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Externe Quelle: Schroders

Moderate Zinserhöhung Garant für günstiges Investitionsumfeld

Das Wirtschaftswachstum in den USA lässt allmählich nach. Insbesondere der Markt für Wohnimmobilien und der Einzelhandel stehen unter Druck, da die Verbraucher den Anstieg der Energiepreise durch Verzicht in anderen Bereichen ausgleichen.

Die Wirtschaftslage in Europa und Japan dürfte weiterhin solide bleiben. So ergab eine im Juni unter deutschen Geschäftsleuten durchgeführte Umfrage, dass die Zuversicht innerhalb der Unternehmerschaft ihren höchsten Stand seit sechs Jahren erreicht hat.

Verbesserung der Stimmungslage in Deutschland

Zudem zeichnet sich eine veränderte Haltung bei den deutschen Verbrauchern ab. Auch wenn viele Deutsche den Eindruck haben, dass die Wirtschaftslage sich nicht bessert, geht dennoch die Angst vor Arbeitslosigkeit zurück. Dieses Paradox zeigt sich auch daran, dass die Verbraucher jetzt zwar bereit sind zu kaufen, aber nicht, dabei auch mehr Geld auszugeben. Dies könnte auf eine nur vorübergehende Verbesserung der Stimmungslage hindeuten.

Steigende Verbraucherpreise in den USA führen zur Nervosität der Investoren

In den letzten Jahren wurden die steigenden Kosten für Benzin und andere Rohstoffe von den Unternehmen aufgefangen. Möglich war dies durch Einsatz verschiedener Strategien, die auf eine Verbesserung der Produktivität (wie z. B. verstärkte Automatisierung) und die Verlagerung von Produktionsstätten in Niedriglohnländer abzielten. In der Folge blieben die Verbraucherpreise stabil. Im Juni führten die steigenden Verbraucherpreise in den USA daher zu Nervosität unter den Investoren. Angesichts einer Teuerungsrate auf dem höchsten Stand seit zehn Jahren fürchtete man, dass Unternehmen nunmehr die steigenden Kosten direkt an die Verbraucher weitergeben. Hinzu kommt, dass der Konflikt in Nahost und die Unterbrechung der Erdölversorgung aus Nigeria den Ölpreis auf neue Höchststände treibt.

Zinspolitik der globalen Notenbanken

Mehrere Notenbanken haben bereits mit einer Erhöhung der Leitzinsen auf die möglicherweise aufkeimende Inflation der Verbraucherpreise reagiert. Einige davon, wie beispielsweise die Fed, die Bank of Japan und die Europäische Zentralbank, werden den Zinserhöhungskurs wahrscheinlich fortsetzen. Höhere Zinsen wirken sich in der Regel ungünstig auf die Entwicklung am Aktienmarkt aus. Wenn Wirtschaft und Privathaushalte einen größeren Teil ihres Einkommens für die Bedienung von Hypotheken und Darlehen aufwenden müssen, reduziert sich automatisch der Betrag, der für andere Güter und Services zur Verfügung steht.

Insofern besteht für Investoren das Risiko, dass zu stark an der Zinsschraube gedreht wird. Andererseits wäre aber auch eine nur halbherzige Anhebung der Leitzinsen nicht zwingend positiv zu bewerten. Sollten die Zentralbanken nämlich von präventiven zinspolitischen Maßnahmen absehen, würde die Wirtschaft ihr ungezügeltes Wachstum fortsetzen. Dann bestünde ein erhöhtes Inflationsrisiko, das schließlich zu aggressiveren und potenziell konjunkturschädlichen Zinserhöhungen zu einem späteren Zeitpunkt führen würde. Aber auch vorschnelle und überzogene Zinserhöhungen könnten sich ungünstig auf die weitere konjunkturelle Entwicklung auswirken. Angesichts der allgemeinen wirtschaftlichen Abkühlung ist überhaupt fraglich, ob dies der richtige Zeitpunkt für eine Anhebung der Leitzinsen ist.

