Anleger des Medienunternehmens dürften mittlerweile in einer Sache geübt sein: im Verzweifeln. Es scheint als sei die Erholung der letzten Tage bereits beendet und die Abwärtswelle geht in Runde Zwei. Kürzlich erst hatte die Aktie noch die Chance das Schlimmste zu verhindern, doch die Bullen waren chancenlos. Der Coronacrash riss die Aktie durch die letzte entscheidende Unterstützung nach unten. Wie bereits in der vorherigen Analyse geschildert (PROSIEBENSAT.1 - Mächtiger Kursrutsch steht bevor), wurde mit diesem Break-Out ein weitreichendes Potenzial auf der Unterseite eröffnet:

"Ein Blick in das Big Picture zeigt das Dilemma. Unter 10 EUR existiert weit und breit keine nennenswerte Unterstützung. Erst im Bereich bei 3,75 - 4,32 EUR ist der nächste Unterstützungsbereich sichtbar. Wenn hier jetzt also nicht schleunigst ein Bullenkonter erfolgt, steht es schlecht aus um die Aktie."

Leider vollzog das Wertpapier genau dieses Szenario. Deshalb kann weiterhin keine Entwarnung gegeben werden. Doch wann kann hier endlich ein Einstieg vorgenommen werden?

Derbe Kurszielabstufung

Der Grund für die heutigen Kursverluste dürfte zunächst die Kurszielabstufung durch Credit Suisse sein, welche das Kursziel von 11,20 EUR auf 5,30 EUR herabsetzte. Grundlage hierfür seien die veröffentlichten Zahlen 2019, durch welche die Gewinnprognosen um 13 % gesenkt wurde. Kein guten Neuigkeiten, die eigentlich so dringend benötigt werden.

Technisch keine Erholung in Sicht

Auch aus technischer Sicht steht es weiterhin schlecht um die Aktie. Wie bereis zu Beginn geschildert, befindet sich kein Support in Sicht. Das heißt, der Wert befindet sich weiterhin im Verkaufsmodus und das Ziel liegt unverändert im Bereich der 4 EUR-Marke. Würde die Aktie tatsächlich bis zu diesem Niveau zurücksetzen, wäre hier ein Einstieg mehr als interessant. Ausgeschlossen werden kann aber auch nicht, dass der Bodenbildungsversuch doch noch funktioniert und eine Erholung voranschreitet. Diese kann sich sogar durchaus bis zu 10 EUR ziehen. Allerdings kann dann von diesem Bereich genauso gut wieder nach unten abgeprallt werden. Erst bei Kursen über 11 EUR würde eine nachhaltige Entwarnung gegeben werden können und die Ziele 12,13 EUR und 14,34 EUR in den Fokus rücken.

Großaktionäre als strategische Entscheider?

Auch wenn das Wertpapier durch die heftigen Abverkäufe immer interessanter wird, scheint wie bereits geschildert der laufende Bodenbildungsversuch bisher nicht zu funktionieren. Derweil scheint hinter der den Kulissen ein Machtkampf zu toben. Wie das manager magazin unter Berufung von Branchen-und Konzerninsidern berichtet, scheint die Aufstockung von Anteilen durch Großaktionäre in der jüngsten Vergangenheit einen Zweck zu verfolgen: Die Abwahl des Aufsichtsratschef Werner Brandt, gefolgt vom Vorstandschef Max Conze. Ein möglicher Grund warum erst kürzlich der tschechische Milliardär Daniel Kretínsky seinen Anteil von 5 % auf 10 % aufstockte und erst diese Woche der von den Berlusconis geführte italienische TV-Konzern Mediaset seinen Anteil auf 20 % erhöhte. Am Tag der Hauptversammlung (10.Juni) wird sich zeigen, ob dieser mögliche Plan in die Tat umgesetzt wird. Doch dieser Machtkampf dürfte sich bis dahin nicht positiv auf das Chartbild auswirken.

Fazit: Das Wertpapier befindet sich weiterhin in einer bärischen Verkaufswelle und die Richtung ist klar auf Süden gerichtet. Erreicht die Aktie 4 EUR, kann hier auf einen Turnaround spekuliert werden. Würde jetzt trotz der negativen Vorzeichen ein Bodenbildungsversuch funktionieren, so können aus technischer Sicht trotzdem erst ab Kursen über 11 EUR bullische Szenerien aufgestellt werden. Am 10. Juni (unter Vorbehalt) findet die Hauptversammlung statt. Diese könnte ein schneidendes Ereignis darstellen und der Aktie eine komplett neue Richtung geben. Doch bis dahin befindet sich der Anteilsschein weiterhin fest in den Händen der Bären.

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