• STXE 600 Banks - Kürzel: SX7P - ISIN: EU0009658806
    Börse: STOXX / Kursstand: 120,33 Pkt

Die Anleger hatten seit 2018 wenig Freude mit europäischen Bankaktien. Zwar verlief nicht jede Kursentwicklung so fatal wie die der deutschen Banken Commerzbank und Deutsche Bank, doch zeigen sich alle Charts der europäischen Großbanken im mittelfristigen Zeitfenster sehr schwach. Der europäische Bankindex STOXX Europe 600 Banks notiert wieder an seinen Tiefs aus 2011 und 2016 und damit an einer wichtigen langfristigen Schaltstelle. Bankaktien sollten ab jetzt genau beobachtet werden.

STOXX Europe 600 Banks

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Der europäische Bankindex rutschte zuletzt an die Tiefs aus 2011 und 2016 bei 115 - 116 Punkten zurück, von wo aus es jetzt zu einer leichten technischen Gegenbewegung nach oben hin kommt. In der langfristigen Betrachtung notiert der Index damit am unteren Ende einer zehnjährigen Seitwärtsrange. Von hier aus wäre durchaus auch der Start einer neuen Aufwärtsbewegung möglich, welche den Index sogar wieder an die Hochs der letzten Jahre bringen könnte.

Für erste bullische Impulse im kurzfristigen Zeitfenster müsste eine Rückkehr über 141 Punkte per Wochenschlusskurs abgewartet werden. Weitere Kaufsignale entstehen dann bei einem Anstieg über 152 Punkte, dann wäre Platz bis 168 - 169 und 176 Punkte.

Fatal wäre jedoch ein nachhaltiges Abrutschen unter 115 Punkte zu werten. Dann kommt es zu einem langfristigen Verkaufssignal, welches fallende Notierungen zum 2009er Tief bei 87 Punkten und darunter ggf. 70 Punkte nach sich ziehen könnte.

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STXE Banks

Betrachten wir nun die Charts einiger europäischer Großbanken:

HSBC

Die Aktie der britischen HSBC steht im Vergleich zu anderen europäischen Banktiteln noch relativ gut da und notiert erst in der Mitte der zehnjährigen Seitwärtsrange. Dabei sitzt sie am horizontalen Unterstützungsbereich bei 6,50 - 6,70 EUR auf.

Wird dieser nachhaltig unterschritten, könnte es zu Abgaben bis zu den Tiefs aus 2011 und 2016 bei 5,17 - 5,35 EUR kommen. Erst ein Bruch dieses Preisbereiches würde langfristige Verkaufssignale mit Zielen am 2009er Tief bei 3,49 EUR liefern.

Auf der Oberseite müsste es schon über 7,60 EUR per Wochenschluss gehen, um den Weg zu den Hochs der letzten Jahre im Bereich von 9,10 EUR zu öffnen.

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Banco Santander

Innerhalb des mittelfristigen Abwärtstrends erreicht die Aktie der spanischen Banco Santander die Aufwärtstrendlinie seit 2012, welche gleichzeitig die Unterkante eines gewaltigen Dreiecks seit 2008 darstellt. Wird diese Unterkante gebrochen, drohen weiter fallende Notierungen zum 2009er Tief bei 2,577 EUR und darunter später rund 2,00 EUR.

Kommen die Käufer jetzt hingegen wieder, wäre ausgehend von der Dreiecksunterkante zumindest eine Erholung möglich, oberhalb von 4,70 EUR könnte es sogar zu einer neuen Aufwärtswelle zur Driecksoberkante bei ca. 5,65 EUR kommen. Erst oberhalb dieser Trendlinie entstehen größere Kaufsignale.

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BNP Paribas

Die Aktie der französischen Großbank BNP Paribas fällt an die flache Aufwärtstrendlinie seit 2016 zurück. Verkaufssignale entstehen hier erst bei einem Bruch dieser Trendlinie und dem Unterschreiten des 2018er Tiefs bei 38,18 EUR per Wochenschlusskurs. Dann wären Abgaben zur Kreuzunterstützung bei 32,00 - 32,12 EUR möglich, wo auch die Aufwärtstrendlinie seit 1996 verläuft. Erst wenn diese gebrochen wird, entstehen langfristige Signale für die Bären für eine Abwärtswelle zum weit entfernten 2009er Tief bei 20,071 EUR.

