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Externe Quelle: Schroders - Andy Lynch

Deutschland befindet sich in der Reform

Nachdem Deutschland über Großteile des vergangenen Jahrzehnts hinweg die Rolle des kranken Patienten Europas gespielt hat, scheint es für das Land nun wieder bergauf zu gehen. Die in diesem Monat stattfindende Wahl könnte eine reformwillige Koalition zwischen der rechts vom Zentrum angesiedelten CDU, die unter dem Vorsitz von Angela Merkel steht, und der liberalen FDP einläuten.

Diese Regierung würde wahrscheinlich sowohl die Reformen umsetzen, für die es dem derzeitigen Kanzler Gerhard Schröder nicht gelungen war, sich die Unterstützung seiner SPD zu sichern, und auch eine Reihe weiterer radikaler Reformen einführen, die auf eine Steigerung von Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit sowie eine Senkung seiner hohen Arbeitslosenquote abzielen.

Sollten Anleger angesichts dieser Wiederbelebungsaussichten ihre in der Vergangenheit oft negative Meinung über Europas größte Volkswirtschaft revidieren und ein regeres Interesse für Deutschlands Aktienmärkte entwickeln?

Deutschland ist die einzige der drei Kern-Volkswirtschaften der Eurozone, die sich ihres Reformbedarfs bewusst geworden ist. Kanzler Schröder, der seit 1998 im Amt ist, hat sich seit kurzem bemüht, das Richtige zu tun – als Beispiel hierfür sei die Arbeitsmarktreform Hartz IV erwähnt.

Im Gegensatz zu Italien hat Deutschland seine Lohninflation erfolgreich unter Kontrolle gehalten – in Deutschland sind die Lohnstückkosten im Fallen begriffen, während sie in Italien steigen. Währenddessen scheint man sich in Frankreich um solche Probleme gar nicht zu kümmern.

Die hartnäckige Blockade von Reformen durch seine eigene Partei hat Schröder jedoch gezwungen, die Wahl vorzuziehen. In den Medien scheint man sich darüber einig zu sein, dass er diese mit Wahrscheinlichkeit verlieren wird.

Wir können davon ausgehen, dass eine neue Regierung mit Angela Merkel als Bundeskanzlerin eine radikale Agenda einführen wird, die auf eine Reduzierung von Tarifverhandlungsrechten, der Arbeitsplatzsicherheit, des Anspruchs auf Sozial- und Krankenkassenleistungen und der direkten Besteuerung abzielt und Unternehmen die Einstellung von Mitarbeitern erleichtern wird – ein entscheidender Schritt für ein Land mit beinahe 5 Millionen Arbeitslosen, was einer Quote von 10% der erwerbsfähigen Bevölkerung entspricht.

Niedrigere Steuern und Lohnnebenkosten dürften sich kurzfristig positiv auf Gewinnspannen auswirken. Vermehrte Einstellungen dürften darüber hinaus innerhalb von drei bis vier Jahren langsam zum Verbrauchermarkt durchsickern. Die inländische Nachfrage wird sich letztendlich verbessern, sobald das Vertrauen der Bevölkerung in die Sicherheit des Arbeitsmarktes steigt.

Wie sollten Anleger auf diese positiven Zukunftsaussichten reagieren? Obwohl wir als Anlagestrategen unsere Anlageentscheidungen nicht ausschließlich auf der Grundlage volkswirtschaftlicher Ansichten oder Trends treffen, hat unsere Reaktion darin bestanden, dass wir unsere Gewichtung deutscher Aktien über die vergangenen Monate hinweg Schritt für Schritt erhöht haben.

Der Markt sieht billig aus, und wir werten die Aussicht auf Reformen definitiv als positives Zeichen. Durch die derzeitige Senkung der Unternehmenssteuern und Betriebskosten sollten Unternehmen in der kommenden Zeit einen guten Gewinnzuwachs erzielen können.

Die Aktie von MTU Aero Engines ist derzeit einer unserer Favoriten. Das Unternehmen erfreut sich einer großen Nachfrage aus der Luftfahrtbranche, sein nachbörslicher Umsatz steigt, und es beschäftigt eine große Zahl deutscher Arbeitskräfte.

Im Vorfeld der Wahl ist es jedoch wichtig anzumerken, dass Frau Merkel keine Maggie ist, und dass Deutschland nicht vor einer radikalen, über Nacht stattfindenden Kehrtwende steht, wie sie in den 1980ern im Vereinigten Königreich passiert ist. Es ist eher wahrscheinlich, dass sich hier die Änderungen schrittweise abzeichnen werden.

Obwohl es sicherlich stimmt, dass sich jede Änderung am Rande auf die Aktienkurse auswirken kann, sollten Anleger einen kühlen Kopf bewahren – ein Sieg der CDU am 18. September sollte nicht als unmittelbares Signal dafür interpretiert werden, z.B. ein insolventes deutsches Maschinenbauunternehmen mit einer problembehafteten Strategie aufzukaufen.

Die Grundlagen sind immer noch wichtig – die Zahlen müssen stimmen. Wir kaufen Anteile an Unternehmen, nicht Ländern.

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