In der morgigen Nachbörse veröffentlicht der US-amerikanische Halbleiterhersteller Micron Technology seine Zahlen zum vierten Quartal. Die Erwartungen sind wieder einmal enorm hoch. Die Analysten erwarten einen Gewinn von 3,34 USD je Aktie bei einem Umsatz von 8,22 Mrd. USD. Damit übersteigen die Schätzungen die gemeldeten Q3-Zahlen deutlich.

Mitte Juni wies Micron einen Gewinn je Aktie von 3,12 USD bei einem Umsatz von 7,8 Mrd. USD aus. Die damaligen Konsenserwartungen unter den Analysten lagen bei einem EPS von 3,10 USD und einem Umsatz von 7,7 Mrd. USD. Im Rahmen der Offenlegung teilte das Management mit, dass man für das vierte Quartal ein Ergebnis zwischen 3,23 bis 3.37 USD je Aktie erwarte. Der Umsatz soll in der Spanne von 8,0 bis 8,4 Mrd. USD liegen. Der aktuelle Konsens liegt also eher am oberen Ende der Prognose.

Für die morgigen Zahlen darf man allerdings durchaus skeptisch sein. Der Grund hierfür ist der ausgeprägte Zyklus, den dieser Industriezweig durchläuft. Das Muster dem die Branche folgt wird in der Wirtschaftswissenschaft auch als Schweinezyklus bezeichnet. Damit wird die Problematik der Zeitverzögerung bei einer Anpassung des Marktangebots beschrieben. Dieses Prinzip kann ganz einfach erklärt werden.

In Zeiten, in denen die Marktnachfrage und -preise steigen, werden Investitionen getätigt und Produktionskapazitäten aufgebaut. Da es hier zu zeitlichen Verzögerungen kommt kann es sein, dass in der Zwischenzeit die Marktnachfrage gesättigt wurde oder sogar zurück geht. In der Folge kommt es zu einem Angebotsüberhang und zu Verwerfungen der Marktpreise. Aufgenommene Schulden können nicht mehr getilgt werden, Unternehmen werden zahlungsunfähig, da die Marktpreise die Kosten nicht decken können. Die überlebenden Unternehmen verringern ihre Kapazitäten und Produktionen werden zurückgefahren. Irgendwann entsteht ein Nachfrageüberhang und der Zyklus beginnt von vorne.

Der Zyklus scheint nahe an seinem Höhepunkt zu sein. Das lässt sich auch im PHLX Semiconductor Sector (SOX) erkennen. Der Index scheint bei ca. 1.450 Punkten sein Top gefunden zu haben. Im SOX sind die nach der Marktkapitalisierung größten Halbleiterwerte gelistet, darunter AMD, NVIDIA, Intel, Microchip und eben auch Micron.

Sollten die Zahlen enttäuschen drohen Abgaben bis in den 40 USD-Bereich. Dort dürfte es zu ersten Gegenreaktionen kommen. Sollten die Zahlen im Rahmen der Erwartungen liegen oder diese sogar übertreffen, dann dürfte die Zone um 49 USD angesteuert werden. Hier verlaufen aktuell die beiden EMAs 50 und 200, welche vor einem sog. Death Cross stehen. Bei dieser Art von charttechnischem Signal schneidet der EMA 50 den EMA 200 von oben und generiert damit ein Verkaufssignal. Der letzte Schnitt dieser Art fand im Jahr 2015 statt. Damals ging es für den Aktienkurs um knapp 70 % in den Keller. Vorsicht ist also geboten.


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Micron Technology-Aktienanalyse