Im Stream fragte mich ein Leser zu diesem Artikel:

    "Mich interessiert Deine Meinung zu dem von Dir angeführten Zitat von Ray Dalio: "Die Sachkäufe der US-Notenbank haben eine Spekulationsblase an den Vermögensmärkten erzeugt..."
    ...gehört Gold zu den Vermögensmärkten?
    ...warum ist dann hier (bei Gold) nichts von der Blase zu sehen?"

    Genau diese Frage habe ich mir im Februar auch gestellt. Da war mir aufgefallen, dass Gold plötzlich nicht mehr mit den Aktienmärkten stieg. Ich habe mich gefragt: Halt, das ist neu im gesamten Bullenmarkt bei Gold. Halt, ist nicht Gold auch ein Vermögenswert, der von der Zentralbankliquidität profitieren sollte? Und dann habe ich nach Gründen gesucht, warum das so ist und bin bei dieser Suche immer bärischer geworden. Ich gehe davon aus, dass wir an einem wichtigen Wendepunkt im Anlagezyklus stehen. In den letzten zwölf Jahren war es sinnvoll, Gold zu halten. Es hat sich besser entwickelt als Aktien. Jetzt ist der Zyklus vorüber, Aktien dürften sich jetzt wieder besser entwickeln als Gold. Und damit meine ich ausschließlich europäische und US-amerikanische Aktien, keine aus den Schwellenländern oder Rohstoff exportierenden Ländern. Der Grund für die Outperformance könnte eine anstehende Hausse beim US-Dollar sein. Das schwächt Gold strukturell. Die USA produzieren bald Rekordmengen an Öl, Texas fördert heute schon mehr Öl als der Iran. Das Energiehandelsdefizit, das zu 40% zum Leistungsbilanzdefizit beiträgt, schrumpft, und eine ausgeglichene Leistungsbilanz könnte bald in den USA Realität werden. Das ganze könnte von einer Drosselung der Sachkäufe durch das Fed gekrönt werden, irgendwann im Jahr 2016 oder später sind sogar Leitzinserhöhungen möglich. Das alles könnte den USD stärken und im Zuge der Konjunkturerholung Aktien haussieren lassen, während der sichere Hafen Gold ins Abseits gerät. Das ist mein Basisszenario, an dem ich weiter festhalte. Und das erklärt auch, warum Anleger, die Rendite und keine Versicherung wollen, Gold auf den Markt werfen.

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