des Euro zum US-Dollar beinhalten. Ein wieder fallender Euro gegenüber dem US-Dollar würde weitere moderate Abschwünge im Rohöl-Preis eher kompensieren.

Letztlich könnte so der derzeitige Zeitpunkt zum Kauf von Heizöl für den deutschen Verbraucher durchaus günstig sein. Wer noch etwas abwarten möchte, sollte in den kommenden Tagen/Wochen vor allem auf einen erneuten Abschwung im EUR/USD achten. Leichte Gegenbewegungen im Rohöl/Heizöl würden dagegen an der grundsätzlichen Abwärtstendenz noch nichts ändern.

Viel Erfolg - Ihr Stefan Salomon

Chartanalyst GodmodeTrader.de