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Externe Quelle: Landesbank Rheinland-Pfalz

Aktienmärkte trotzen der Konjunktureintrübung!

Wahrscheinlichkeit für die von uns skizzierte erneute Wachstumsdelle in den USA (siehe DAX-Spezial „12. August! Neue Chancen für Bären?) hat insbesondere in den vergangenen Tagen deutlich zugenommen. Die Liste der negativen Nachrichten, insbesondere aus den USA, ist beeindruckend.

- Der Chicago PMI-Index ist im August von 63,5 auf 49,2 eingebrochen. Dies ist der stärkste Rückgang in der 37jährigen Geschichte des Index.
- Das Michigan Konsumentenvertrauen ist im August eingeknickt und von 96,5 auf 89,1 zurückgefallen.
- Die hohen Juli-Konsumentenausgaben in den USA (+1,0% mom) sind u.a. auf eine Sparquote zurückzuführen, die im Juli auf minus 0,6% gesunken ist. Dies entspricht der niedrigsten Sparquote seit 1959, als die Aufzeichnung der Datenreihe begann.
- Im wachstumsverwöhnten China ist der Einkaufsmanagerindex (NTC) im August weiter von 51,5 auf 50,6 gefallen (17-Monats-Tief).
- Der DRAM-Index ist zwischen Anfang August und Anfang September 21 Tage in Folge gefallen, und zwar von 3.372 auf 3.121.
- In Deutschland enttäuschte der Einzelhandel mit einem Umsatzminus von 3,0% yoy im Juli. Der Einkaufsmanagerindex schaffte im August nicht den Sprung über die Marke von 50. Im Gegenteil: er fiel von 49,8 auf 48,7.

Die deutliche Eintrübung der Wachstumsperspektiven hat an den Renten- und Devisenmärkten zu starken Kursbewegungen geführt. Der Bund-Future hat die Marke von 124 Punkten erobert, und die Rendite für 10jährige Bundesanleihen nähert sich der Marke von 3 Prozent. In den USA ist die Rendite für 10jährige Staatsanleihen seit dem 8. August um 40 Basispunkte gefallen und notiert wieder im Bereich von 4 Prozent. Die Rendite für 2jährige Treasuries ist im gleichen Zeitraum von 4,16% auf 3,72% gefallen. Damit setzen die Märkte in den USA mittlerweile darauf, dass die Fed vorerst nur noch einen Leitzins-Schritt auf 3,75% vornehmen wird. Diese Änderung der Markterwartungen zur Fed-Politik hat den US-Dollar unter Druck gesetzt. Der US-Dollar hat die Marke von 1,25 US$/€ wieder überschritten, und das Dollarsentiment hat sich deutlich verschlechtert.

Warum reagieren die Aktienmärkte noch so gelassen?

Trotz des Sturzes der Renditen am Rentenmarkt und des Schwächeanfalls des US-Dollars reagieren die Aktienmärkte bislang relativ gelassen. Wie lässt sich das erklären? Neben den „Bullenfaktoren“, die wir in unserem DAX-Spezial genannt haben (u.a. attraktive relative Bewertung; M&A-Spekulationen, Restrukturierungspotential, Neuwahl-Phantasie), ist u.E. die Marktpsychologie zur Zeit eine wesentliche Stütze für den DAX.

Eine Reihe von Indikatoren signalisiert, dass sich zur Zeit relativ viele Investoren gegen fallende Kurse abgesichert haben bzw. auf fallende Kurse spekulieren. Diese pessimistische kurzfristige Markteinschätzung dient u.E. den Aktienmärkten zur Zeit als „Schutzschild“ gegen negative Nachrichten.

- Das Put-Call-Verhältnis für Indexoptionen (15-Tage-Durchschnitt) liegt an der Eurex mit 1,73 auf einem Rekordwert (Einjahresmittel 1,34). Ähnliches gilt für Aktienoptionen an der COBE (15-Tage: 0,99; 1 Jahr: 0,87).
- Das kurzfristige Anlegersentiment ist pessimistisch. Die Sentix-Umfrage für den 1-Monats-Zeitraum liegt auf einem Jahrestief. Die Anteil der „Bullen“ in den USA ist mit 32% deutlich unter dem Einjahresmittel von 43%.
- In den USA liegt die Anzahl der Leerverkäufe auf einem Rekordniveau. An der NYSE liegen sie um 5,3% über dem Durchschnitt der letzten 12 Monate, an der Nasdaq um 7,1%. An der NYSE würde es bei durchschnittlichen Handelsumsätzen derzeit 5,9 Tage dauern, um die Leerverkäufe zu schließen. An der Nasdaq wären es mittlerweile 3,2 Tage.

Wochenausblick: Negatives Sentiment dient zur Zeit als Schutzschild!

Die August-Verkehrszahlen der Deutschen Lufthansa und die Pflanzenschutz- Konferenz von Bayer bilden bereits die Höhepunkte aus dem DAXTerminkalender. Nach dem „TV-Duell“ Schröder gegen Merkel könnte die Neuwahl wieder etwas stärker in den Fokus rücken. Der wichtigste Wochentermin ist u.E. jedoch das Mid-Quarter-Update von Intel (Do). Insgesamt empfehlen wir aufgrund der anhaltenden Eintrübung der globalen Konjunkturperspektiven weiterhin eine vorsichtige Positionierung am deutschen Aktienmarkt - auch, wenn die pessimistischen kurzfristigen Markterwartungen (hohes Put-Call-Ratio, negative kurzfristige Anlegerstimmung, hohe Leerverkäufe in den USA) zur Zeit an den Aktienmärkten als Schutzschild gegen schlechte Nachrichten dienen.

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