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Externe Quelle: Schroders

Zeit, die Vision wahr zu machen

Das Europaparlament beginnt seine Debatten über das Green Paper (Grünbuch) der Kommission über die Verwaltung von Vermögenswerten, und schon tauchen einige alte Fragen wieder auf: Brauchen wir mehr oder weniger Regulierung? Welche Änderungen sind nötig, um einen Einheitsmarkt für Vermögensverwaltung in Europa zu schaffen? Müssen wir die existierende Gesetzgebung abschaffen und wieder ganz von vorne anfangen?

Wir bei Schroders meinen, dass jetzt die Zeit gekommen ist, um die Vision eines einheitlichen europäischen Marktplatzes für Vermögensverwaltungsdienste zu verwirklichen. Dies erfordert auch gar keinen revolutionären Ansatz. Eine fundamentale Neufassung der Gesetzgebung könnte sich sogar als Schuss nach hinten erweisen und zu komplizierteren Vorschriften führen, während die Suche nach einer 'perfekten' Lösung andauert. Was viel eher gebraucht wird, ist ein konzentrierter Ansatz im Hinblick auf die Gesetzgebung. Bei Schroders appellieren wir an die Gesetzgeber, sich auf zwei Schlüsselbereiche zu konzentrieren: Straffung der Fondsregistrierung und Erweiterung der Anlegerwahl durch Bereitstellung neuer Vermögensklassen für Anleger.

Eine Straffung der Fondsregistrierung erscheint auf den ersten Blick nicht weiter aufregend, ist aber von enormer Bedeutung für die Vermögensverwalter in Europa. Bislang ist das Registrierungsverfahren in Europa nicht harmonisiert, und der Zeitaufwand für das Registrieren eines Fonds variiert stark zwischen den einzelnen Ländern. In der Praxis bedeutet dies, dass ein Anleger, in Italien beispielsweise, Zugang zu einem neuen europäischen Aktienfonds erhält, lange nachdem derselbe Fonds den Anlegern in sagen wir Deutschland zur Verfügung gestellt wurde.

Was ist nötig, um die Vermarktungszeit zu verkürzen? Die einfache Antwort: weniger Regulierung. Zurzeit werden zur Registrierung eines Fonds in Europa sowohl ein Product Passport als auch ein Service Passport benötigt. Unserer Meinung nach genügt einer, und der Product Passport kann aus der OGAW-Richtlinie herausgenommen werden. Eine unkomplizierte Abschaffung des Product Passport würde weniger Bürokratie bedeuten, und die Produkte könnten schneller auf den Markt gebracht werden. Davon würden die Verbraucher profitieren.

Der Grundgedanke hinter einem Single Passport besteht darin, den Verbrauchern schnelleren Zugriff auf ein breites Spektrum verschiedener Fonds zu verschaffen. In der Praxis ist jedoch nur ein begrenztes Angebot an Vermögensklassen verfügbar. Wir halten es für lohnenswert, den Anlegern innerhalb der OGAW III-Richtlinien mehr Vermögensklassen (z.B. Dach-Hedgefonds und Immobilien) bereitzustellen. In einem Markt, in dem immer mehr Anleger einen diversifizierten Investmentansatz verlangen – um einerseits Risiko abzubauen und andererseits die Rendite zu erhöhen - ist es nicht sinnvoll, die Wahl des Anlegers zu beschränken. Vielmehr sollten wir es Anlegern ermöglichen, über Aktien und Anleihen hinaus zu diversifizieren und Schwankungen zwischen Vermögensklassen in einem Instrument auszunutzen, das nachweislich einen bewährten Anlegerschutz besitzt.

Diese beiden unkomplizierten Maßnahmen - Abschaffung des Product Passport und Erweiterung verfügbarer Vermögensklassen - würden die Industrie dem schwer greifbaren Ziel eines europäischen Einheitsmarktes bedeutend näher bringen. Und vor allem würden die Verbraucher von einer größeren Auswahl und weniger Bürokratie profitieren. Angesichts eines sich schnell verändernden und volatilen Marktes werden diese Maßnahmen jetzt mehr denn je benötigt.