Gelingt hingegen eine Rückkehr per Wochenschluss über 51,00 EUR, hätten die Bullen nochmals Chancen auf eine Aufwärtswelle bis 60 - 61 und knapp 69 EUR.

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ING Groep

Mit relativer Stärke im langfristigen Chart präsentiert sich die Aktie der niederländischen ING Groep. Dennoch ist die charttechnische Situation auch hier brisant, der Unterstützungsbereich bei 9,50 - 9,80 EUR wurde unterschritten. Das 2016er Tief bei 8,30 EUR konnte als letzte Auffangzone aber noch verteidigt werden, diese Preismarke bildet den Trigger für ein Doppeltop als langfristige obere Umkehrformation.

Rutscht das Papier nachhaltig unter 8,30 EUR ab, entstehen große Verkaufssignale. Dann könnte es zu einem Abverkauf bis 4,20 - 4,45 EUR kommen. Unterhalb dieses Supports liegt das 2009er Tief bei 1,762 EUR als optionales Langfristziel.

Nach oben hin müssten die beiden gleitenden Durchschnittslinien wieder überwunden werden, um bullische Impulse zu liefern. Oberhalb von 12,60 EUR entsteht Aufwärtspotenzial zu den Hochs bei 16 EUR, deren Bruch größere Kaufsignale bringen könnte.

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Société Générale

Mit einem aktiven Verkaufssignal zeigt sich die Aktie der französischen Société Générale, das Unterschreiten der Preisbereichs bei 23,44 - 25,25 EUR lieferte zuletzt ein großes Signal für die Bären. Der Wert übergeordnet schwache ist jetzt anfällig für Abgaben bis 14,30 - 15,30 und darunter langfristig 9,00 - 9,30 und mehr.

Auf der Oberseite müssten für bullische Signale nicht nur der gebrochene Support zurückerobert werden, sondern auch die 30 EUR-Marke nachhaltig überwunden werden. Erst dann wäre die Aktie reif für eine größere Kurserholung.

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Deutsche Bank

In einer eigenen Bärenliga spielt die Aktie der Deutschen Bank, welche die mit großem Abstand schlechteste Kursentwicklung bei den europäischen Großbanken zeigt. Hier wurden zuletzt neue Allzeittiefs an der Unterkante des langfristigen Abwärtstrendkanals markiert. Kommt es zum Bruch dieser neuen Tiefs und der Trendkanalunterkante, droht ein beschleunigter Kursverfall in Richtung 2,30 - 2,40 EUR.

Für erste Trendwendesignale müsste das Papier über 8,90 EUR klettern, größere Impulse für Käufer dürfte auf mittel- bis langfristige Sicht aber erst eine nachhaltige Rückkehr über 12,00 EUR liefern.

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Fazit:

Die charttechnische Situation ist bei den europäischen Bankaktien und dem dazugehörigen Index schwach bis kritisch einzustufen, handfeste Verkaufssignale sind bislang aber nur vereinzelt zu beobachten. Die in den Charts eingezeichneten bärischen Verlaufsvarianten sind an Bedingungen geknüpft. Erst wenn die Triggermarken unterschritten werden, wäre ein größerer Preisverfall zu befürchten. Anleger sollten jetzt aber in Alarmbereitschaft sein.

Auf der anderen Seite könnten sich für sehr spekulativ orientierte Trader auf den tiefen Niveaus sogar antizyklische Longchancen ergeben, Absicherungen wären knapp unterhalb der genannten Triggermarken möglich. Die Wahrscheinlichkeiten für bullische Trendwenden stehen aus analytischer Sicht momentan nicht sehr hoch, lediglich sehr gute Chance-Risiko-Verhältnisse auf Grund naher Stops würden antizyklische Longpositionierungen attraktiv machen. Technische Gegenbewegungen nach oben und im sehr bullischen Fall sogar mittel- bis langfristige Trendwenden wären von den aktuellen Preisniveaus generell möglich.

Kommt im Gesamtmarkt jedoch weitere Kursschwäche auf, dürften die Bankwerte als langfristige Underperformer allerdings zu den größeren Verlierern zählen und somit erste Wahl für Shortpositionierungen sein.


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