Die Kursentwicklung nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie wird von vielen Marktbeobachtern auch in "Corona-Gewinner" und "Corona-Verlierer" eingeteilt. Hierfür hat mein Kollege Oliver Baron Indizes erstellt, die prominente und hochkapitalisierte Vertreter beider Fraktionen enthalten. Eine Übersicht über internationale Gewinner und Verlierer enthält dieser Artikel, die beiden Indizes entnehmen Sie bitte Olivers Streampost auf Guidants. Interessant ist dabei, dass die Gruppe der Verlierer seit der Meldungen über erste erfolgreiche Impfstofftests deutlich an Wert gewinnen konnte, während die Gewinner - allen voran US-Technologie-und Konsumfirmen wie Amazon, Netflix oder Apple - unter Druck gerieten. Diese waren aber schon im Fokus der letzten Ausgabe. Nachdem die Impfstoffeuphorie, selbst wenn sie wahrscheinlich - typisch Börse - überhastet und voreilig ist und uns das Thema Immunisierung noch Monate begleiten wird, auch zu einer Verkaufswelle bei einigen deutschen Corona-Profiteuren führte, nehmen wir uns diese in der heutigen Ausgabe vor. Wesentlich ist dabei, dass einige dieser Gesellschaften ein Geschäftsmodell besitzen, das weit über Corona hinaus für steigende Kurse spricht. Der jetzige Rückgang bzw. weiteres Abwärtspotenzial kann also durchaus auch als perspektivische Einstiegschance gesehen werden.

Die Idee hinter "Mayday":

Im Wesentlichen soll es bei dieser neuen Serie sowohl um Shortchancen als auch um charttechnische Hinweise auf anstehende deutliche Abwärtsbewegung gehen, die für den ein oder anderen Investor relevant sein können.

Sei es, weil Sie gerade investiert sind und nicht von einer starken Abwärtsbewegung kalt erwischt werden möchten. Sei es, weil Sie auf der Suche nach interessanten antizyklischen oder prozyklischen Einstiegsniveaus sind. Daher gehe ich in den Analysen primär auf die Bedingungen für weiter fallende Kurse und auf die Kursziele der entsprechenden Setups ein.

Die Long-Seite wird dadurch abgedeckt, dass ich zu jeder Aktienanalyse herausarbeiten werde, ab welchem Kursniveau im kurzfristigen oder mittelfristigen Zeitfenster mit einer Kurserholung zu rechnen sein wird oder ab welchem Niveau das vorgestellte Abwärtsszenario nicht mehr greift.

HELLOFRESH - Die Stärkste im Bunde

Die Aktie des Lebensmittel-Lieferservice ist in den letzten Tagen schon deutlich aus der Gefahrenzone gesprungen und sicher auch mittelfristig einer der stärksten Rallykandidaten unter den hier vorgestellten Werten. Doch auch Hellofresh wurde zunächst ab Ende Oktober stark verkauft und konnte sich in letzter Sekunde vor einem Bruch der Unterstützung bei 36,20 EUR retten. Die mittelfristige Aufwärtstrendlinie wurde dabei jedoch schon klar verletzt.

Für ein nachhaltiges Kaufsignal müsste jetzt aber auch noch die Hürde bei 51,25 EUR durchbrochen werden. Sollte dies den Bullen nicht gelingen, wäre unterhalb von 44,00 EUR mit einem Wiederaufflammen der Verkaufswelle und Abgaben bis 38,02 und 36,20 EUR zu rechnen. In diesem Fall dürfte die Aktie mittelfristig bis 30,00 EUR einbrechen.

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HelloFresh Chartanalyse (Tageschart)

DELIVERY HERO - Weiter angezählt

Die zweite Aktie aus dem Bereich Lieferdienste steht da schon wesentlich angeschlagener da: Bei Delivery Hero wurde die übergeordnete Aufwärtstrendlinie nach dem dreiteiligen Kursrutsch Anfang November ebenfalls unterschritten. Die Aktie verharrt aber auf tiefem Niveau und zeigt längst nicht die Aufwärtsdynamik einer Hellofresh.

Solange es den Bullen hier nicht einmal gelingt, die Hürde bei 103,00 EUR aus dem Weg zu räumen und damit wenigstens den Einbruch seit dem 12. November zu kontern, muss jederzeit mit Abgaben unter 94,50 EUR und damit der Wideraufnahme des Abwärtstrends gerechnet werden. Ein Bruch der 90,60 EUR-Marke würde dann bereits für eine Verkaufswelle bis 85,00 und darunter 81,62 EUR sprechen.

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Delivery Hero Chartanalyse (Tageschart)

SHOP APOTHEKE - Verkaufssignale belasten

Nachdem das mittelfristige Kursziel bei 172,12 EUR knapp verpasst und eine große Dreiecksformation nach unten aufgelöst wurde, fiel die Aktie von Shop Apotheke an die Unterstützung bei 117,00 EUR. Zwar wurde sie zunächst verteidigt, die nächste Verkaufswelle ist jedoch schon wieder im Anmarsch. Unterhalb von 117,00 EUR dürfte der Wert bis 99,90 EUR fallen. Wird auch die Unterstützung bei 94,00 EUR unterschritten, sind sogar Verluste bis 76,90 EUR möglich.

Zwar könnte der Wert zuvor noch einmal bis 144,80 EUR und darüber ggf. bis 149,00 EUR klettern. An der bärischen Ausgangslage würde sich damit allerdings nichts ändern.

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Shop Apotheke Europe N.V.

DRÄGERWERK - Seit April im Abwärtstaumel

Ursprünglich als einer der ersten klaren Profiteure der Pandemie gewertet und mit entsprechenden Kurssprüngen bedacht, ist die Markteuphorie bei Drägerwerk schnell einer starken Abwärtsbewegung gewichen, die zuletzt auch wieder an den Supportbereich bei 62,70 bis 65,12 EUR führte. Darunter würde die mittelfristige Aufwärtstrendlinie unterschritten und ein Rückfall auf die Unterstützung bei 49,34 EUR drohen.

Erst mit einem Anstieg über die Abwärtstrendlinie und die Hürde bei 74,80 EUR wäre der Wert wieder in neutralem Gebiet, aber von einem neuen Aufwärtstrend natürlich noch weit entfernt.

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Drägerwerk Chartanalyse (Tageschart)

ZALANDO - Kurzfristig korrekturgefährdet

Die Aktien des Mode-Versandhändlers sind ähnlich wie die Anteile von Hellofresh eher ein Kandidat für eine kurzfristige Korrektur innerhalb eines intakten und soliden Aufwärtstrends. Und trotzdem wurde auch sie Anfang November derart abverkauft, dass es zumindest kurzfristig schwer sein dürfte, wieder auf die Beine zu kommen. Hier wurde gleich nach dem neuen Rekordhoch bei 91,13 EUR Dampf abgelassen und mit dem Rückfall auf 73,88 EUR eine Unterstützung attackiert. Diese dürfte auch in Kürze wieder in den Fokus rücken, falls es den Bullen nicht gelingt die Barriere bei 87,74 EUR aus dem Weg zu räumen.

Bei der Zalando-Aktie würde ein Bruch der Unterstützung bei 73,52 EUR jetzt mit Abgaben bis an den Bereich um 67,00 EUR quittiert, ehe eine Erholung starten könnte.


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Zalando Chartanalyse (Tageschart)