• Nasdaq-100 - Kürzel: ND100 - ISIN: US6311011026
    Börse: Nasdaq / Kursstand: 15.316,58 Pkt

Der Nasdaq 100 musste nach dem Allzeithoch vom 07. September 2021 bei 15.701 Punkte einige Verluste hinnehmen und fiel auf ein Tief bei 14.821 Punkten. Seit diesem Tief vom Montagabend erholt sich der Index wieder. Er kletterte gestern auf ein Hoch bei 15.396 Punkten, gab aber im späten Handel wieder leicht nach. Heute wird der Index deutlich unter dem gestrigen Schlusskurs getaxt.

Wie fügen sich diese Bewegungen der letzten Wochen und Tage in das Gesamtbild ein?

Der Nasdaq 100 befindet sich in einer langfristigen Rally. Diese Rally wurde im Jahr 2000 durch das Platzen der Dot.com-Blase nach einem Allzeithoch bei 4.816 Punkten unterbrochen. Die anschließende Abwärtsbewegung führte den Index auf ein Tief bei 795 Punkten.

Seitdem setzt der Index die Rally fort. Die Abwärtsbewegung im Zuge der Finanzkrise 2007/09 wird als Korrektur innerhalb der Aufwärtsbewegung seit Oktober 2002 gewertet.

Diese Einordnung könnte sich als wichtig erweisen, weil der Nasdaq vor Kurzem einen wichtigen Zielbereich bei 15.316 Punkten erreicht hat.

Dieser ergibt sich aus einem Längenvergleich der Bewegung von Oktober 2002 bis Oktober 2007 und der Bewegung ab November 2008. Die Marke bei 15.316 Punkte ist das log. 261,8 % Fibonacci- Projektionsziel. Solche Ziele sind nicht punktgenau zu sehen. Es geht dabei vor allem um die Größenordnung. Entscheidend an diesem Vergleich ist, dass sich der Nasdaq 100 damit in einem Bereich befindet, in dem es zu einer größeren Topbildung kommen kann, aber nicht muss.

Der nächste dieser potenziellen Zielbereiche liegt erst bei 23.563 Punkten. In diesem Fall wäre die Rally von Oktober 1990 bis März 2000 und die Rally ab Oktober 2002 gleich lang - auch wieder auf logarithmischer Basis gerechnet.

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Nach diesen sehr langfristigen Betrachtungen nehme ich nun die Rally ab November 2008 etwas genauer unter die Lupe:

Ein Großteil dieser Rally fand in einem Trendkanal statt. Der Startpunkt dieses Kanals ist ein Konsolidierungstief im Juli 2010. Ende Juni 2020 gelang der Ausbruch aus dem Kanal nach oben. Das rechnerische Ziel aus diesem Ausbruch hat der Index inzwischen weit hinter sich gelassen.

Seit November 2020 bewegt sich der Nasdaq 100 in einem Trendkanal nach oben. Innerhalb dieses Kanals bildete sich ab Februar 2020 eine obere Pullbacklinie heraus. Diese überwand der Index im Juni 2021. Daraus ergibt sich ein rechnerisches Ziel bei exakt 16.000 Punkten. Mit dem Hoch bei 15.696 Punkten bzw. einige Tage danach mit dem Allzeithoch bei 15.701,40 Punkten hat sich der Index diesem Ziel sehr stark angenähert.

Betrachtet man die Aufwärtsbewegung seit März 2020 noch einmal genauer, dann fällt die Korrekturbewegung ab September 2020 ins Auge. Es ist naheliegend, diese Korrektur als symmetrisches Dreieck einzuordnen. Das rechnerische Ziel aus dieser Fortsetzungsformation hat der Index schon lange hinter sich gelassen.

Allerdings gibt es noch eine zweite Möglichkeit, diese Korrektur einzuordnen. Sie könnte auch einen Wimpel darstellen. Ein Wimpel ist ebenfalls eine Fortsetzungsformation im Aufwärtstrend. Die Unterschiede zwischen beiden Formationen liegen darin, dass ein Wimpel einen deutlich kleineren Zeitraum für sich beansprucht und sich das Kursziel nicht aus der Volatilität innerhalb der Formation ergibt. Das Kursziel bei einem Wimpel wird über einen Längenvergleich der vorherigen Bewegung mit der Bewegung danach errechnet. Sie sollen gleich lang sein. Damit ergäbe sich hier ein Kursziel bei 19.614 Punkten.

Der Abstand des Kurses zum EMA 200 auf Wochenbasis beträgt aktuell 34,49 %. Der Nasdaq 100 müsste also um diese Prozentzahl fallen, um auf den EMA 200 zurückzusetzen. Das ist noch immer ein größerer Abstand als jemals zuvor in der Rally seit November 2008. Größere Abstände findet man nur in den 1990er Jahren, dort aber deutlich.

Der RSI (14) notiert auf Monatsbasis seit langem in der oberen Extremzone. In der Rally seit November 2008 notierte der RSI auf Monatsbasis 2mal über einen längeren Zeitraum im oberen Extrembereich. Beim ersten Mal hielt er sich fast 2 Jahre in diesem Bereich auf, beim zweiten Mal 1 ½ Jahre. Ignoriert man den Minirückfall aus dieser Zone im Oktober 2020, dann notiert der Indikator jetzt auch schon wieder 1 ¼ Jahre im oberen Extrembereich.

