Es gibt niemanden, der den Neuen Markt damals live erlebt hat und die Intershop-Aktie nicht kennt. Das Papier des E-Commerce-Software-Unternehmens war eines der Paradebeispiele für den steilen Anstieg im Zuge der Jahrtausendbubble und anschließend auch für den Fall des Neuen Marktes in die Bedeutungslosigkeit. Vom Namen her können hier allenfalls noch EM.TV oder Mobilcom mithalten. Die neue Generation an Tradern, denen dieses Kapitel der Börsengeschichte erspart blieb, sollten sich meiner Ansicht nach in jedem Fall über die damalige Zeit informieren. Was die Gier anbelangt, lassen sich aktuell sehr schöne Parallelen zu damals ziehen.

Doch zurück zur Intershop-Aktie: Bereits im Jahr 2002/03 warfen Journalisten die Frage auf, wann das Unternehmen Insolvenz anmelden wird. Heute schreiben wir das Jahr 2021 und Intershop existiert immer noch. Das Unternehmen wie die Aktie ist folglich ein Phänomen. Operativ läuft es inzwischen wieder besser, zumindest schreibt Intershop wieder schwarze Zahlen. Der letzte Bericht stammt aus dem Oktober 2020. Demnach fiel in den ersten neun Monaten 2020 ein positives EBIT von 0,6 Mio. EUR an. Im Vorjahreszeitraum war das Ergebnis mit -4,6 Mio. EUR noch klar negativ. Der Umsatz legte leicht um 4 % auf 24,3 Mio. EUR zu. Sehr positiv entwickelte sich der Cloud-Auftragseingang, der um 95 % auf 11,3 Mio. EUR nach oben sprang. Die Umsätze dort stiegen um 14 % auf 5,3 Mio. EUR. Die liquiden Mittel beliefen sich Ende September 2020 auf 11,1 Mio. EUR, die Marktkapitalisierung von Intershop liegt derzeit bei gut 53 Mio. EUR. Gestern wurde bekannt, dass Markus Klahn den langjährigen Vorstandsvorsitzenden Dr. Jochen Wiechen im August als neuer CEO ablösen wird.

Analysten erwarten bei Intershop auch 2021 und 2022 eine solide Entwicklung, wobei auf EBIT-Seite erst im kommenden Jahr Dynamik gesehen wird. Das KUV liegt bei 1,5, die KGVs bei 63 und 24.

Das mittelfristige Chartbild der Aktie ist interessant. Nach einer deutlichen Erholung von März 2020 bis in den Sommer korrigierte der Nebenwert und bestätigte die Zone um 3,00 EUR wiederholt als soliden Unterstützungsbereich. In dieser Woche nimmt die Aktie Fahrt auf und attackiert die Hochs um 3,80 EUR wie auch den langfristigen Abwärtstrend seit dem Jahr 2018. Kann der Titel diese Hürde hinter sich lassen, wäre der Start einer zweiten Aufwärtswelle denkbar, die zunächst bis 5,00 EUR und anschließend auf 6,72 EUR führen könnte. Unter 2,90 EUR schwinden dagegen die Chancen für die Bullen und der Small Cap dürfte in Richtung 2,28 EUR nachgeben.


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Jahr 2020 2021e* 2022e*
Umsatz in Mio. EUR 32,50 35,25 38,70
Ergebnis je Aktie in EUR 0,05 0,06 0,16
Gewinnwachstum 20,00 % 166,67 %
KGV 75 63 24
KUV 1,6 1,5 1,4
PEG 3,1 0,1
*e = erwartet
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Intershop-Aktie (Wochenchart)