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Externe Quelle: HVB

Hausse am Ölmarkt setzt sich fort

Trotz hoher Preise steigt die Ölnachfrage weiter an. Die IEA erwartet für 2006 ein Wachstum von 2,1% das sogar noch über dem Wachstum in 2005 von 1,7% (jeweils ggü. Vj.) liegen wird. Dies zeigt, dass die Wirtschaft noch nicht signifikant von den hohen Ölpreisen belastet wird. Auf der anderen Seite gibt es immer mehr Anzeichen, das die Ölförderung an ihre Grenzen stößt. So dürften die Nicht-OPEC Staaten bereits in der Nähe des Förderhöhepunktes für konventionelles Erdöl stehen. Auch der Förderhöhepunkt für „Sweet Crude“ dürfte erreicht sein. Kein Wunder also, wenn immer mehr offizielle Stellen vor dem globalen Förderhöhepunkt warnen und zu einer Gestaltung der Zukunft jenseits fossiler Brennstoffe auffordern. Wir erhöhen daher unsere Ölpreisprognosen und erwarten nun einen Durchschnittspreis für Brent in 2005 von 58 USD (nach 53 USD) und 73 USD in 2006 (nach 56 USD). Damit weichen wir noch einmal stark von der Konsensprognose ab, die derzeit bei 46 USD für 2006 liegt, auf der anderen Seite aber einen starken Aufwärtstrend aufweist.

Die Nachfrage nach Rohöl aus China, den USA und vielen Emerging Markets wird auch in 2006 trotz der hohen Preise nochmals um ca. 2% wachsen. Dies bestätigt unsere Analyse, die zeigt, dass die Konjunktur aufgrund einer deutlich gesunkenen Energieintensität den Ölpreisanstieg besser verkraften kann. Auf der anderen Seite heißt das aber auch, dass der Ölpreis noch weiter steigen wird, bevor der hohe Preis die Nachfrage dämpft und in Einklang mit dem nur leicht wachsenden Angebot bringt.

Die freien Kapazitäten der OPEC bleiben zu niedrig. Die OPEC wird in 2006 ihre freien Kapazitäten um ca. 700.000 bpd auf dann 33,4 Mbpd ausweiten. Damit bleiben die freien Kapazitäten im historischen Vergleich niedrig. Die OPEC will (oder kann?) ihre Kapazitäten nicht stärker erhöhen, da weltweit zu wenig Raffineriekapazitäten vorhanden sind um die zusätzliche Menge an Rohöl zu verarbeiten. Darüber hinaus lässt sich die zukünftige Ölförderung des Irak nicht abschätzen.

Der Förderhöhepunkt für Erdöl wirft seine Schatten voraus. Nach Ansicht von der ASPO (Association for the study of peak oil and gas) erreicht die weltweite Ölförderung incl. auch unkonventionellen Öls, wie z.B. der kanadischen Ölsande im Jahr 2007 ihren Höhepunkt. Danach wird die Ölförderung zurückgehen. Zwar kann dieser Zeitpunkt je nach Annahmen über die Ressourcen auch deutlich später liegen, doch weisen immer mehr Studien auch aus der Ölindustrie auf ein Bevorstehen dieses sogenannten „depletion mid point“ hin. So geht z. B. Exxon davon aus, dass die Ölförderung der Nicht-OPEC Staaten schon in fünf Jahren ihren Förderhöhepunkt überschritten haben wird. Schon heute stammt fast die Hälfte des zusätzlich geförderten Öls der Nicht-OPEC Staaten aus Ölsandprojekten bzw. aus verflüssigtem Erdgas! Ein immer größerer Teil der Förderung wird in der Zukunft von der OPEC stammen. Dies erhöht zum einen die politischen Risiken der Erdölversorgung und zum anderen wird auch der Anteil von „Sour Crude“ zunehmen, das sich von den Raffinerien noch schwerer verarbeiten lässt. Allerdings kann auch die OPEC nicht den z.B. von der Internationalen Energieagentur prognostizierten Bedarf decken. Saudi Arabien hat kürzlich darauf hingewiesen, dass die OPEC die Erwartungen des Westens ab dem Jahr 2015 nicht mehr erfüllen kann. Die Internationale Energieagentur, die in ihrem „World Energy Outlook 2004“ noch einen recht optimistischen Ölmarktausblick gegeben hat, ist nun auch wesentlich pessimistischer geworden. Im Mai erschien eine Studie mit dem bezeichnenden Titel „Saving oil in a hurry“, die den Regierungen im Falle eines Förderrückgangs von 1-2 Mbpd drastische Energieeinsparungsmaßnahmen empfiehlt. Darüber hinaus bleiben die Investitionen trotz Rekordgewinne der Ölmultis weit hinter den Erwartungen der IEA zurück, was die zukünftige Ölversorgung gefährdet. Dies liegt allerdings auch an dem fehlenden Zugang zu vielen potentiellen Ölfeldern. Im Ergebnis kann die Ölförderung bei den wenigsten börsennotierten Ölgesellschaften noch durch neue Reserven ersetzt werden. Chevron geht daher noch einen Schritt weiter und fordert Wissenschaftler und Entscheidungsträger zur Mitarbeit an einem neuen Energiezeitalter auf.