Gute Aktienrenditen hängen in erster Linie von der Ertragslage der Unternehmen ab. Im Verhältnis zu den Unternehmensgewinnen bewegen sich die Aktienkurse immer noch im Bereich des Angemessenen.

Wir rechnen mit einer „sanften Landung“, soll heißen: Wir erwarten, dass die Währungshüter zinspolitisch maßvoll verfahren werden und die Zinsschraube weder zu stark noch zu schwach anziehen. Infolgedessen sollte das Investitionsumfeld insgesamt günstig bleiben.

Steigende Verbraucherpreisinflation drosselt privaten Konsum in den USA

In den USA ist die Inflation der Verbraucherpreise stark gestiegen. Dabei handelte es sich jedoch in erster Linie um eine einmalige Reaktion auf die höheren Energiepreise. Die Wirtschaft hat bereits unter Beweis gestellt, dass sie mit höheren Rohmaterialkosten fertig wird. Bevor die Inflationsentwicklung außer Kontrolle gerät, müsste zuerst eine beschleunigte Lohnentwicklung einsetzen. Das ist aber weder in Europa noch in Japan der Fall, auch wenn sich in den USA die Anzeichen für inflationsbedingte Lohnerhöhungen mehren. Dies deutet darauf hin, dass moderate Zinserhöhungen ausreichen sollten. In den USA zeichnet sich als Folge höherer Benzinpreise beim privaten Konsum bereits ein Rückgang ab.

Rahmenbedingungen in Deutschland und Japan stark von US-Konjunktur abhängig

Die Rahmenbedingungen in Deutschland und Japan scheinen stabil zu sein, die weitere Entwicklung ist jedoch von Unwägbarkeiten geprägt. Sowohl in Deutschland als auch in Japan sind die Exporte in die USA die treibende Kraft für die gesamtwirtschaftliche Erholung. Eine Abkühlung der US-Konjunktur wird sich daher zwangsläufig auf die Nachfrage nach Gütern und Leistungen aus Deutschland und Japan auswirken. Der globalen Inflationsentwicklung und weiterem Zinsauftrieb würde dadurch insgesamt Einhalt geboten.

Gewinnzuwächse an den Aktienmärkten nähern sich dem Höhepunkt

Die seit 2003 an den Aktienmärkten erlebte Rallye beruhte auf steigenden Unternehmensgewinnen. Ein verlangsamtes Wirtschaftswachstum würde auch das Gewinnwachstum schmälern. Aber auch ohne nachlassende Wachstumsentwicklung scheinen die Gewinnzuwächse sich jetzt ihrem Höhepunkt zu nähern. Es fragt sich, wie die Aktienmärkte auf sinkende Gewinne reagieren werden.

Betrachtet man die Entwicklung der Gewinne über einen längeren Zeitraum von 20 Jahren, stellt man fest, dass ihr Anstieg der wirtschaftlichen Wachstumsrate entspricht. Seit 2003 sind die Gewinne jedoch viel schneller gestiegen und liegen jetzt um fast 40 Prozent über dem Niveau, das sie bei „normalem“ Wachstum erreicht hätten. Auch bei Berücksichtigung dieses beschleunigten Gewinnwachstums befinden sich die Aktienkurse derzeit auf einem angemessenen, wenn nicht sogar niedrigen Level.

Weltkonjunktur trotz Verschärfung des Nahostkonflikts noch stabil

Angesichts der Verschärfung des Konflikts im Nahen Osten werden die Märkte sich wohl weiterhin abwartend verhalten. Der Ausgang dieser Art von politischer Krise lässt sich zwar nicht vorhersagen, aber Investoren sollten daran denken, dass die Spannungen sich erheblich ausweiten müssten, bevor sie die Weltkonjunktur ernstlich gefährden könnten. Insbesondere wäre dazu eine aktive Beteiligung des Irans – möglicherweise im Zusammenhang mit einer Intervention in oder durch Syrien – vonnöten. Dazu müsste der Iran sich aber von seiner gegenwärtigen Strategie, Öl nicht als außenpolitisches Druckmittel einzusetzen, verabschieden.