• Gold - Kürzel: XAU/USD - ISIN: XC0009655157
    Börse: Forex Capital Markets / Kursstand: 1.283,30 $/Unze
  • Brent Crude Öl - Kürzel: BCOEL - ISIN: XC0009677409
    Börse: Forex Capital Markets / Kursstand: 102,73 $/Barrel

Als ich auf meinem Desktop auf Guidants Anfang August eine Long-Position im DAX und im portugiesischen PSI-20-Index empfahl schrieb ich:

„Espírito Santo ist nicht Portugal und auch nicht der europäische Bankensektor und die EZB dürfte genau beobachten, was hier gerade passiert. Sie wird es nicht zulassen, dass die Böden der südeuropäischen Indizes durchbrochen werden.“

EZB-Chef Mario Draghi nutzte wie einst Ben Bernanke die Bühne des Zentralbanker-Symposiums im amerikanischen Jackson Hole, um zumindest verbal einen großen Schritt in Richtung QE-Programm zu unternehmen. Auf die rückläufigen Preise sagte er am 22. August:

“Der Rat wird diesen Entwicklungen Rechnung tragen und innerhalb seines Mandats alle verfügbaren Instrumente einsetzen, die benötigt werden, um die Preisstabilität über das mittelfristige Zeitfenster sicherzustellen."

Damit fiel er zwar Jens Weidmann und der Kanzlerin in den Rücken (würde ich meinen), aber jetzt springen die Bankenaktien an und Hedgefonds stürzen sich auf Short-Positionen im EUR/USD. Zuletzt betrugen die Short-Positionen rund 15 Milliarden USD:

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Es wird in den Medien schon von der Strategie der drei Pfeile von Mario Draghi gesprochen - ein Hinweis auf Shinzo Abe, der den Yen mittels Wirtschafts-, Geld- und Konjunkturpolitik stark schwächte, um die Wirtschaft und Inflation anzukurbeln. Ich halte Aktien für eine gute Möglichkeit, sich gegen Geldentwertung in Zeiten von dauerhaften Nullzinsen abzusichern, aber nur bei Korrekturen ist ein Einstieg überhaupt sinnvoll. Die bei rund 9200 Punkten eröffnete Long-Position im DAX liegt jetzt rund 400 Punkte im Plus und der Boden im PSI-20-Index, dem "DAX Portugals" hat gehalten. Schalten Sie spaßeshalber einmal auf die Monatskerze im DAX und bei den südeuropäischen Indizes. Das sieht bullisch aus.

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Der Boden ist charakterisiert durch das Tief der rechten Schulter einer inversen Schulter-Kopf-Schulter-Formation, die im portugiesischen, aber auch in allen anderen südeuropäischen Aktienindizes in den Jahren 2011 bis 2013 ausgebildet wurde. Diese Formation steht am Ende eines Abwärtstrends. Wäre das Tief der rechten Schulter bei 5125 Punkten unterschritten worden wäre der charttechnische Boden im PSI-20-Index aufgebrochen worden und die Investoren hätten das Land zurück in die Eurokrise katapultiert. Ich hielt das für unwahrscheinlich, weshalb ich in Erwartung, dass dieser Boden halten wird (notfalls mit Draghis Hilfe) eine Long-Trading-Idee vorstellte.

Man mag von den Draghi-Maßnahmen halten was man möge. Aber der DAX und PSI-20 schaffen einen V-förmigen Boden, auch weil das Kriegsgetrommel der Medien eben das blieb, was es war: Kriegsgetrommel der Medien. Das ganze gipfelte in einem geschmacklosen Titelbild mit den Photos von Toten von MH17 bei einem immer zweifelhafteren deutschen Nachrichtenmagazin. Ich habe in der ganzen Zeit darauf hingewiesen, dass Ölhändler – erfahrungsgemäß sind das bis in die höchsten Kreise und damit exzellent informierte Investoren – sich im großen Stil von Long-Positionen im Brent-Öl trennten, einem Markt, in dem normalerweise schlagartig geopolitische Krisen eskomptiert werden, wenn es irgendwo brennt. Das geschah nicht, und die Ölhändler waren wieder richtig informiert:

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Erstaunlich ist, dass einige Kollegen hier keinen Abwärtstrend erkennen konnten. Es gab auch kein Kaufsignal beim Goldpreis. Und jetzt: Poroschenko hat in Minsk Hoffnung auf einen Friedensfahrplan genährt. Israel und die Palästinenser haben sich auf einen unbefristeten Waffenstillstand verständigt. Raketen steigen jetzt aus der US-Wirtschaft auf: Dort sind die Aufträge für langlebige Güter im Juli wegen der starken Nachfrage nach Flugzeugen so stark wie noch nie gestiegen. Wer aufgepasst hat weiß auch, dass auch Putin bei Boeing eingekauft hat – zwar nicht im Berichtsmonat Juli, aber im August.

Hier haben wir also zwei Ebenen: Die Augenwischerei der Medien und das, was wirklich geschah. Es zählt nicht meine Meinung. Es war erneut richtig, nicht zu antizipieren sondern zu interpretieren, was der Markt tut - und zwar mittels der Charttechnik, um dann danach zu handeln. Das war besser anstatt uns wie andere Kommentatoren leichtfertig vor irgendwelche politischen Wägen spannen zu lassen. Die Positionen im PSI-20 und DAX liegen im Plus. Nach wie vor kann die Situation kippen. Dafür gibt es Stopps. Viel mehr Aufregung muss man hier gar nicht mehr walten lassen. Jetzt müssen wir nur noch beobachten und warten. Im DAX haben wir bereits rund 400 Punkte verdient. Jedenfalls beginnt der Markt, eine schnellere Zinswende in den USA einzupreisen, was unsere Long-Position im USD/JPY erfreut. Sie liegt 50 % im Plus. Mehr dazu lesen Sie auf meinem Desktop auf Guidants in der Watchlist der laufenden Trading-Ideen.