Anhaltende politische Spannungen erfordern weiterhin eine Risikoprämie. Der Ölpreis erreichte zuletzt auch vor dem Hintergrund neuer politischer Spannungen in Nahen Osten einen historischen Höchststand. Nach Terrorwarnungen wurde die USBotschaft in Riyad/Saudi Arabien für zwei Tage geschlossen. Darüber hinaus belastet der anhaltende Atomstreit mit dem Iran (zweitgrößter Ölförderer der OPEC) den Ölpreis. Darüber hinaus führt der Niedergang der Ölfelder in den USA und der Nordsee zu einer zunehmenden Verlagerung der Ölförderung der Nicht-OPEC Staaten in politisch unsichere Entwicklungsländer. So wird nach Angaben der OPEC fast ein Drittel der zusätzlichen Ölförderung der Nicht-OPEC Länder in 2006 aus Afrika kommen. Angesichts der niedrigen freien Kapazitäten der OPEC würde jede Förderunterbrechung zu einem kräftigen Anstieg der Ölpreise führen. Der Ölpreis wird daher auch weiterhin eine hohe Risikoprämie enthalten.

Der Ölpreis wird gegenwärtig nur wenig durch Spekulation getrieben. Die Commodity Futures Trading Commission, eine US Regierungsbehörde, erfasst an allen Terminbörsen in den USA die Handelsaktivitäten der verschiedenen Akteure:

1. Produzenten oder Konsumenten, die sich absichern wollen („Commercials“)

2. Trader („Non Commercials“, ab einem bestimmten Handelsvolumen), d.h. Händler, Banken und Fonds, die sich Spekulationsgewinne erhoffen

Über alle Futuresgeschäfte hinweg gesehen gibt es natürlich genau so viele Long- wie Short Positionen. Interessant ist aber, wie sich die einzelnen Gruppen positioniert haben. Unser Chart zeigt die Differenz der Long- und Shortpositionen der Trader. Als der Ölpreis im April 2005 erstmals knapp die 60 USD Marke erreichte, waren zu diesem Zeitpunkt extrem hohe Nettolongpositionen zu verzeichnen.

Die Gewinnmitnahmen dieser spekulativ eingestellten Gruppe brachten den Ölpreis bis Ende Mai nochmals knapp unter 50 USD zurück. Die aktuellen Aufwärtsbewegung auf über 60 USD wird jedoch nicht von den Spekulanten verursacht. Die Nettolongpositionen sind niedrig geblieben. Größere Gewinnmitnahmen, die im Mai 2005 zu einem Rückgang des Ölpreises geführt hatten, sind heute nicht zu erwarten.

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