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Externe Quelle: HVB

Unsicherheiten bleiben erhalten

Die hawkishe Rhetorik der Zentralbanken lenkt den Fokus weiterhin auf die konjunkturellen Risiken. Das Statement zu der letzten US-Zinserhöhung ließ weiter offen, wann der geldpolitische Straffungszyklus in den USA beendet sein wird. Trotz der zunächst freundlichen Reaktion der Aktienmärkte hat sich das Risiko einer deutlichen konjunkturellen Abschwächung aufgrund eines Übersteuerns der Fed letztlich jedoch nicht verringert. Angesichts zunehmend deutlich werdender Schwächetendenzen am US-Immobilienmarkt und in der US-Industrie (der ISM Manufacturing fiel im Juni auf dem tiefsten Wert seit August 2005) ist vielmehr zu erwarten, dass die Aktienmärkte weiterhin sehr stark unter dem Einfluss der zyklischen Risiken stehen werden. Die US-Zinskurve stellt dabei einen an den Finanzmärkten viel beachteten Indikator für Rezessionsgefahren dar. Sollte es in den nächsten Wochen zu einer nachhaltigen Inversion kommen, dürfte dies eine Belastung für Aktien als Assetklasse darstellen.

Gefahr negativer Gewinnrevisionen nimmt zu. Das skizzierte Makro-Umfeld lässt eine steigende Anfälligkeit in den Gewinnschätzungen erwarten. Das Revision Ratio (Saldo aus Auf- und Abwärtsrevisionen in % der Gewinnschätzungen) ist in den USA aber auch in Europa in die Nähe der Null-Linie zurückgefallen. Allmählich rückläufige Konjunkturerwartungen (USA, Deutschland) sowie ein ungünstigeres Wechselkursumfeld (Eurozone) zeigen somit bereits erste Auswirkungen. In diesem Umfeld ist nicht zu erwarten, dass die in der nächsten Woche anlaufende Berichtssaison für Q2 (10.7. Alcoa, 14.7. General Electric, übernächste Woche: Intel, Nokia, SAP, Ericsson) nachhaltig positive Impulse für die Aktienmärkte liefern wird. Vielmehr dürften die Investoren dem Ausblick der Unternehmen einer Überprüfung unterziehen, selbst wenn die Zahlen für Q2 noch positiv überraschen sollten.

Eintrübung des Liquiditätsumfelds hält an. Neben den Rückwirkungen auf die Konjunktur wirkt sich der fortgesetzte globale Leitzinserhöhungszyklus negativ auf das Liquiditätsumfeld aus. Die geringere Attraktivität von Carry-Trades drückt sich teilweise auch in der schwachen Entwicklung der globalen Bondmärkte aus, hat jedoch auch Rückwirkungen auf andere Assetklassen. Typischerweise würde eine Trendwende der Bondrenditen nach unten auf ein bevorstehendes Ende der Verschlechterung des Liquiditätsumfelds hindeuten. Dies zeichnet sich bislang jedoch noch nicht ab, zumal sich die Anzeichen verdichten, dass Japan in der nächsten Woche seine mehrjährige Nullzinspolitik beenden wird (Meeting BOJ am 13. und 14. Juli), nachdem in Q2 bereits massiv Liquidität aus dem Bankensystem abgeschöpft wurde. Darüber hinaus zeigt die Bundesbank-Statistik zu den deutschen Fonds an, dass sich das positive Umfeld für Aktienfonds in Q2 nicht fortgesetzt hat. Im Mai waren demnach Mittelabflüsse in Höhe von 1,8 Mrd. EUR zu verzeichnen nach 0,7 Mrd. EUR im April. Belastend dürfte sich dabei auch die niedrige Liquiditätsquote der Fonds ausgewirkt haben, die im März auf ein Rekordtief gefallen war.

Unser Szenario einer Schaukelbörse ist intakt. Wir halten an unseren 6-Monats-Kurszielen (DAX: 5500 Punkte, Euro STOXX 50: 3600 Punkte) fest und erwarten insbesondere für Q3 ein anhaltend schwieriges Aktienmarktumfeld. Neben zyklischen Aspekten (trendmäßige Abschwächung in der ifo-Erwartungskomponente), technischen Argumenten (Auswertung historischer Korrekturphasen lässt Tiefpunkt durchschnittlich erst rund 4 Monate nach dem vorhergehenden Hoch erwarten) und saisonalen Faktoren (August und September stellen historisch die Monate mit der schlechtesten Performance dar) gehen wir aufgrund der erneut aufkeimenden geopolitischen Risiken (Raketentests in Nordkorea, Iran-Konflikt dürfte angesichts des Näherrückens der von den USA bis zum 12.07. gesetzten Deadline erneut in den Fokus gelangen) für die nächsten 2-3 Monate weiterhin von einer Schaukelbörse aus.