Des einen Freud ist des anderen Leid. Nach der abgeblasenen Übernahmeaktion von K+S durch Potash ging die K+S-Aktie zu Beginn dieser Woche kräftig in die Knie. Die Aktionäre des Salz- und Düngemittelspezialisten, die auf weitere Kursgewinne spekuliert hatten, wurden böse erwischt. K+S notiert damit wieder auf einem Kursniveau, das den Verbleib im Deutschen Leitindex DAX gefährdet.

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Bereits mit Stand Ende September notierte das Unternehmen in der DAX-Rangliste auf Platz 34 gemessen an der Streubesitz-Marktkapitalisierung. Der Aufstiegskandidat Nummer 1 im DAX, ProSiebenSat.1 notiert dagegen auf Platz 26 in der Liste. Der Absturz der K+S-Aktie dürfte den Wert wieder in die Region um Platz 40 bringen und damit in die gefährdete Region. Zwei Ausstiegsregeln gibt es im DAX. Jedes Jahr im September tritt folgende Regel in Kraft.

Regular-Exit (40/40)

Zählt ein Unternehmen bei den Kriterien Börsenumsatz und/oder Streubesitz-Marktkapitalisierung nicht zu den 40 größten, wird es aus dem DAX entfernt, sofern ein Nicht-Index-Wert bei beiden Kriterien zumindest Rang 35 erreicht.

Wäre aktuell September, könnte diese Regel bereits greifen. Die Aktionäre von K+S müssen folglich hoffen, dass der Wert sich bis in das kommende Jahr im Herbst deutlich erholt und auch besser performt als ProSiebenSat.1.

Es könnte aber noch dicker kommen. Denn vierterjährlich, und damit bereits im Dezember, überprüft die Deutsche Börse den DAX auch anhand der Fast-Exit Regel. Diese besagt:

Fast-Exit (45/45)

Zählt ein Unternehmen bei einem der beiden Kriterien Börsenumsatz und Streubesitz-Marktkapitalisierung nicht mehr zu den 45 größten, wird es aus dem DAX entfernt, sofern ein Nicht-Index-Wert bei der Marktkapitalisierung mindestens Rang 35 und beim Börsenumsatz mindestens Rang 45 erreicht.

Hält der Kurssturz bei K+S also an, wäre im Dezember oder März bereits ein Ausschluss aus dem DAX möglich. Anleger sollten dies im Hinterkopf behalten.

Rein technisch betrachtet könnten die Chartbilder von ProSiebenSat.1 und K+S kaum unterschiedlicher aussehen. Der MDAX-Wert hat die Korrektur am Markt gut überstanden, die Kursmuster sehen konstruktiv aus. Im Fokus steht kurzfristig der Widerstand bei 46,40 EUR. Kann die Aktie dies Hürde hinter sich lassen, würde eine kleine Kurslücke bei 47,40 EUR das nächste Ziel darstellen. Wiederum darüber wäre der Weg frei bis in die Widerstandszone zwischen 48,87 und 49,33 EUR.

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Jahr 2014 2015e* 2016e
Umsatz in Mrd. EUR
2,88 3,17 3,49
Ergebnis je Aktie in EUR
1,96 2,24 2,52
KGV 23 20 18

*e = erwartet

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