Auf Wochenbasis pendelt der RSI seit Wochen um den oberen Extrembereich, ohne stabil in diesen einzudringen. Zuletzt fiel der Indikator sogar leicht vom oberen Extrembereich zurück. Auf Wochenbasis kann der Indikator schon einmal 3 Monate im oberen Extrembereich notieren. Das kam in der Rally seit November 2008 mehrfach vor. Als Verkaufssignal kann die Nähe zum oberen Extrembereich bzw. das wiederholte Eindringen in diesen nicht gewertet werden.

Auf Tagesbasis ist der RSI zuletzt deutlich zurückgekommen. Er näherte sich dem unteren Extrembereich an, dreht aber etwas darüber wieder nach oben. Aktuell befindet er sich im neutralen Bereich.

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Wie stellt sich das Chartbild im kurzfristigen Bereich dar?

Der Nasdaq 100 eroberte gestern die wichtige Marke bei 15.184 Punkten zurück. Damit deutet sich an, dass der Rückfall unter diese Marke vom Montag eine Bärenfalle war. Die Erholung im gestrigen Handel führte den Index an das log. 61,8 % Retracements des Abverkaufs seit dem Allzeithoch und fast an den Abwärtstrend seit 10. September. Dieser Trend liegt heute in der ersten Handelsstunde bei 15.389 Punkten. Daran prallt der Index offenbar zunächst ab. Denn die aktuellen Taxen sehen ihn etwas schwächer als zum gestrigen Schlusskurs.

Wie ist die Stimmung an den Märkten?

Ich nehme zur Analyse der Stimmung den Fear & Greed Index von CNN.

Dieser Index zeigte schon am Allzeithoch eine eher neutrale Stimmung. Das ist recht ungewöhnlich. Denn der Index zog vorher über Wochen an. Dies ist normalerweise ein Grund dafür, dass die breite Masse in Euphorie verfällt. In den Tagen der Korrekturbewegung brach die Stimmung weiter ein und erreichte sogar den unteren Extrembereich. Dabei hatte sich der Nasdaq 100 in der Spitze gerade einmal 5,60 % vom Allzeithoch entfernt. Angst nahe am Allzeithoch deutet darauf hin, dass viele Anleger eher unterinvestiert sind. Es steht also Geld für weitere Käufe zur Verfügung.

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Fazit: Intakte Rally, aber …

Im mittel-langfristigen Bereich ist die Rally im Nasdaq vollkommen intakt. Es gibt auch schon wieder deutliche Anzeichen dafür, dass die Rally im eher kurzfristigen Bereich wieder aufgenommen wird. Zur Bestätigung müsste der Index noch über den Widerstandsbereich um 15.359 bis 15.389 Punkte ausbrechen. Ein erstes Ziel für eine weitere Rally läge dann bei 16.000 Punkten.

Sollte der Index heute oder am Montag unter 15.184 Punkte abfallen, dann wäre das noch kein Beinbruch im kurzfristigen Rahmen. Abgaben in Richtung 15.149 und sogar 15.023 Punkte würde weiterhin Chancen auf einen Ausbruch über den benannten Widerstandsbereich lassen. Erst im Falle eines stabilen Rückfalls unter 15.023 Punkte müsste man davon ausgehen, dass die Erholung der letzten Tage nur eine Erholung im Abwärtstrend ist. Danach könnten weitere Abgaben bis ca. 14.594-14.500 Punkte folgen. Aber auch bei einer solche Korrekturbewegung wäre das mittelfristige Bild weiterhin bullisch.

Ein stabiler Rückfall unter 14.500 Punkte wäre allerdings auf Sicht von mehreren Wochen negativ zu bewerten. Dann könnte es zu einem Rücksetzer an das Hoch aus dem September 2020, also bis 12.439 Punkte möglich.

Im langfristigen Bereich befindet sich der Index weiterhin in einer Extremsituation. Der Index hat die normale Rallybewegung seit dem Tief aus dem November 2008 mit dem Ausbruch aus dem Trendkanal ab Sommer 2010 nach oben verlassen. Daran ändert die kleine Abwärtsbewegung der letzten Tage überhaupt nichts.

Und auch ein Rücksetzer auf 14.500 Punkte würde daran nichts ändern. Allerdings sind innerhalb dieser Extremsituation kaum Überhitzungstendenzen auszumachen. Die Entwicklung der Stimmung in der aktuellen Konsolidierung deutet vielmehr darauf hin, dass auch im Bereich um 16.000 Punkte kein größeres Top ausgebildet werden wird. Ein Anstieg in Richtung 19.614 Punkte nimmt damit immer konkretere Formen an.

Damit deutet sich aber auch an, dass der Index in eine ähnliche Extremsituation wie Ende der 1990er Jahre hineinlaufen wird. Die Korrektur der damalige Extremsituation brachte einen Verlust von 83,49 % mit sich. Das muss nach Erreichen der 19.614 Punkte nicht genauso wiederholt werden.

Aber die Risiken nehmen dort oben exorbitante Ausmaße an.

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